- §4 Satz 3 ParlStG sagt: das Amtsverhältnis eines Parlamentarischen Staatssekretärs endet automatisch mit dem Ende des Amtsverhältnisses des jeweiligen Bundesministers. Das ist absolut kein Geheimnis und unter Parlamentariern bekannt. Sorge mit seinen 12 Jahren Erfahrung mit Sicherheit auch. Er hat aber diese Regelung weder erwähnt, angegriffen oder in Frage gestellt, der rechtliche Aspekt wurde seinerseits gar nicht kritisiert. Er hat nicht unnötig nachgetreten, sondern zu Recht pointiert des Kanzlers Kommunikationsform und den unterirdischen Umgang mit betroffenen Parlamentariern kritisiert. - Nun geht das Bundeskanzleramt hin, stellte sich nach Sorges Kritik , unterstützt durch diverse Meldungen ab gestern Nachmittag auf den Standpunkt, es habe sich um einen reinen rechtlichen Automatismus nach dem Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Parlamentarischen Staatssekretäre gehandelt. Extra noch mit Betonung auf: "Ein Anruf des Kanzlers sei formal nicht nötig gewesen". Das ist eine Nebelkerze - oder eben ein laues Lüftchen... (Ab)Gelenkt werden soll von der eigentlichen, berechtigten Kritik auf eine so von Sorge nicht geäusserte Kritik. - Leider wurde das an mancher Stelle, auch hier, relativ kritiklos übernommen: "Sorge hat keine Ahnung von Gesetzen und Regelungen, will seine eigenen Regeln, Vorteile, ist beleidigt, angepisst usw..." Diese Diskussionen sind aber sinnlos, denn sie treffen nicht den eigentlichen Kritikpunkt. - Gut ist: In Teilen wurde das Manöver der Bundesregierung bald durchschaut und kritisiert. Nur ein Zitat aus dem Netz dazu: "Sich auf formale Regularien zu berufen, um einen objektiv unterirdischen zwischenmenschlichen Umgang zu rechtfertigen, ist das Letzte. Sich direkt dazu zu äussern, muss für Merz eine grauenvolle Vorstellung sein. Was für ein kleiner Charakter…." - Ausserdem noch folgendes: Merz hat die Personalie Sorge nicht als Automatismus behandelt, sondern als eigene Entscheidung, er nutzte die Personalie aktiv für eine politische Inszenierung, indem er die Neubesetzung mit Christiane Schenderlein im CDU-Präsidium debattieren ließ. Verkündet im CDU-Präsidium und vor der Presse, ohne vorher mit ihm zu kommunizieren. Wer so agiert und auftritt, sollte sich hinterher nicht scheinheilig in allen Medien verbreitet, auf den Automatismus des Gesetzestexts beziehen. Wer sich auf einen Automatismus beruft, hätte ihn auch so behandeln müssen: still, im Ressort, ohne Bühne.