Bei Personenwagen, die von Privatkunden gekauft werden, kannibalisieren sich die Stellantis-Marken gegenseitig. Zu diesem Problem gibt es ja auch zahlreiche Medienberichte (Stellantis hat zu viele Marken...). Ob es nun Badge Engineering oder eine schlecht umgesetzte Plattformstrategie ist, sei dahingestellt. Bei vielen Fahrzeugen spielt es für den Kunden kaum eine Rolle, ob er einen Peugeot, Fiat, Citroën oder ein anderes Stellantis-Modell kauft. Eine wirkliche Auswahl zwischen den Marken gibt es oft nicht, weil die Fahrzeuge technisch und zum teil auch Optisch nahezu identisch sind. Gefällt einem ein Modell nicht, gefällt es einem meistens auch bei einer anderen Stellantis-Marke nicht. Somit macht es wenig Sinn, dass dasselbe Fahrzeug unter mehreren Marken angeboten wird – dadurch verkauft man nicht automatisch mehr. Bei Nutzfahrzeugen ist das Problem mit Glaubwürdigkeit und Emotionen weniger ausgeprägt. Bei Personenwagen sieht es jedoch anders aus: Wenn ein Lancia im Wesentlichen ein teurerer, umgelabelter Peugeot ist, verliert die Marke ihre historische Einzigartigkeit. Wenn ein DS 3 offensichtlich ein umgelabelter Peugeot 2008 mit 1,2-Liter-PureTech-Motor ist, glaubt kaum jemand wirklich, dass es sich um ein Premiumprodukt handelt und zahlt dafür 5000.- mehr. Und wenn Alfa Romeo nur noch Stellantis-SUVs baut, wird es schwierig, weiterhin glaubwürdig für sportliche Autos zu stehen. Wer früher einer bestimmten Automarke wegen ihrer Technik, ihres Designs, ihres Komforts oder ihrer Fahrdynamik treu war, hat heute immer weniger Gründe, dieser Marke treu zu bleiben, wenn sie genau das nicht mehr bietet, wofür sie ursprünglich stand. An diesem Punkt steht die Chinesische Konkurrenz bereit.