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Neue Argumente für Tempolimit!

Hervorgehobene Antworten

Auch wenn das Thema schon ziemlich durchgekaut ist. Hier eine Meldung von heute, zu unserer Erbauung. Möge die Weisheit mit Euch sein!

Verkehr: Berufungsprozess gegen rasenden Testfahrer klagt auch Bundesregierung an (07.07.04)

Anlässlich des Prozessbeginns um den Autobahnraser in Karlsruhe am Dienstag kritisiert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. die jahrelange Untätigkeit der Bundesregierung in Sachen Tempolimit. Durch das enge Auffahren eines Rasers war auf der Autobahn eine junge Frau und ihre kleine Tochter tödlich verunglückt. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung hätte Leben retten können, aber die Bundesregierung hatte in diesem Jahrtausend noch nicht einmal den Mut, Forschungsaufträge zu den Effekten eines Tempolimits zu vergeben. Die Ergebnisse solcher Studien würden mit hoher Wahrscheinlichkeit der Absicht des selbsternannten Autokanzlers widersprechen, kein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen einzuführen.

Die ganze Nachricht im Internet: http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php4?Nr=8852

Na, ja, dazu kann man ja stehen, wie man will. Aber:

Wer sich verkehrswidrig (gefährlich, rüpelhaft, egoistisch oder sonstwie) verhalten will, der tut es auch

ob mit ohne Gesetze.

Bestes Beispiel: Trotz einer tollen Geschweindigkeitsbeschränkung auf 120 km/h raste ein XXXXX mit mind. 160 Sachen an mir vorbei. Also, was solls.

crollide postete

Durch das enge Auffahren eines Rasers war auf der Autobahn eine junge Frau und ihre kleine Tochter tödlich verunglückt. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung hätte Leben retten können

Die Unfallursache war wohl eher der zu geringe Abstand des Rasers, bzw das Erschrecken der Frau, weil der Typ so dicht hinter ihr klebte. Sowas kann bei jeder Geschwindigkeit passieren. Durch ein Tempolimit wird sich nichts daran ändern, daß es Leute gibt für die das Wort "Sicherheitsabstand" nicht gültig ist. Hier wird einfach permanent in die imho falsche Richtung geschossen.

Die Geschwindigkeit des Rasers betrug geschätzte 280 km/h. Die der Frau ca. 130 (Verbessert mich falls ihr die Zeitungsberichte vorliegen habt)

Wir reden hier jedenfalls von einer Relativgeschwindigkeit von ca. 130 km/h

Da sind die 40 - 50 km/h die besonders mutige Leute im begrenzten Bereich schneller fahren harmlos.

Es ist sogar noch gefährlicher als mit 130 auf ein stehendes Hindernis zu zu fahren, weil der Wagen der Frau selber noch "schnell" war.

Ich warte noch darauf, daß noch einer sagt "die Frau wäre selber schuld, wenn sie nicht austofahren kann, hat sie links nicht zu suchen und es nicht besser verdient".

Solche Kommentare kann man jedenfalls in www.radarfalle.de finden.

Eine Seite die ich gerne mal abschießen würde.

>Wer sich verkehrswidrig (gefährlich, rüpelhaft, egoistisch oder sonstwie) verhalten will, der tut es auch

ob mit ohne Gesetze.

Mit diesem Argument könnte man gleichsam auf Ampeln, Vorfahrtschilder, Stoppschilder, Zebrastreifen etc verzichten, weil, wer sich nicht dran halten will, der tut es auch nicht ...

Dass es immer einzelne geben wird, die sich an keinerlei Regeln halten bedeutet ja nicht, dass man deshalb auf das Aufstellen von Regeln grundsätzlich verzichtet.

Anhalteweg bei 280 km/h, trockener Fahrbahn und ABS: mind. 450 Meter

Wenn ich in diesem Land etwas zu sagen hätte dürfte Turbo-Rolf 5 Jahre lang stillgelegte Bahnstrecken reaktivieren. Mit 10 anderen Raserschweinen* an der gleichen Kette, bei Wasser und Brot und Arbeitsmotivation in Form einer neunschwänzigen Katze. Schön umweltfreundlich mit der Stopfhacke die Gleise aufbauen.

*Alle machoiden Spinner die bei dem Versuch ihre Minderwertigkeitskomplexe durch Autorasen zu kompensieren jemanden totgefahren haben. Auch die beiden Türken die in Köln in die Menschengruppe gerast sind und den Sohn des OB getötet haben.

@Rene: Und das bringt konkret was ? Meinst du bringst damit die rasende Fraktion (ab wieviel km/h über der erlaubten Geschwindigkeit wird man dazu) zur Vernunft ?

Wenn jemand mit 280 durch die Gegend semmelt, ok, das zählt für mich auch zu Rasen. Wenn man nun aber 110 auf der Landstrasse fährt, um im Verkehr mitzuschwimmen, ist das dann schon rasen ? Oder wird das noch toleriert ?

Wir sollten uns doch alle selbst mal an die Nase fassen und nachdenken, ob wir uns immer und überall an sinvolle und in unseren Augen sinnfreie Begrenzungen halten.

Ein Verhalten eines anderen zu bewerten macht immer mehr Spass, als das eigene mal auf die Goldwaage zu werfen.

Es gibt Staaten/Countys in den USA da werden Leute die betrunken jemanden totgefahren haben wegen Mordes angeklagt. Man vergleicht es dort damit, daß jemand sich genauso gut im Suff mit der Waffe auf die Straße stellen und rumballern würde. OK, das gibt bei der deutschen Weicheierjustiz ja auch mildernde Umstände.

Es hat auch mal ein BMW-Bonze geschafft mit 3%o mit 140 durch Hamburg Innenstadt zu rasen und eine Studentin in einem Fiat Panda zu töten auf die er ungebremst drauf ist. Sein teurer Anwalt hat argumentiert, daß er so hackedicht war, daß er gar nicht mehr wußte, das er Auto fährt und das man das betrunken nicht tun sollte. Ergebnis ein paar Tagessätze und ein Jahr mit Chaffeur zu den Terminen. Den Chaffeur hat er dann durch irgendeinen Winkelzug seines Steuerberaters sogar noch abgesetzt.

Man macht schonmal im Suff dumme Sachen. Ich habe mal in ein SL-Cabrio gepinkelt.

Aber interessant folgendes: Würde ich im Suff einen nagelneuen AMG-SL oder ein BMW X5 SUV abfackeln, würde ich bis an mein Lebensende Schadenseratz für die Karre leisten.

Würde ich im Suff einen Fußgänger totfahren, käme das billiger

René

Nee, selber Schuld u.s.w. zu sagen ist ungerecht und zeugt von recht eingeschränktem Denken. Es sieht zwar so aus, als hätte die Frau selber vor Schreck das Steuer verissen, aber diesen Fahrfehler hat der andere (ich vermeide hier jetzt mal Begriffe wie "Raser" und den ihm gegebenen Spitznamen) durch sein Verhalten provoziert. Damit ist er schon der Verursacher. Ich achte grundsätzlich darauf, daß ich bei jeder Annäherungsgeschwindigkeit mich meinem Vordermann langsam nähere und auch nicht zu nahe komme. Interessanterweise machen die Leute vor mir dann auch viel bereitwilliger Platz, da ich so weder Angst noch Trotzreaktionen auslöse. Dabei bin ich auf unbegrenzten Strecken, wenn es geht auch, mit >180, eher 200 unterwegs. Trotz dieser Geschwindigkeiten brauche ich keine Lichthupe.

Ich bleibe dabei: fast jeder, der als "Raser" definiert wird, legt seine Rücksichtslosigkeit NICHT durch seine Geschwindigkeit, sondern durch falsches Abstandverhalten an den Tag. Daran wird auch kein Tempolimit etwas ändern, und die Regeln mit den Abständen sind klar genug definiert. Die Exekutive ist zu personell zu unterbesetzt, um die ausreichenden bestehenden Regeln konsquent genug zu überwachen. Da machen neue Regeln wie ein Tempolimit keinen Sinn.

@chimbuka:

soooo hatte ich das nicht gemeint... meine Aussage sollte für diesen konkreten Fall sein: Auch ein Tempolimit würde niemals verhindern, das manche/einige/viele? trotzdem schneller fahren.

Damit stellte ich nicht die allg. notwendigen Regeln, Gesetze und Schilder in Frage. Sondern nur ein Tempolimit.

beteilige mich an solchen Diskussionen zwar ungern, aber ein Aspekt

fehlt mir dabei immer:

Gesetze -- und insbesondere das Strafmass bei Verletzung derselben --

sind _auch_ Ausdruck der Gesellschaft bzgl. ihrer Wertvorstellungen,

d.h. was wichtig ist, gerne gesehen, weniger sozial oder ganz und gar

inakzeptabel. Ich denke, es herrscht breiter Konsens darueber,

dass es absolut inakzeptabel ist, dass jemand mit 280 Sachen ueber

die Bahn fegt, waehrend andere sich an die Richtgeschwindigkeit halten,

egal ob es dabei zu einem Unfall kommt oder nicht.

In diesem Fall hat es medienwirksamerweise ausgerechnet eine junge

Mutter mit ihrem Kind toedlich getroffen. Das ist aber "nur" das Resultat des

ruecksichtslosen Verhaltens des Rasers. Die eigentliche Tat fand schon

vor dem Crash statt! Dieses Verfahren fuehrt uns auf drastische Weise

vor Augen, dass ein generelles Tempolimit keine Frage von freier Fahrt

fuer freie Buerger ist, sondern eine Frage des Umgangs miteinander.

Natuerlich koennte auch weiterhin ein Raser gegen ein allgemeines Tempolimit

verstossen und mit 280 durch die Gegend brettern. Allerdings wuerde sich die

Schuldfrage in einem Fall wie diesem dann ganz anders stellen.

Die Argumentation des VCD ist deshalb fuer mich absolut nachvollziehbar.

Nachdenkliche Gruesse,

Harald.

  • Ersteller

Tja, eigentlich wollte ich ja nur einen Denkansatz bieten.

Aber, soweit kann ich nur erstmal plädieren "Sensenmann for president"! ;-)

Oder, wie er in Post 7 schreibt, wie es in USA abgeht. Ist natürlich kein Vergleich für unsere (angebliche) Zivilisation, Und man kann auch lange drüber philosophieren, wie es die Cowboys machen. Aber, stellt Euch nur mal vor, es wäre so? Vor allen bei UNSERER Verkehrsdichte!! Dann wäre die Diskussion zum Tempolimit schnell abgehakt! Ich erlebe die Raser jeden Tag auf der A3: ca. 10km Tempo 100 wegen kurvigen Gefälle mit hoher Unfallrate, aber das stört die wenigsten...

@ Cpicasso

In USA funktioniert es (weitestgehend) mit Tempolimit. Sind wir evtl. doch doofer wie die Ami's??

Gutes Schweben,

Christian

Was ich vor allem irrwitzig finde ist, daß man ausschert um jemanden zu überholen der deutlich langsamer ist, hinter einem ist der übersehbare Teil der Autobahn völlig frei und noch während des Überholvorgangs hat man 4 Xenon-Scheinwerfer am hinteren Nummernschild. Obwohl man durchaus zügig unterwegs ist. Es bleibt bei dem Problem Relativgeschwindigkeit und Anhalteweg. Für LKW und Gespanne sind 80 immerhin reglementiert. Eine Geschwindigkeitsdifferenz zwischen 80 und 280 absolut legal. Wer hinter einem LKW aufgelaufen ist, braucht in dem Moment wo er nach links geht mit einem normal motorisierten Auto etliche Sekunden um überhaupt auf 100 zu kommen. Wie weit kann man eigentlich bei normaler Sehschärfe über den Rückspiegel eine gerade Autobahn bei normaler Witterung überblicken und die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs auf der linken Spur einschätzen?

Ich denke da gibt es biologisch und physikalisch einen Grenzwert. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit kann man nicht mehr sagen, daß der rücksichtslose Schleicher, dem Schnellfahrer vor die Nase zieht. Sondern der Schnelle ist so schnell, daß er von den vorausfahrenden nicht mehr gesehen werden KANN!

Die Raserdiskussion paßt eigentlich nicht so recht zu diesem Thema. Für mich gibt es eigentlich nur drei wesentliche Gründe für ein Tempolimit:

1) Es kann eine höhere Verkehrsdichte bzw. -durchsatz auf den Straßen bewältigt werden, wenn die notwendigen Sicherheitsabstände gleichmäßig sind und nicht so hoch sein müssen, unter der Vorraussetzung, daß sich die meisten Fahrzeuge dann mit fast der gleichen Geschwindigkeit bewegen:

2) Die Sicherheitsstandards der Straßen können evtl. vereinfacht werden (und damit Kosten gespart), wenn eine Straße 'nur noch' bis x km/h ausgelegt sein muß. Ich weiß allerdings nicht, auf welches Tempo sie jetzt ausgelegt sind.

3) Nebenbei wird noch der durschnittliche Spritverbrauch gesenkt.

Und ja, das sind Einschränkungen der persönlichen Freiheit, die sich bei steigender Verkehrsdichte aber wieder relativieren.

Momentan nehm ich es niemanden übel, wenn er schnell und kontrolliert fährt, so lange kein anderer darunter zu leiden hat. Im Fall von Rolf F. geht es um _Nötigung_, und nicht nur darum, wie schnell er unterwegs war. Jemanden Nötigen kann ich auf einer innerstädtischen Schnellstraße auch, wenn ich ihm mit einem Dodge Ram auf 50cm auffahre und das 'übliche Programm' abziehe. Immerhin ist dieser Tatbestand nicht zum Spaß eingeführt worden.

hallo,

ich denke, ein urteil über den angeklagten darf sich nur erlauben, wer die ganze geschichte kennt, also langsam mit den pferden.

mag ja sein, dass der gute mann kurz vor dem auto der verunglückten noch über 200 drauf hatte, in der teilweise im fernsehen gezeigten simulation war aber die rede davon, dass der fahrer (wer auch immer) wohl einige sekunden mit lichthupe hinter ihr gefahren ist, also wird er wohl für den moment des unfalls genau dieselbe geschwindigkeit gehabt haben müssen zumindest in dem moment eben. also zeiht die zeterei gegen hohe geschwindigkeiten wieder nicht, denn wenn der mann mit 130 auf ein 100 kmh fahrendes auto auffährt und drängelt, dann ist er der hier gerne propagierten meinung nach ja kein raser.

dass in beiden fällen der gebrauch des temporär abgeschalteten hirns nötig wäre, ist meine meinung.

ohne pietätslos wirken zu wollen, aber auch die junge frau trägt evtl. mitschuld an dem unfall. die frage, die man sich trotz aller trauer stellen muss, ist doch auch die, ob jemand der nicht in der lage ist, sein auto auch in brenzligen situationen zu beherrschen, überhaupt auto fahren sollte. was wäre denn passiert, ein reh wäre plötzlich vor ihr aufgetaucht, oder ein verunfalltes auto am mittelstreifen oder verlorene LKW-ladung ... dieselbe nummer, wer dann nicht ein mindestmass an reaktion und beherrschung über sein auto hat, der verunfallt.

aber wie gesagt, ich kenne nicht alle umstände und alle details zu dem unfall, es herrscht mir nur viel zuviel voreingenommenheit.

deswegen hirn an, auf der strasse und anderswo.

gruss, kris

na ja, so richtig legal ist eine Geschwindigkeitsdifferenz von 80 zu 280 nicht.

Das Problem ist eher, dass die Regeln der StVo nach Vorbild des kategorischen

Imperativ voraussetzen, der Mensch sei ein- und umsichtig und es sei doch

sonnenklar, dass man eben NICHT mit 280 an einer LKW-Kolonne vorbeizieht,

immer genuegend Abstand haelt, etc...

Es zeigt sich aber: sehr vielen ist es NICHT sonnenklar!

Offenbar sind viele nicht faehig, die Gefahr richtig einzuschaetzen und brauchen

deshalb weitere Regeln, die nicht so viel Denkleistung voraussetzen --

sprich, die auch die ganz Daemlichen kapieren ;-)

Beispiel Kreuzung: prinzipiell ginge es auch ohne Ampel. Ist alles genau geregelt.

Die Erfahrung lehrt uns aber, dass viele bei der heutigen Verkehrsdichte

an ampellosen Kreuzungen schlichtweg ueberfordert waeren. Eine Ampel

hilft deshalb sehr, Unfaelle zu vermeiden. (oder inzwischen auch der Kreisverkehr).

Das System ist einfach zu kapieren, so gut wie alle halten sich dran, prima.

Wer aber eine rote Ampel ignoriert und dadurch einen Unfall herbeifuehrt, der

kommt aus dieser Nummer nicht mehr raus, egal ob der andere durch

besonnene Fahrweise den Unfall noch haette vermeiden koennen oder nicht.

Uebertragen auf das Tempolimit: faehrt jemand schneller als erlaubt (kann man

leicht am Tacho ablesen ;-), weiss der Normalfahrer sofort, dass er sich nicht

richtig verhaelt. Die allermeisten wuerden sich an das Limit halten. Da bin ich mir

sicher. Und mancher, der heute noch ohne Unrechtsbewusstsein mit 200km/h

an einer LKW-Kolonne vorbeizieht, wuerde seine Einstellung aendern, WEIL

er jetzt ganz sicher weiss, dass das nicht ok ist.

sorry, wer mit einer sache überfordert ist und dadurch andere gefährdet solls bitte generell bleiben lassen => sprich den schein abgeben.

wenn er's rechtzeiig bemerkt, schon ;-)))

>Damit stellte ich nicht die allg. notwendigen Regeln, Gesetze und Schilder in Frage. Sondern nur ein Tempolimit.

Warum soll ausgerechnet beim Tempolimit etwas anderes gelten?

>sorry, wer mit einer sache überfordert ist und dadurch andere gefährdet solls bitte generell bleiben lassen => sprich den schein abgeben.

Eben. Und weil Turbo Rolf offenkundig charakterlich mit dem Führen eines Kfz überfordert ist, steht er nun vor Gericht ...

>Ich bleibe dabei: fast jeder, der als "Raser" definiert wird, legt seine Rücksichtslosigkeit NICHT durch seine Geschwindigkeit, sondern durch falsches Abstandverhalten an den Tag

Welchen Abstand soll man bei 250 km/h und mehr einhalten? Kein einziger kann das, weil der Verkehr dann vollends zum erliegen käme. Jeweils einen halben Kilometer zum Vordermann freilassen? Wie soll das gehen, wenn Leute wie geschildert dann mit 130 oder einen LKW überholen? Da hängt der Raser im Nu hinten drauf, ob er will oder nicht. Die Geschwindkeit als solche stellt bereits einen Risikofaktor dar, weshalb folgerichtig der Bundesgerichtshof schon vor Jahren jenem Unfallbeteiligten eine Mithaftung zugesprochen hat, der mit höherem Tempo als Richtgeschwindigkeit 130 in einen Unfall verwickelt ist. Schaut euch mal Tests an, bei denen die Augenbewegungen der Fahrer festgehalten und computermäßig ausgewertet werden.,Je höher die Geschwindigkeit, desto weniger sind selbst gut trainierte Fahrer in der Lage, noch irgendetwas rings um sich wahrzunehmen, es entsteht ein extremer Tunnelblick, der nur noch unmittelbar voraus gerichtet ist. Augenbewegungen zu Spiegeln etc. finden immer weniger bis überhaupt nicht mehr statt, was seitlich passiert wird nicht mehr erkannt etc.

Mal eine allgemeine Frage an die Tempolimitgegner: gibt es irgendeine Geschwindigkeitsbegrenzung, die ihr für angemessen halten würdet? 250? 300? 350? Lacht nicht über die Werte, schaut euch die technische Entwicklung an, alles schon da oder absehbar.

... ich fürchte einen endlos-Thread....

... jeder hat ja irgendwie Recht....

Trotzdem werden auch in USA, Schweiz und Österreich manchmal die Speed Limits überschritten - das weiß ich aus Erfahrung. Zwar nur, wenn keine Kontrolle da ist, aber immerhin.

Und trotz allem: Statistiken belegen, das nur wenige BAB-Stücke "frei" sind, bei uns in der Nähe sind 2- und 3-spurige Bahnen mit 80 bzw. 100 versehen. Wegen Lärmschutz (leider ist weit und breit keine Bebauung zu sehen).

Wer verantwortungsbewußt fährt, wird auch nicht - wie als Beispiel angeführt - mit über 200 an einer LKW-Kolonne vorbeifahren. Aber wie gesagt - Ausnahmen gibt es immer und wird es immer geben - egal welche Gesetzte und wieviele Limits es sind.

mal ne gegenfrage: was ist mit den leuten, die schon bei 60 net mehr kapieren, was um sie herum passiert?

die diskussion lohnt nicht, da hier ständig zwei paar schuhe in einen topf geworfen werden und dann die grosse gesetzeskeule zum rühren gerufen wird.

allein "turbo rolf", das zeigt schon, dass hier noch ganz andere nen tunnelblick bei 0 kmh haben.

Zur Charakterlichen Eignung:

Turbo Rolf durfte 280 fahren. Er steht nur vor Gericht weil erst jemand erst zu Tode kommen mußte und auch nur weil sich die Presse dahinter geklemmt hat und die Meinung "die dusselige Kuh ist selber schuld wenn sie nicht fahren kann" öffentlich ausgeblendet wurde.

Wäre Turbo-Rolf bei Limit 130 trotzdem 180 gefahren, hätte er schon nur durch die Anwesenheit eines Radargerätes die Vorzüge des ÖPNV kennengelernt.

Hätte er das ein paarmal gemacht, wäre er länger auf den ÖPNV angewiesen.

Würde er dann ohne Lappen fahren (auch nur 130) würde ich dafür sorgen das er für gewisse Zeit den ÖPNV aktiv vorantreibt (Bahnbau unter oben genannten Bedingungen)

Kurz gesagt, man könnte einen Turbo-Rolf sanktionieren ohne das durch ihn tatsächlich jemand zu Schaden gekommen ist.

René

UUUUUUUUUUUUUAAAAAAAAAAAAHHHH!!!!

Ich kann diese dämliche Autobahn-Raser-Diskussion nicht mehr hören. Und schon gar nicht mehr die absolut bescheuerte Wort-Kreation Turbo-Rolf. Und das die ganze Geschichte intrumentalisiert wird, um über Tempo-Limit zu diskutieren finde ich zumindest fraglich. Schließlich ist auch noch keiner auf das schmale Brett gekommen, alle Küchenmesser zu verbieten (oder zumindest die Länge der Klinge gesetzlich zu beschränken). Dabei kann man auch mit einer 5 cm langen Klinge, schwere bis tödliche Wunden verursachen.

Euer ganzes Wissen über den o.g. Fall habt ihr aus (Bild?)-Zeitung, Fernsehen und Radio. War einer von euch dabei? Hat einer von euch den Unfall selbst miterlebt? Trotzdem hat man den Eindruck, das ganz Deutschland aus Hobby-Anwälten, Hobby-Richtern, Hobby-Verkehrexperten und Hobby-Unfallgutachtern besteht. Es ist ja schön, wenn einige daraus für sich eine Lehre ziehen und zum Beispiel langsamer fahren. Aber es nervt mich an, wenn man versucht anderen ständig seine Meinung überzustülpen, weil man meint es wäre der einzig richtige Weg.

Und ob ihr es glaubt oder nicht: Wir leben hier in einem Rechtsstaat. Und jedem steht das Recht auf Berufung in einer Strafsache zu, daran gibt es nichts zu rütteln. Was dann dabei rauskommt ist eine andere Sache. Ich frage mich allerdings, ob wir keine anderen Probleme haben, als mit dem Zeigefinger auf andere Leute zu zeigen.

Gruß

Fred

Bleib cool, Fred. Es geht um's Speedlimit. Dass dann manchen der Mann mit dem schnellen Namen einfällt ist doch normal. Ich habe mich zu dem Fall noch nie geäußert - aber sein Name in Verbindung mit seinem Beruf - das ist schön Zündstoff, der in diese Diskussion passt. Schließlich arbeitete jemand mit einem solchen Nickname für ein Autounternehmen, dass inzwischen weit über 500 PS in ehemals komfortable Reiselimousinen einbaut, für ein Unternehmen, welches die Diskussion über ein Tempolimit am liebsten im Keime ersticken würde.

@ all

Ich bin viell schnell gefahren, und mir macht's immer wieder Spaß schnell zu fahren. Aber: Wer nachdenkt, ist für ein Tempolimit. Selbst nach dem dritten Thread zu diesem Thema habe ich noch kein einziges rationales Argument gegen ein Tempolimit gelesen.

Was mich erschreckt - und dazu brauchen wir nicht in den "Radar-Thread" - ist die kühle Selbsüberschätzung und die geradezu assoziale Arroganz derjengen, die andere für vermeintlich unfähig halten ein Auto so sicher zu führen wie sie selbst glauben, es zu können.

Selbst wenn dem so ist, in unserer Gesellschaft gibt's Schwächere und Stärkere. Ein großer Wert in unserer Kultur ist, dass die Stärkeren auf die Schwächeren Rücksicht nehmen sollten. Das funktioniert in der Regel leider überhaupt nicht, weil die Stärkeren ihre Stärke ausnutzen, ja auch noch darauf pochen.

Interessant ist es dann, wenn ein vermeintlich Stärkerer mal selber schwächer ist. Nur eine andere Situation ist nötig, oder ein unerwünschter Zwischenfall im Leben, und schon kann man zu den Schwächeren gehören. Wollen wir wetten dass solche Entkräftete dann ganz laut nach ihrem Recht des Schwächeren rufen?

( Edith: Komisch, dass immer was passendes im spiegel steht :-)) )

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,307728,00.html

Gruß

Holger

PS: Habt ihr schon mal daran gedacht, wieviele 120er Schilder verschwinden würden, wenn generell 130 gilt?

hallo,

ich kann schon verstehen, dass es für viele kein rationelles argument gegen ein limit gibt. vielleicht gibts auch garkeins.

ich sträube mich nur generell gegen eine unsinnige beschneidung von rechten und gegen unnötige reglementierungen, weil das zu grossen teilen auch zur folge hat, dass eben niemand mehr sein handeln mit selbstverantwortung und mit nachdenken begründet. gleichmacherei stumpft ab.

nachdenken, eigenverantwortung trainieren und anwenden, das ist die lösung. nur eigenverantwortung kann man nur entwickeln wenn man die freiheit dazu hat und dass das immer weniger leute in diesem land haben drückt sich ja in vielen bereichen durch die mutlosigkeit und lethargie der menschen aus.

wir brauchen eigentlich nur eine regel: wer rechte hat, hat auch pflichten. erst wenn man denen nachkommt, hat man auch recht - nicht dann wenn es gerade ne passende reglementierung gibt.

gruss, kris

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