Moin, Und was ist mit denen, die die Briefwahl nutzen? Also diejenigen, die damit rechnen müssen, am Wahlsonntag zu arbeiten und einen langen Arbeitsweg haben. Oder denen, die am Wahlsonntag nicht vor Ort sein können? Unvollständige Liste: Krankenpfleger, Altenpfleger, Hebammen, Lokführer, Zugbegleiter, Stewardessen, Piloten, Seeleute, Binnenschiffer, Kraftwerksmitarbeiter, Anlagenführer in Chemieanlagen mit 24/7-Betrieb, Stahlwerker, Busfahrer, Polizisten, Soldaten usw. Da kommen dann mobile Teams überall hin? Es fährt also ein mobiles Team z.B. aus Sachsen-Anhalt in eine Kaserne nach Ostfriesland, weil da einer am Sonntag Wache schiebt? Und die sind zum Schließen der Wahllokale wieder vor Ort? Was ist mit den Pflegebedürftigen, die zu Hause betreut werden und bei denen die Familienangehörigen die Wahl unterstützen? Kommt da auch das mobile Team? Oder verlieren diese Leute durch die falsche Berufswahl ihr praktisch Wahlrecht? Aber das wäre ein Eingriff in deren Freiheit der Wahl. Der großflächige Wahlbetrug ist erstmal eine Behauptung. Es gibt in Deutschland wenig bestätigte Fälle von Wahlbetrug durch Briefwahl: insgesamt wurden 2024 und 2026 bei zwei Wahlen insgesamt 185 Stimmzettel verändert. Die Täter sind verurteilt bzw. angeklagt (Dresden 2024 und Wülfershausen 2026, nach https://kommunal.de/briefwahl-manipulieren-wahlfaelschung). Mit der Briefwahl wird hier ein Einzelaspekt der Wahl überproblematisiert. Die Wirkungen dieser "Problemlösung" werden dabei überhaupt nicht betrachtet. Diese Wirkungen können viel größere, negative Auswirkungen haben und schränken andere Wahlgrundsätze ein. Wer diese Denke anwendet, muss alles einschränken, was missbraucht werden kann. Und es muss mehr kontrolliert werden. Die Problematisierung der Briefwahl selbst hat schon eine negative Wirkung: das Vertrauen in die Wahl wird erschüttert. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. @phantomas Du hast meine Frage nach der Fundstelle für die "schlechte Kontrolle der Briefwahl" noch nicht beantwortet. Viele Grüße Roland