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Auto-Hersteller behindern Wettbewerb bei Kfz-Händlern


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Viele Autohändler fühlen sich nach einer Umfrage von den Herstellern gehindert, verbraucherfreundliche Vorgaben der Europäischen Union umzusetzen. Eine Befragung des Europäischen Verbraucherzentrums in Düsseldorf ergab, dass auch über zwei Jahre nach Inkrafttreten der neuen "Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung (GVO)" zwei Drittel der befragten Händler nur eine Auto-Marke verkaufen. Gerade mal jeder zehnte nutzte die EU-Neuerung zur Ausweitung des Angebots. Die meisten Mehrmarken-Vertriebe scheinen allein auf Grund der Fusion oder Partnerschaft ihrer Unternehmen zu bestehen wie etwa VW und Audi, Daimler und Chrysler, Renault und Nissan sowie Jaguar und Land Rover, berichten die Verbraucherschützer. Dabei beklage sich jeder vierte Händler über Behinderungen seitens der Kfz-Hersteller, weitere Firmen zu präsentieren.

Zum Hindernis würden dabei oftmals hohe bauliche und finanzielle Auflagen. So forderten Fabrikanten beispielsweise, unterschiedliche Marken in getrennten Räumen oder gar Gebäuden zu verkaufen. "Ein klarer Verstoß gegen die GVO", meint die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Verständlich sei daher, dass expansionswillige Händler sich so durch die Hersteller ausgebremst fühlten.

15 Prozent der befragten Verkäufer hätten zudem zugegeben, Neuwagen nicht zu den gleichen Bedingungen an EU-Ausländer wie an Inländer verkaufen zu dürfen. Und das, obwohl bereits zu Beginn des Jahrzehnts mehrere Unternehmen von der Europäischen Kommission zu hohen Geldbußen verurteilt worden waren, weil sie den Verkauf an ausländische Kunden erschwert hatten. Die Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) regelt unter anderem, dass Kunden, die sich im EU-Ausland ein Auto kaufen, nicht mehr beispielsweise durch höhere Preise oder längere Lieferfristen benachteiligt werden dürfen.

Neuwagen müssen zudem im Rahmen der Herstellergarantie von jeder Vertragswerkstatt in der gesamten EU kostenlos repariert werden. Ferner garantiert die GVO freien Werkstätten den Zugang zu technischen Informationen, Geräten und Werkzeugen, so dass sie Fahrzeuge aller Hersteller warten und reparieren können. Erlaubt ist nunmehr auch der Einbau von Ersatzteilen unabhängiger Produzenten. Der Verzicht auf das teurere Originalteil gefährdet dabei nicht die Garantie.

Knapp die Hälfte (47 Prozent) der vom Europäischen Verbraucherzentrum befragten Werkstätten greift daher auf Ersatzteile unabhängiger Hersteller zurück - wenn auch zumeist nur auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden. "Beharrlichkeit, die sich in der Regel auszahlt", meint die Verbraucherzentrale: Denn die meisten Händler bestätigten, dass die die Reparatur ohne Originalteile fünf bis 15 Prozent billiger ausfalle. Und auch ein weiterer Aspekt scheint zu funktionieren: Fast alle Händler beteuerten, Neuwagen aus dem EU-Ausland innerhalb der Garantiezeit kostenlos zu reparieren. Einige Servicebetreiber erklärten jedoch, dass sie eigene Kunden bevorzugt bedienen würden.

Das Europäische Verbraucherzentrum befragte bundesweit 101 Autohändler, darunter Vertreter aller bekannten Marken.

http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php?Nr=11309

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Ein wirklich heißes Thema!

Ich möchte mal meinen persönlichen Senf dazu geben mit dem Hintergrund, dass ich die letzten 36 Jahre meines jetzt abgeschlossenen Berufslebens als Verkaufsleiter von insgesamt nur 2 Herstellern von Markenwerkzeugen für die Automobil-Industrie tätig war.

Der erste Hersteller produzierte in den USA, der zweite in Japan. U.a. war ich zuständig für das gesamte europäische Händlernetz, also Anwerbung, Betreuung, Service usw. Um es vorweg zu nehmen: ich bin dagegen, dass ein Händler mehrere Marken vertritt! Es ist mir oft genug passiert, dass Händler mit mehreren Marken "wie ein Bauchladenhändler" beim Kunden auftraten: "Ach, Citroen mögen Sie nicht? Da hätten wir auch noch Koreaner 1 oder Japaner 2 oder..." Ich habe meine Meinung der Monogamie bis zum Ende vertreten, obwohl die Japaner mit Ihrer Meinung "wie verkaufen an jeden, auch wenn sie die Konkurrenz vertreten; verkauft ist verkauft, jeden Bedarf gibt´s nur einmal." Nach meiner Pensionierung wurde mein Nachfolger dazu verdonnert, Händler mit mehreren Marken zu beliefern, mit dem Ergebnis, dass innerhalb nunmehr 2 Jahren bereits 35% der "konservativen" Händler zur Konkurrenz gewechselt sind.

Zurück zum Automarkt: Mein Citroen-Händler vor Ort ist pleite, nachdem eine andere Marke hinzu kam. Aktuell gibt´s bei uns in 10 km Abstand einen alt-eingesessenen Opel-Händler, der -ganz europäisch- nun auch Auto der Marken Ford, Renault, Hyundai, Nissan, Rover, Chevrolet(Daihatsu), Saab, Fiat, Lancia, Alfa und Honda. Heute im Angebot u.a. 250 Tageszulassung aus dem Hause Opel. Meinen Händler (nur Citroen) erreiche ich nach 43 km, die Monteure sind speziell auf Citroen geschult, Ersatzteile sind zu 85% auf Lager, man kennt sich persönlich seit 21 Jahren! Glaubt jemand, dass obiger "europäisch-denkender" Opelhändler eine Hydropneumatik warten kann oder weiss, dass ein Kipphebel aus einer alten DS auch in einem CX-Diesel funktioniert?

Ich kaufe an der Tankstelle auch nur Diesel/Benzin. Brötchen kommen vom Bäcker.

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GSASpecialViersen

Guten Morgen,

unser örtlicher Citroen-Händler verkauft gleichzeitig Volvo. Für mich ist es ein Grund, diesen Händler nicht mehr aufzusuchen, denn als Citroen-Kunde kommt man sich dort als regelrechter Bittsteller vor. Also habe ich mir angewöhnt, auch bis MG zu fahren, wenn ich Hilfe brauchen sollte. Ausserdem scheint mir unser örtlicher Kunde auch nicht sonderlich kompetent in Sachen Citroen zu sein, von der Kundenfreundlichkeit ganz zu schweigen. Wenn ich ein Auto einer bestimmten Marke fahre, erwarte ich vom Händler, dass er sich mit einem Auto seiner Marke auskennt und auch nicht vor älteren Modellen kapituliert.

Lieben Gruss,

Oliver

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Kurios:

Der Citroen-Händler meiner ehemeligen Heimatstadt hat jetzt Subaru als Zweitmarke ins Programm aufgenommen. 10 Kilometer weiter gibt es auch einen Citroen-Händler, der schon seit Jahren ein zweites Austohaus hat, ebenfalls Subaru.

Gruß

Fred

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Xantiaheinz

In Neumünster werden seit Jahrzehnten BMW und Citroen vertrieben und gewartet, überweigend zur Zufriednheit der Kunden. Kommt wohl auch hier auf das "wie" an.

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Guest gelöscht[107]

Es ist schon für viele Händler ein Problem, Peu und C vertrieblich sauber auseinander zu halten. Obwohl genau diese Konstellation aus Werkstattsicht absolut Sinn machten würde (warum es trotzdem keinen Sinn macht: siehe unten).

Das ist auch so bei Autos des VW-Konzerns.

Noch schlimmer wird es bei echt verschiedenen Marken (die also auch technisch keine gemeinsame Plattformen haben).

Da jeder Hersteller seine Händler "forecastet" (einer Umsatzpflicht in bestimmer Höhe unterwirft), muss der Händler seine Einzelverkaufszahlen je Marke erbringen. Hängt da mal eine Marke hinterher, führt das zu ganz skurrilen Verkaufsgesprächen, weil der Verkäufer versucht, einen Interessenten "umzubiegen". Genau das führt zu einer recht beachtlichen Unzufriedenheit und Weggang des Kunden.

In den Werkstäten sind mehrere Marken schlicht und ergreifend arbeitsintensiv zu verwalten, weil nicht nur die ET-Bestände mehrfach zu führen sind, sondenr auch das IT-Equipment entsprechend mehrfach ausgelegt sein muss. Also tritt da kein Synergieeffekt auf, eher das Gegenteil im Sinne von überproportional großen Verwaltungs- und Investitionsaufwand. Selbst im Falle von Peu und C bleibt der doppelte Aufwand, weil die internen ET-Abrechnungen nach Marken ausgeführt weden müssen. Da nutzen die weitgehend identischen ET-Nummern und Gleichteileausstattungen von Peu und C nix.

Schließlich wollen die Hersteller ihre Autos im Sinne von CI (corporate identity)dagestellt und angepriesen wissen. Da treffen dann Welten aufeinander, die ein Händler - selbst wenn er wollte und das finanziell auch könnte - einfach nicht zusammen führen kann.

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Der schwebende Robert

Wenn ich schaudernd dran denke, dass die reinen Citroën-Vertragswerkstätten ihre Info-Rapids kaum lesen, ja, liebe Herrschaften, wie sieht dann der Service 2006 aus??

Ach klar: "Reparieren? Mein lieber Herr! Dann schauen Sie mal hier: ein ganz frisch hereingekommener Jundei Getzgehtslos zu einem Preis, da wollen Sie doch nicht wirklich an eine Reparatur denken? Geht Ihr Handy kaputt, werfen Sie es doch auch weg, oder?"

Freie Fachwerkstätten (outgesorced, gell?), markengebunden. Das ist wohl die Zukunft.

Sollen die Tempel nur ausschließlich ihre Mobile verkaufen. Hätte den unschlagbaren Vorteil, beim Ersatzteilekauf nicht von einem Verkäufer einen Mondeo aufgeschwatzt zu bekommen... *ggg*

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dann schaut mal ins sächsische, was unser aller franzosenautodiscounter macht. sozusagen das statistische gegengewicht zu den ein-marken-händlern

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accm Edu Meinen

Hallo zusammen,

bei mir in der Region hat Deutschlands größter Cit-Händler (Bleker) seine Niederlassungen. Der verteibt neben Cit auch Pug. Aber: Strikt getrennt, räumlich weit auseinander, jeweils eigene Werkstätten. Jetzt hat er auch Renault als neuen Vertriebspartner hinzu genommen. Auch hier: strikte Trennung von den anderen Autohäusern.

Man sieht: so kann man's auch machen und ich denke, sinnvoll machen.

Ich persönlich halte auch nichts von Händlern, die unter einem Dach ein Sammelsurium verschiedener Marken anbieten. Das Personal verzettelt sich, hat nur grobe Übersicht über die Modellvielfalt, und das Chaos regiert über kurz oder lang.

Ein guter Meister oder Monteur kennt seine "Pappenheimer" und deren Schwachstellen, ein guter Lagerleiter kennt seine Ersatzteile aus dem ff. Aber bei x verschiedenen Marken mit vielen unterschiedlichen Modellen verliert jeder irgendwann die Übersicht.

>> Edu

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bei mir in der Region hat Deutschlands größter Cit-Händler (Bleker) seine Niederlassungen. Der verteibt neben Cit auch Pug. Aber: Strikt getrennt, räumlich weit auseinander, jeweils eigene Werkstätten

In Ahaus sind Alfa und Citroen jetzt getrennt im Verkaufsraum? Seit wann?

Gruß,

Achim.

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Alfa und Citroen stehen schon noch in der gleichen Ausstellung, sie sind aber durch einen Raumteiler quasi getrennt. Die Werkstätten sind jedoch nicht getrennt.

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