Seit Jahren beschäftige ich mich nun mit dem Thema Klimawandel und die dazugehörigen Themenfelder wie Mobilität, Energie etc., wie ihr auch 😉 Vielleicht liegt es daran das ich berufbedingt, einen technischen Hintergrund habe und wenn ich zu diesen oben genannten Themen etwas lese wo ich denke "Nein, das hat man nicht wirklich gemacht!" , fällt es mir schwer das einfach zu akzeptieren. Nun, neuerdings betrachte ich das unter anderen Gesichtspunkten und (versuche) andere Faktoren hinzuzuziehen, wie äußere Umstände in der wir aufgewachsen sind, oder psychologische Faktoren. Da fallen dann mal Begriffe wie "kognitive dissonanz" und "confirmation bias". Wie jedes Jahr auf den Weg nach Frankreich durch Belgien, habe ich mir dieselbe (banale) Frage bei einigen Autobahnabschnitten gestellt, die dieses Jahr beim Lesen des Buchs "Strom" von Tim Meyer beantwortet wurde: ...die Nachtspeicherheizung half eben im Stromsystem dabei, den Verbrauch an die Verfügbarkeit von damals billigem Strom⁸¹ anzupassen. Daher gab es bis in die 1980er-Jahre, also bis ans Ende des aktiven Ausbaus der deutschen Atomkraft, Kampagnen, günstige Anschaffungskredite und Stromtarife für Nachtspeicherheizungen. Überreste dieser Stromtarife gibt es noch heute. Jedoch wird Strom, der für die Wärmeerzeugung dient, heute sinnvollerweise mit Wärmepumpen genutzt. Effizienzhebel: Faktor 3. In ähnlicher Logik wie mit den Nachtspeicherheizungen wurden zahlreiche weitere Anreize geschaffen, um den Verbrauch der Verfügbarkeit von Strom aus Grundlastkraftwerken anzupassen. So gab und gibt es hohe Rabatte auf Netzentgelte für große Industrieverbraucher, die einen sehr gleichförmigen Stromverbrauch haben. Im Jahr 2011 wurde dies bundeseinheitlich in die sogenannte »7.000-Stunden-Regel« gegossen. Die Regel funktioniert so: Verbraucht ein Unternehmen mit zum Beispiel 1 Megawatt Spitzenleistung mehr als 7.000 Megawattstunden Strom, zahlt es niedrigere Netzentgelte. Da ein Jahr nur 8.760 Stunden hat, muss der Verbrauch eines solchen Unternehmens offenbar recht gleichmäßig anfallen, um einen so hohen Wert bezogen auf die Spitzenleistung zu erreichen. Übersetzt bedeuten 7.000 von 8.760 Stunden eine etwa 80-prozentige Auslastung des Netzanschlusses über ein ganzes Jahr. Zum Vergleich: Normale Haushalte nutzen ihren Netzanschluss nur zu etwa 10 Prozent aus. Ihr Verbrauch schwankt um einen Faktor 8 stärker als der eines Unternehmens in der 7.000-Stunden-Regel. Andere Länder sind noch »innovativere« Wege gegangen, um ihre Grundlastkraftwerke auszulasten – im Falle Belgiens die Atomkraftwerksflotte. Um den nächtlichen Stromverbrauch zu erhöhen und diese Kraftwerke besser auszulasten, wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren sogar eine flächige Beleuchtung der belgischen Autobahnen eingeführt und schrittweise ausgebaut. Man sieht: Auch in der alten Energiewelt wurde viel dafür getan, den Verbrauch an die Eigenschaften und Stärken des damaligen Kraftwerksparks anzupassen. Konstante Last war bares Geld wert. Warum bringe ich dieses "banale" Beispiel?!? Nun, im oben genannten Buch wird unser Stromverbrauch in Verbindung mit Eneuerbaren gerne mit einer Ente verglichen (Duck-Shape). "Ja, kenne ich. Warum schreib ich das?" Denkt sich der Eine oder Andere jetzt. Nun, mein Problem ist: Warum war es damals ok, den Verbrauch anzupassen und sinnlos Geld zu "verbrennen" und wir bekommen es heute nicht hin den Netzausbau voranzubringen und genügend Speicher zu installieren um den Überschuss zu puffern und zu verteilen? Damit kommen zu einer weiteren Komponente zu unserem Thema: Geld Aber hier höre ich mal auf, ich habe eh zuviel geschrieben... schei... Freizeit im Urlaub ;-)