9. Juli 200422 J. Ich pendel fast täglich über die A45 zwischen Dortmund Hafen und Lüdenscheid Mitte. Der Weg nach Lüdenscheid ist bis auf ein Stück zwischen Herdecke und Schwerte Ergste ohne Limit. In diesem Stück herrscht Tempo 100. Der Rückweg ist komplett aus 120, bzw 100 limitiert. Meine Beobachtung ist sehr konträr zu den Argumenten für ein generelles Tempolimit: Der Weg nach Lüdenscheid ist wesentlich flüssiger zu fahren, mit deutlich weniger Staus. Auf dem Rückweg stockt der Verkehr immer wieder (fast täglich) und es passieren dort deutlich mehr Unfälle. Die Idioten, die einem fast in den Kofferraum kriechen hat man auf beiden Strecken, aber bei Tempolimit hat man lustigerweise mehr davon. Während es auf dem Hinweg nur die "üblichen Verdächtigen" mit ihren leistungsstarken Fahrzeugen sind, gibt das Tempolimit auf dem Rückweg auch den deutlich schwächer Motorisierten die Möglichkeit, mal zu schauen wie ein C5 aus der Nähe aussieht. Die Kolonnen, die komplett ohne Sicherheitsabstand fahren sind so also wirklich größer, und damit steigt auch das Unfallrisiko an. Ich denke, deshalb ist die Unfallhäufigkeit dort auch so viel Höher. Womit ich mich wieder in meinem Argument, daß nicht die Geschwindigkeit, sondern das Missachten der Mindestabstände die eigentliche Gefahr ist. Zugegeben, meine Ablehnung gegenüber einem generellen Tempolimit hat egoistische Gründe: 1. Fahrspaß (ich will selber entscheiden können, wie schnell ich fahre) und 2. Zeit. Ich habe oft genug Routen, die über mehrere Tage kreuz und quer durch die Republik führen. Da kommen so Sachen wie Hannover->Konstanz->Berlin ind drei Tagen auch schonmal vor. An diesen Tagen komme ich jobbedingt nicht vor 1-2 Uhr ins Hotel und muß am nächsten Tag meistens gegen 15:00 am nächsten Auftrittsort sein. Wenn da genügend Strecken ohne Limit bei sind kann ich einfach mal ne Stunde mehr Schlaf einkalkulieren und mir mehr Zeit beim Frühstück lassen und somit entspannter losfahren. Ich denke, daß ich damit sicherer unterwegs bin, als übernächtigt und von dauerndem Tempo 130 wieder eingeschläfert durch die Gegend zu tuckern. Bei mir gilt also nicht primär "Zeit ist Geld", sondern "Zeit ist Erholung". Daß man bei höheren Geschwindigkeit nicht deutlich eher ankommt kann ich nicht sagen. Da sind meine Erfahrungswerte anders. Die Zeitersparnis steigt mit der Länge der Strecke. Nun zum Thema Spritverbrauch: Ich habe es selber gemessen: Auf der Strecke Dortmund->Lüdenscheid mit Geschindigkeiten bis zu 200km/h liegt der Durchschnittsverbrauch meines C5 bei 8,3-8,5l auf der Strecke Lüdenscheid->Dortmund mit Tempolimit bei 7,9l. Diese Messung habe ich wiederholt durchgeführt. Der Unterschied ist zwar vorhanden, aber nicht soooo dramatisch.
9. Juli 200422 J. Wenn dich Autofahren ermüdet, sollest du vielleicht die anderen Verkehrsmittel wählen. Tut mir leid, die Aussage:"Ich muss schnell fahren, sonst schlafe ich ein" lasse ich schlicht nicht gelten. Wie fährst du dann auf Landstrassen ? Oder in der Stadt ?
9. Juli 200422 J. @ Blossom: Ich habe nicht gesagt, daß mich Autofahren ermüdet, sondern daß ich die Zeit, die mich ein Tempolimit u.U. kosten würde lieber in Erholung investiere. Im Gegenteil: Ich fahre gerne Auto. Ich würde nie (!!!) versuchen, Müdigkeit mit dem Adrenalinschub von hohen Geschwindigkeiten zu kompensieren. Im Gegenteil. Wenn es mir, warum auch immer, nicht gut geht, dann passe ich meine Geschwindigkeit daran an und fahre auch mal nur 100 oder lasse mich, wenn möglich, ablösen. Ich bin zwar ein überzeugter Gegner eines generellen Temolimits, muß aber nicht permanent und um jeden Preis Gas geben. Andere Verkehrsmittel wären für mich leider nicht praktikabel, da zu umständlich.
9. Juli 200422 J. ... von dauerndem Tempo 130 wieder eingeschläfert durch die Gegend zu tuckern ... Das habe ich dann wohl falsch verstanden oder ? Grüße von einem, der eh nur 130 - 140 fährt und komischerweise nach 130 km immer wieder die Nasen sieht, die ihn am Anfang der 130 km-Strecke überholt haben
9. Juli 200422 J. Dirk Pinschmidt ACCM posteteInteressant wären harte Zahlen der Toten aufgrund zu schnellem Fahren auf Autobahnen und der Toten aufgrund Alokoholmißbrauch auf Autobahnen. Lies Dir vielleicht einmal meinen Link zur Vision Zero durch. Die Grundaussage ist: Der Mensch macht Fehler! Die Vison Zero versucht Modelle zu entwickeln die Folgen der Fehler zu verringern. Sie gehen also beispielsweise grundsätzlich davon aus daß es immer Spritnasen geben wird die sich hackedicht ans Steuer setzen. Ein Tempolimit soll dann dafür sorgen daß die Trümmer nicht so weit fliegen, wenn der Suffkopp quer auf der Autobahn hinter einer Kurve steht und seinen Rausch ausschläft, bzw. man noch rüberziehen kann wenn er einem entgegen kommt. Die Sicherheit der Autos soll erhöht werden, daß man nicht völlig unschuldig im schwarzen Kombi mitfährt wenn die Saufnase gerade die Mittelleitplanke überfliegt. Und die Gesetze müssen verschärft werden, dahingehend daß jemand der auch nur leicht angeheitert auf dem Nachhauseweg angetroffen wird, erstmal eine Weile den ÖPNV nutzen darf, und daraus dann hoffentlich ein Lehre zieht. René
9. Juli 200422 J. Dirk Pinschmidt ACCM posteteVon wegen Kosten im Gesundheitswesen, da hängen Arbeitsplätze dran. Ein klitzeklein wenig auch meiner. Interessant wären harte Zahlen der Toten aufgrund zu schnellem Fahren auf Autobahnen und der Toten aufgrund Alokoholmißbrauch auf Autobahnen. Meine Meinung: Die Autobahn ist immer noch einer der sichersten Plätze für den Autofahrer. Auf Bundesstraßen, Landstraßen, etc ist die Gefahr in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt zu werden allein schon deshalb höher, weil einem da auch schon mal einer entgegenkommen kann (Gegenverkehr auf Grund baulich nicht getrennter Fahrbahnen). Das besagen auch auch einige Studien. Mein Fazit: Zahl der Toten und Verletzten fällt als ein Argument für ein Tempolimit auf Autobahnen flach. Außerdem: Nehmt dem Rene doch nicht die Arbeit weg!!! Gruß Fred
9. Juli 200422 J. @Blossom: O.K. nicht wirklich falsch verstanden. Ich denke schon, daß das permanente Halten einer nicht besonders hohen Geschwindigkeit nicht förderlich für die Aufmerksamkeit ist, was aber nicht heißen soll, daß man Müdigkeit und die dadurch eingeschränkte Aufmerksamkeit mit hohem Tempo kompensieren sollte. Natürlich ist Fahren auch Arbeit und ermüdet. Nicht umsonst gibt es ja die Fahrzeitenregelungen bei LKW, und auch PKW-Fahrer sollten je nach Strecke auch Pausen miteinplanen. Mich persönlich ermüdet es stärker, die gleiche Strecke in längerer Zeit zu fahren, als mit höherem Tempo und dadurch in kürzerer Zeit (ich rede hier von mehreren 100km). Ich fahre übrigens grundsätzlich vorschriftsmäßig. Wenn irgendwo ein Limit ist, halte ich mich daran (o.k. vielleicht +10km/h auf der Autobahn). Auf Landstraßen und in der Stadt erst recht. Wenn irgendwo kein Limit ist, dann entscheide ich nach folgenden Faktoren: Verkehrsdichte, Übersichtlichkeit der Strecke, Geschwindigkeiten anderer Verkehrsteilnehmer (ich drängle mir also nicht die linke Spur frei, und rechne auch damit, daß mal ein langsameres Fahrzeug überholen will) und ganz wichtig auch meine Tagesform. Kurz gesagt: Ich passe meine Geschwindigkeit so gut wie möglich an alles um mich herum an und versuche nicht, auf Biegen und Brechen ein bestimmtes Tempo zuerreichen. So fahre ich komplett Aggressionsfrei und komme immer recht entspannt auch nach langen Strecken an.
9. Juli 200422 J. >Selbst nach dem dritten Thread zu diesem Thema habe ich noch kein einziges >rationales Argument gegen ein Tempolimit gelesen. Selbst nach diesem Thread habe ich bisher noch kein rationales Argument für ein _generelles_ Tempolimit (auf Autobahnen) gelesen. Macht Euch doch bitte mal die Mühe und denkt über Eure Argumente (wie z.B. bessere Verkehrsdichte mit _generellem_ Tempolimit - gibt es eigentlich so viele Staus an den Auffahrten?) wirklich mal nach und überlegt, inwiefern diese 1. realistisch sind und 2. wirklich etwas mit einem _generellen_ Tempolimit zu tun haben. Wieviel Prozent der deutschen Autobahnen sind eigentlich reglementiert?
9. Juli 200422 J. > Selbst nach diesem Thread habe ich bisher noch kein rationales Argument für ein > _generelles_ Tempolimit (auf Autobahnen) gelesen. dann lies nochmal von vorne ;-)) Der Versuch einer einfachen Erklaerung: Ein Argument fuer ein Tempolimit ist die Reduzierung der Geschwindigkeitsdifferenzen der einzelnen Fahrzeuge untereinander. Vielleicht haette -- um zum Ausgangsposting zurueck zu gelangen -- besagte Mutter mit ihrem Kind den Unfall vermeiden koennen, wenn sie, wie Turbo-Rolf, ebenfalls 280 gefahren waere. Aber sie ist 130 gefahren und Turbo-Rolf 280. Die Differenz von 150 Sachen steht am Anfang der Ursachenkette fuer den Unfall. Ich denke, das wird niemand ernsthaft bestreiten wollen. Es gibt nun grundsaetzlich zwei Moeglichkeiten, diese Differenz zu verringern und damit solche Unfaelle zu vermeiden: 1. die Langsamen fahren schneller, sagen wir mal, mindestens 250 Sachen. 30 km/h Differenz zu Turbo-Rolfs & Co duerften dann noch gut beherrschbar sein ;-) 2. die Schnellen fahren langsamer, womit wir bei einer -- wie auch immer gearteten -- Tempolimitierung angelangt waeren. Einfacher kann ich's nicht erklaeren ;-))
9. Juli 200422 J. Geschwindigkeit Anhalteweg Autos / 1km Verweildauer [min] Durchsatz /1h 60 32,1 31,15 1 1869,16 100 70,65 14,15 0,6 509,55 130 108,5 9,22 0,46 255,23 150 138,12 7,24 0,4 173,76 180 188,89 5,29 0,33 105,88 200 227,03 4,4 0,3 79,28 220 268,59 3,72 0,27 60,92 250 337,36 2,96 0,24 42,68 Schade, das liest sich ja doof, ich schiebe es mal auf meinen Server ... http://www.diveils.de/pieps/autos.pdf
9. Juli 200422 J. Zum Thema Verkehrsdichte kann man sich beim Statistischen Bundesamt mal den Fahrzeugbestand mit Neuzulassungen im Vergleich zur Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur ansehen. Pro Jahr ist der Bestand an PKWs um jeweils mehrere 100.000 gestiegen, während die Verkehrswege die gleichen geblieben sind. Nimmt man dann noch den ansteigenden LKW-Transitverkehr durch die EU-Osterweiterung dazu, dann kriegen wir eine deutlich ansteigende Verkehrsdichte, die sowiso keine hohen Geschwindigkeiten mehr zuläßt. Spätestens dann ist es viel wichtiger, den Durchsatz hoch genug zu halten statt ein paar wenigen PKW-Fahrern den Spaß jenseits der 200km/h zu gönnen. Es ist ja nicht so, daß mir das besonders gefällt, aber für mich ist die Entwicklung recht klar.
9. Juli 200422 J. Stefan R. postete[iWenn irgendwo kein Limit ist, dann entscheide ich nach folgenden Faktoren: Verkehrsdichte, Übersichtlichkeit der Strecke, Geschwindigkeiten anderer Verkehrsteilnehmer (ich drängle mir also nicht die linke Spur frei, und rechne auch damit, daß mal ein langsameres Fahrzeug überholen will) und ganz wichtig auch meine Tagesform. Kurz gesagt: Ich passe meine Geschwindigkeit so gut wie möglich an alles um mich herum an und versuche nicht, auf Biegen und Brechen ein bestimmtes Tempo zuerreichen. So fahre ich komplett Aggressionsfrei und komme immer recht entspannt auch nach langen Strecken an. *zustimm* wegen der rolf-debatte: es ist vollkommen unerheblich wie schnell der mann letzlich war als er 5 kilometer hinter dem anderen auto war, was zählt ist die geschwindigkeitsdifferenz zum zeitpunkt des unfalls. wären das besagte 150kmh gewesen, hätte der gute mann wohl schwierigkeiten seine gerichtstermine wahrzunehmen ... warum fuhr die frau nicht rechts? in unmittelbarer nähe scheint ja niemnad gewesen zu sein!? grusss, kris
9. Juli 200422 J. >Spiegelleser wissen mehr: Was wissen sie mehr? Z.B.: "Zeugen hatten ausgesagt, ein roter Ferrari mit Weseler Kennzeichen sei so dicht hinter den Wagen der Opelfahrerin aufgefahren, dass diese das Lenkrad verriss und ins Schleudern geriet." Und? Welche Geschwindigkeit? Welche Rahmenbedingungen? >dann lies nochmal von vorne ;-)) Gebe ich so zurück. >Geschwindigkeit Anhalteweg Autos / 1km Verweildauer [min] Durchsatz /1h Ist das jetzt ein Argument für ein _generelles_ Tempolimit bei 60 km/h?
9. Juli 200422 J. @Thomas: Im Prinzip soll die Tabelle nur aussagen, daß je geringer die Geschwindigkeit, desto höher der Fahrzeugdurchsatz. Natürlich nur für Geschwindigkeiten <0 km/h :-) Man könnte nun also den Gesamtbestand an Fahrzeugen hernehmen, dividiert ihn durch km Autobahn und könnte anhand der Tabelle sehen: Aha, die anstehende Verkehrsmenge kann bei einer Geschwindigkeit von x km/h am schnellsten abgebaut werden. Dies gilt natürlich dann für alle. Nicht nur für die, die Spaß haben wollen. Ich glaube, ich möchte nachher auch wieder mal Spass am Autofahren haben und deshalb werde ich andere Leute schneiden. Mir doch egal, ob die dann in den Graben fahren, weil sie vielleicht nicht so schnell können oder wollen. Hauptsache ich habe Spaß... Irgendwie kommen mir beim Schreiben immer mal Luxemburgs Gedanken zum Thema Freiheit in den Sinn. Na Hauptsache die V6-Piloten und die C-, H-, TDi-Fahrer haben ihren Spass.
9. Juli 200422 J. "Ist das jetzt ein Argument für ein _generelles_ Tempolimit bei 60 km/h?" Schwarz/weiß-Malerei. Kennen wir. Erst Kompromisse ermöglichen Konventionen in einer Gesellschaft. Das Motto "Freie Fahrt" ist, wie hier sichtbar, recht kompromisslos.
9. Juli 200422 J. >Spätestens dann ist es viel wichtiger, den Durchsatz hoch genug zu halten statt >ein paar wenigen PKW-Fahrern den Spaß jenseits der 200km/h zu gönnen. Wenn viel auf der Autobahn los ist kann gar nicht so schnell gefahren werden. Wer Spaß an > 200 km/h hat kann ihn dann sowieso nicht ausleben. Und daher schon wieder die Frage, was das mit einem _generellen_ Tempolimit zu tun hat. >Aha, die anstehende Verkehrsmenge kann bei einer Geschwindigkeit von x >km/h am schnellsten abgebaut werden. Und was haben wir dann? Richtig, kein Argument für ein _generelles_ Tempolimit sondern ein Argument für ein intelligentes Verkehrsleitsystem, welches Limits u.a. aufgrund der Verkehrsdichte setzt. Wenn eine Autobahn so gut wie leer ist (gibt es auch) kann - wer will - auch schneller gefahren werden. >Schwarz/weiß-Malerei. Kennen wir. Unsinn. Lies doch einfach mal. Was sagt die Tabelle aus und in welchem Zusammenhang stett das mit einem _generellen_ Tempolimit? Und wo legst Du die Grenze warum wie hoch fest? Und warum nicht mehr, warum nicht weniger?
9. Juli 200422 J. Thomas Nolte postete>Spätestens dann ist es viel wichtiger, den Durchsatz hoch genug zu halten statt >ein paar wenigen PKW-Fahrern den Spaß jenseits der 200km/h zu gönnen. Wenn viel auf der Autobahn los ist kann gar nicht so schnell gefahren werden. Wer Spaß an > 200 km/h hat kann ihn dann sowieso nicht ausleben. Und daher schon wieder die Frage, was das mit einem _generellen_ Tempolimit zu tun hat. So eine Sauerei aber auch, da wird einem von den vielen anderen Verkehrsteilnehmern der Spaß genommen. Die trauen sich ja was, oder ? Das sind ja Schüfte! Oder wollen die vielleicht auch nur von A nach B, möglichst schnell aber dennoch stressfrei ? Bestimmt fahren die bloß so langsam vor euch her, um euch zu ärgern. Die haben alle garnix zu tun. Thomas Nolte postete >Aha, die anstehende Verkehrsmenge kann bei einer Geschwindigkeit von x >km/h am schnellsten abgebaut werden. Und was haben wir dann? Richtig, kein Argument für ein _generelles_ Tempolimit sondern ein Argument für ein intelligentes Verkehrsleitsystem, welches Limits u.a. aufgrund der Verkehrsdichte setzt. Wenn eine Autobahn so gut wie leer ist (gibt es auch) kann - wer will - auch schneller gefahren werden. Stimmt, und wenn dann einer bremst, dann haste ratzfatz nen Stau, weil der Durchsatz radikal absinkt, und damit kannste eh nicht mehr so schnell fahren ... Thomas Nolte postete >Schwarz/weiß-Malerei. Kennen wir. Unsinn. Lies doch einfach mal. Was sagt die Tabelle aus und in welchem Zusammenhang stett das mit einem _generellen_ Tempolimit? Und wo legst Du die Grenze warum wie hoch fest? Und warum nicht mehr, warum nicht weniger? Weil es einen Zusammenhang zwischen Verbrauch (als ökologisches Interesse) und Zeit (ökonomisches Interesse) gibt. Ich kann auch keinen verstehen, der hier tönt:"Mein Auto verbraucht eigentlich 8 Liter- nur letzens, da bin ich freiwillig maximal 200 km/h gefahren, da hat er mehr genommen!" Tut mir leid, da fehlt mir jegliches Verständnis für. Auf eine Strecke von 400 km gerechnet, weiter kommt man bei dem Tempo mit einem BX sicher nicht mit einer Tankfüllung, liegt der Zeitvorteil mit 180 gegenüber 130 km/h bei wahnsinnigen 0,4 Stunden. Das sind 24 Minuten. Und das soll es bringen ?
9. Juli 200422 J. Hallo Thomas! "Was sagt die Tabelle aus und in welchem Zusammenhang stett das mit einem _generellen_ Tempolimit?" Das generelle Tempolimit bringt wie wir spätestens in den letzten Threads gelernt haben Lösungen für viele Zusammenhänge/Situationen. Weniger Verbrauch, weniger Abgase, weniger Verschleiß, größere Reichweite, weniger Stress, Reduzierung der Härte von Unfällen und deren Folgen, auch Kosten... noch vieles mehr. De Tabelle ist also nicht alles, steht aber auch für einen Gewinn: Je langsamer, desto mehr Durchsatz pro Stunde. "Und wo legst Du die Grenze warum wie hoch fest? Und warum nicht mehr, warum nicht weniger?" Wie blossom schon schrieb - ein Kompromiss zwischen Mobilität und Ökologie. Die Grünen waren mal für Tempo 100, heute spricht sich eine Mehrheit der Befürworter für 130 aus. Ich bin für 130 bis 150. Eine Einigung kann aber nicht bei "egal" oder "jeder so wie er es einschätzt" liegen. Nicht bei den heute technisch möglichen Geschwindigkeiten, die Autos zu noch zu viel gefährlicheren "Waffen" machen als sie es schon immer waren. Kompromissfähigkeit ist Voraussetzung für eine Lösung, die für alle am meisten Sinn macht. Jeden drauf los fahren lassen - das ist leider inzwischen Chaos, Wild-West Manier - täglich zu beobachten nach dem Überfahren der Grenze von Frankreich nach Deutschland. Wenn wenigstens die Tendenz zu Eigenverantwortung und Vernunft zu erkennen wäre. Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Die Tendenz der letzten 15 Jahre deutet in Richtung Aggressivität, verursacht durch die zu individuellen Ansichten und Möglichkeiten bezgl. der Führung seines Fahrzeuges. Ich mag nicht mehr hören, dass hier einige Mustermänner alles im Griff haben. Stimmt wahrscheinlich, wenn auch nicht immer, bzw. garantiert immer. Aber um euch Mustermänner geht's ja nicht. Es geht noch nicht mal nur um diejenigen, die Wild West-mäßig drauf sind. Es geht um das gesamte Paket von Vorteilen für die Gesellschaft und deren Nachkommen. Ich fahre seit 31 Jahren Auto, kann die Entwicklung also ganz gut beurteilen. Daher auch meine Einsicht und mein ideologischer Wechsel zum Tempolimitbefürworter. Ich sag's noch mal: Ich fahre selber gerne schnell. Aber was auf Deutschland's Autobahnen läuft - so geht's nicht weiter. Gruß Holger
9. Juli 200422 J. >So eine Sauerei aber auch, da wird einem von den vielen anderen >Verkehrsteilnehmern der Spaß genommen. Die trauen sich ja was, oder ? Habe ich das gesagt oder ist das Deine Einstellung? >Das sind 24 Minuten. Und das soll es bringen ? Das kann Dir doch egal sein, Du mußt ja nicht 180 fahren. Davon einmal abgesehen: wie hast Du in Deinem Beispiel gerechnet? ich komme - ausgehend von gleichbleibender Geschwindigkeit auf den von Dir genannten 400km - auf einen theoretischen Zeitvorteil von über 50 Minuten.
9. Juli 200422 J. ein Vorschlag zur Güte: die (deutsche) Automobilindustrie baut in Eigenregie private Autobahnen fuer bestimmte Kernstrecken. Dort darf man dann gegen Entrichtung einer Gebuehr (Tollway) so schnell fahren, wie man will. Auf allen staatlichen Autobahnen gilt aber max. 130,140 oder 150 -- was auch immer. Vorteile: es gibt weiterhin Gruende, sich ein 280 km/h schnelles Auto zuzulegen bzw. solche zu produzieren, aber alle, die sich an der Raserei nicht beteiligen wollen oder koennen, haben die Moeglichkeit, ihr aus dem Weg zu gehen. Oder anders formuliert: die Raser bleiben unter sich und bezahlen ihren Spass aus eigener Tasche -- jedenfalls nicht die Allgemeinheit! Waere das ein Vorschlag?
9. Juli 200422 J. >Die Tendenz der letzten 15 Jahre deutet in Richtung Aggressivität, verursacht >durch die zu individuellen Ansichten und Möglichkeiten bezgl. der Führung >seines Fahrzeuges. Und Du meinst, die Agressivität löst sich mit einem Tempolimit in Wohlgefallen auf? Wobei ich als _Ursache_ der Agressivität eher andere Gründe sehen würde.
9. Juli 200422 J. >ein Vorschlag zur Güte: Wie wäre es denn mit einer allgemeinen Autobahngebühr? Also nicht auf "Spezialstrecken" sondern für alle?
9. Juli 200422 J. >> Jeden drauf los fahren lassen - das ist leider inzwischen Chaos, Wild-West Manier - täglich zu beobachten nach dem Überfahren der Grenze von Frankreich nach Deutschland Da kann ich Holger nur zustimmen, aber wohl nicht so wie es ihm passen würde. Pott -> Westpfalz -> Bitch -> Metz -> Paris. A1/A61. Das übliche BAB-Chaos eben. Links 160, rechts 90. Dann A63, wenig Verkehr, jeder ohne Probleme nach seinem Gusto. Dein ein bisschen Pfälzer Wald geniessen auf Landstraßen. No Comment. Rüber über die Grenze, Landstraße bis hinter Bitch, dann auf die Route Richtung L'amour. Halsbrecherischer als die Zeit voher wird da gefahren. Ich halt mich da ans Limit, schon wegen des Porte-My-Money, und gehöre damit zur Minorität. Schneiden und Drängeln geht mit Limit sogar noch besser als ohne, denn selbst ein BX-Sauger wird da zur "schnellen Sau". Nein, nein, kein Antilimitlamentierei, nur meine 2 Pfennig. Ansonsten halte ich es mit : Welch seltsamer Thread.
9. Juli 200422 J. @Thomas: Stimmt, da muss mich mein Taschenrechner übern Löffel gehauen haben. Trotzdem finde ich die Aussage Das kann Dir doch egal sein, Du mußt ja nicht 180 fahren. sehr treffend und sie unterstützt meine Ansicht der Leute, die sich selbst für unfehlbarer als diese 130-Schleicher halten. Viele Unfälle auf BAB rühren, und hier orakle ich, sicherlich nicht daher, daß junge und unerfahrene Fahrer zu langsam unterwegs sind. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Junge und unerfahrere Piloten von Golf und Xsara und Co. semmeln die ersten km auf freien Stücken und sind einfach nicht darauf geeicht, daß die Gegend einfach viel schneller an ihnen vorbeisaust. Ebenso scheinen viele physikalischen Zusammenhänge nur noch rudimentär in dem Gedächnis haften geblieben zu sein (Verzögerung, Beschleunigungen auf den eigenen Körper etc.). Umfrage hier: Wieviele Leute, die sich für erfahrene KFZ-Piloten halten, haben in der Vergangenheit ein Fahrsicherheitstraing absolviert ? Allgemeine Autobahngebühr? Gute Idee ! Aber dann nach französischem Vorbild, denn soweit ich weiss, gilt dort auch ein Tempolimit. Ansonsten streiche Frankreich, nimm Italien.
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