23. August 200719 J. Hallo, kennt jemand eine gute Quelle für die Ökobilanz eines Autos?? Egal welches? Also eine Bilanz die die Herstellung, Entsorgung, Spritverbrauch über durchschnittliche Lebensdauer etc. umfasst? Gruß Arne
23. August 200719 J. Das ist eine extrem schwierige Geschichte, ich glaube kaum, daß man das überhaupt ganz genau rechnen kann.
23. August 200719 J. Hi Idefix! Sofern es solche Daten überhaupt gibt, gibt es es sie nicht für die Öffentlichkeit. Man bedenke, dass diese für jedes Modell, im Grunde genommen sogar für jede Motorisierung und Ausstattung einzeln nachgerechnet werden müsste. Nach meinen Recherchen kann ich dir lediglich einen wagen Hinweis geben, nämlich dass sich die Forscher, die sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen versuchen einigermaßen einig sind, dass der Anteil der Rohstoffe/Produktion/Recycling + graue Energie je nach Modell ungefähr 10-15 Prozent der Gesamtbilanz ausmachen dürfte. Gruß Holger
23. August 200719 J. Für verschiedene Mercedes-Modelle gibts ein sog. Umweltzertifikat - da sind die echt vorbildlich. Adresse hab ich grad nicht zur Hand aber, findet man aber sicher unter z. B. dem Stichwort: C-Klasse Umweltzertifikat. Gruß, Marko
23. August 200719 J. Das erste Auto mit dem Marketing-Clou Umweltzertifikat war 2005 die S-Klasse. Noch Fragen? PR-Abdrucker Autosieger.de: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit das Umweltzertifikat erteilt wird?Erste Voraussetzung ist die Integration aller relevanten Umweltaspekte in den Design- und Entwicklungsprozess. Der Gedanke der Nachhaltigkeit muss bei konkreten internen Zielsetzungen ebenso zum Tragen kommen wie im Einbeziehen der internen Umweltexperten und der externen Lieferanten; sogar Marketing und Vertrieb werden betrachtet. Hier kann und muss sich das Unternehmen an den Anforderungen der ISO 14062 orientieren. Diese macht methodische Vorgaben, enthält aber beispielsweise keine Grenzwerte für Lärmemissionen. Zweite Voraussetzung ist die Produktbetrachtung mit einem geeigneten Verfahren der Lebenszyklus-Analyse, also das Erstellen einer Ökobilanz. Wir betrachten also das ganze Spektrum: Von der Rohstoffgewinnung über die Lebensphase des Produkts, im Falle der S-Klasse also auch den Spritverbrauch des Fahrzeugs, bis hin zur umweltgerechten Entsorgung. Was genau prüft TÜV SÜD auf dem Weg zum Zertifikat? Eines gleich vorab: Die Fachleute von TÜV SÜD machen in diesem Fall keine Produktprüfungen im Labor. Bewertet wird das systematische Vorgehen des Unternehmens in punkto umweltorientierter Produktentwicklung. Die Aussagen des Kunden werden dabei bis auf die Ebene von Prüfberichten verfolgt und verifiziert. Wir checken also ganz konkret, ob die Entwicklungsziele in Lasten- und Pflichtenheften sich auch in den Messberichten zum Schadstoffausstoß oder bei der Ökobilanzierung wiederfinden. Schlagzeilen aus Google: "VW erhält Umweltzertifikat." "Als erstes Nissan Modell hat der Nissan Note das Umweltzertifikat erhalten" "Airbus erhält für alle seine Standorte das Umweltzertifikat" hs
23. August 200719 J. Ja stimmt, das Dokument zur S-Klasse hatte ich vor einiger Zeit mal durchgelesen, zur C-Klasse hab ich's mir neulich mal angeschaut. Mir gings dabei nicht um die Form der Zertifizierung, sondern um die veröffentlichten Daten zu den Themen Ressourcenverbrauch/Emissionen während des Produktionszyklus etc., und die sind schon recht gut aufbereitet. Gruß, Marko
23. August 200719 J. Die Meinungen zum Thema dürften sich in drei Gruppen untergliedern lassen: Autoindustrie (Neufahrzeug-Marketing incl. Vielfahrer) Autoliebhaber (z.B. für "Klassiker" also Wenigfahrer wie mich) Autohasser (Liegeradfahrer und ÖPNV-Fans) Angesichts des Datenschungels findet sicher jede der drei Gemeinden genug Argumente für ihre jeweilige Philosophie. Die Krux is - wie Holger sagt - daß die "graue Energie" im Verhältnis zum Ressour- cenverbrauch (Sprit etc.) umso stärker in den Vordergrund tritt je weniger ein Fahrzeug bewegt wird. Daher ist der Schlüssel zur Verträglichkeit einzig und allein das Car-Sharing, auch wenn's mal wieder keiner hören will. Der einzelne Nutzer fährt weniger (als der Durchschnittsbürger), das geteilte Auto wird wesentlich besser ausgeschöpft als das Durchschnittsauto. Bei Stattauto München sehen die Zahlen etwa so aus: Auf ein Fahrzeug (gesamt 222) kommen ca. 30 Benutzer (gesamt 6300) die jeweils knapp 1000km p.a. damit fahren. Jahresfahrleistung eines Autos ca. 30.000km bei einer Auslastung von 50%. Das heißt, die stehen wenig rum. Das Prinzip funktioniert inzwischen sehr reibungslos und könnte in so ziemlich allen Ballungsräumen einfach ein- geführt werden. Allein die Einsparung öffentlicher Flächen durch weniger Privat-KFZ klingt interessant. Da unsereins aber zu sehr am Prestige (des eigenen KFZ) hängt hapert's entsprechend mit der Nachhaltigkeit. Da macht das jeweilige Fahrzeugkonzept meinem Gefühl nach nicht den allzu großen Unterschied. Ausnahme nat. SUV.. D.
23. August 200719 J. Wie stark die Auslastung eines z.B. Vertreter-Volvo-V70 ist, der (in meinem Freundeskreis) 50-60.000km p.a. runterbrät kann man sich entsprechend ausrechnen: Geschätzter Dauerschnitt übers Jahr = max. 80km/h Verteilt auf je einen 8h-Arbeitstag ergibt mindestens 90 verbrachte Arbeitstage im Jahr IM AUTO. Das dürfte ca. die Hälfte der Jahresarbeitszeit bedeuten. Dieser Mann kommt selbstredend - wie auch Pendler - natürlich nicht für Car-Sharing in Frage. Aber höchst- wahrscheinlich seine Frau, die keinen T5-Schulbus vor der Tür stehen haben MUSS. Vor allem nicht, wenn die Nachbarin schon einen hat. Oder einen 9-Sitzer-Defender... D.
23. August 200719 J. Im Prius-Forum informiert sich gerade ein Car-Sharing Anbieter. Viele rieten ihm ab. :-) Die ID des Carsharing ist genial. Nur bräuchten wir tatsächlich einen anderen Bezug zum Thema Auto. Ich kann mich als Pendler rausreden, aber das sind Rahmenbedingungen und nicht mehr als realistische Gründe - wobei ich auch andernfalls am eigenen Auto festhalten würde. Zumindest an ein, zwei... Oje. hs
23. August 200719 J. Ich hatte wenigstens einen vernünftigen Grund beizutreten, da ich kein schweres Zugfahrzeug für die Hängerei mehr halten wollte. Als ich an der Beitrittsveranstaltung mit glasigen Augen fragte, wieviele AHK-Fahr- zeuge den verfügbar seien sah man mich eher herablassend an ("was müssen Sie denn trans- portieren?" - "alte Autos...") und kündigte an, die AHK-Versionen mangels Wirtschaftlichkeit langsam aussterben zu lassen. Trotzdem hatte ich schon drei Buchungen letztes Jahr für Aufgaben, die mein eigener Fuhrpark nicht unbedingt hätte bewältigen können. Genial. Ein Fiat Scudo D kostet z.B. für eine Langstrecke (ab 350km/Tag) exakt die gleiche Summe wie der Sprit eines ID Breaks (ca. 10L Benzin/100km). So kann ich die alten Gurken "noch länger nutzen". Emt. D.
24. August 200719 J. Ersteller Das ist ein schwieriges Themenfeld, das habe ich mir schon gedacht. Im Netzt findet man sonst jeden Blödsinn, aber so etwas scheint noch niemand berechnet zu haben. Dabei geht es mir gar nicht um ein spezielles Auto. Es geht mehr um einen ungefähren Wert. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen einer S-Klasse und einem Lupo, aber der ist nicht so riesig, es geht mir eher um einen Durchschnittswert. Interessant ist diese Fragestellung nämlich im Zusammenhang mit dem Kauf eines "umweltfreundlichen" Neufahrzeuges. Ich nehme nämlich an, dass es wesentlich umweltfreundlcher ist ein altes Fahrzeug weiter zu fahren, als ein neues zu kaufen. Vorausgesetzt der "Oldie" ist nicht extrem alt und verbraucht keine 15 Liter ... Auch wenn der "Oldie" zwei, drei Liter mehr Treibstoff benötigt, könnte ich mir vorstellen, das für die Produktion eines Neufahrzeugs insgesamt wesentlich mehr Energie und Ressourcen eingesetzt werden müssen, als der Mehrverbrauch ausmacht. Dann frage ich jetzt mal nicht nach der Ökobilanz, sondern nur nach der Energie, der aufgewendet werden muss, um ein durchschnittliches Fahrzeug zu bauen. Vielleicht hat da ja jemand ein ID.
24. August 200719 J. irgendwann geisterte mal ein argument durchs netz, wonach ein auto in seinem durchschnittsleben von 10 jahren soviel energie verbraucht und schadstoffe freisetzt wie bei seiner produktion. woher die angabe stammt bzw. wer das errechnet haben soll - keine ahnung. die argumentation, dass car-sharing-autos besser ausgelastet sind und daher die öko-bilanz besser ist, stimmt schon. allerdings nur, wenn der faktor zeit ne rolle spielt. was für einen unterschied macht es - vom parkraum-argument mal ab - ob ein auto seine 300tkm in 3 jahren oder in 30 jahren ableiert ? genau - keinen. die frage, ob es sinnvoller ist, ständig autos zu produzieren und diese zeitnah auszutauschen oder ob es mehr sinn macht, alte autos länger zu fahren, stellt sich leider nicht. unsere gesellschaft und wirtschaft ist auf wachstum und wandel aus. altes auszumustern, um neuem platz zu machen ist der normale zyklus. dass da teilweise vollwertig nutzbare produkte nur des rhythmus wegen ausgemustert werden, mag befremdlich wirken. es ist aber so. ich denke, die sache hat ganz stark mit dem psychologischen phänomen trend <=> antitrend zu tun. je einfacher der zugang zu neuen produkten ist, desto wahrscheinlicher ist auch der wunsch, altes zu erhalten. führen wir alle nur alte kisten, wäre die sache wohl umgekehrt - jeder würde sich nach neuen autos sehnen ...
24. August 200719 J. Hi Idefix, deine Fragestellung widerspricht sich aber ein wenig: Natürlich gibt es Unterschiede zwischen einer S-Klasse und einem Lupo, aber der ist nicht so riesig, es geht mir eher um einen Durchschnittswert.Wie soll man das ohne Daten angehen?OK nehmen wir mal an Herstellung zu Verbrauch steht 15 zu 85 bei einer Fahrleistung von 200tkm, und wir gehen vom einigermaßen nachvollziehbaren CO-Ausstoß aus. Modernes Auto hoher Verbrauch Bei einem Verbrauch von 11,3 Litern macht das 506 t CO2 davon 15% = 44 t = Summe 540t Modernes Auto niedriger Verbrauch Bei einem Verbrauch von 4,5 Litern macht das 210 t CO2 + 44 t = Summe 254 t Altes Auto (hier gehe nur von 5 Prozent Herstellung und Entsorgung aus, was ich aber kaum glaube) und nach deiner Vorgabe Verbrauch von 2 Liter mehr als modernes Auto: 13,3 Liter = 624 t + 6 t = 630 t 6,5 Liter = 304 t + 6 t = 310 t Ich bin bei beiden Autos gleichermaßen von den höheren Herstellungskosten ausgegagen Alles natürlich sehr wage. Man berücksichtige noch die Sicherheit und die verbesserte Recyclebarkeit. Gruß Holger
24. August 200719 J. irgendwann geisterte mal ein argument durchs netz, wonach ein auto in seinem durchschnittsleben von 10 jahren soviel energie verbraucht und schadstoffe freisetzt wie bei seiner produktion. woher die angabe stammt bzw. wer das errechnet haben soll - keine ahnung.Ja, so sollte man das dann auch bewerten. Nämlich gar nicht.Nochmal eine Grafik dazu (von Toyota): Hier sieht man am Besipiel des Prius dass die graue Energie viel höher ist und die Gesamtbilanz trotzdem niedriger. Das spricht also für moderne sparsame Autos. Es sei denn es handelt sich um leichte minimalistische Youngtimer wie z.B. den AX. Der AX schlägt garantiert jede aktuelle Bilanz. Edith: Was ich mich bei dieser Diskussion immer wieder Frage - Die alten Autos werden doch sowieso weitergefahren bis sie auseinanderfallen. Käthe: Genau. Es ist doch nur die Frage von wem.
24. August 200719 J. schade, dass in der grafik nur relative und keine absoluten werte angegeben werden. und dass die umweltbelastung auf das grad aktuelle thema CO2 reduziert wird. ne wirklich ganzheitliche expertise wirds dazu schlichtweg nicht geben.
24. August 200719 J. Du kannst davon ausgehen, dass Toyota im vierten Balken von einem Verbrauch (ocker) von 104g CO2 / km ausgeht und von einer Laufleistung von 200TKM. Man könnte also schon Zahlen ableiten. C02 ist ein guter Indikator für den Energiebedarf. Mehr nicht.
24. August 200719 J. ergo taugt diese grafik allemal in der frage der energiebilanz - nicht aber bezüglich der öko-bilanz.
24. August 200719 J. Eine Ökobilanz ist wohl kaum erstellbar, da nicht mal geklärt ist wie und was öko zu sein hat. Für mich ist es erst mal maßgeblich, mit Ressourcen schonend umzugehen. Die Bewertung der Gifte und deren folgen haben wir schon in der Diesel vs Benzin Diskussion erörtert und sind immer wieder daran gescheitert, dass man weder sämliche Schadstoffe kennt noch deren Auswirkungen bestimmen kann.
24. August 200719 J. Hallo Arne, guck mal hier. Das ist das besagte Dokument zur sog. Umweltzertifizierung der C-Klasse, mit vielen Daten zur Produktion, zum Ressourcenverbrauch u. Recycling etc. Gruß, Marko
24. August 200719 J. Das erste was ich rauslese, ist dass Mercedes die Basis Benziner Version als Grundlage nahm und dass beim CO2-Ausstoß 86,7 Prozent auf den Fahrbetrieb gehen bzw. 13,3 Prozent auf Prouduktion und Recycling. Die Bilanz ist wirklich interessant, vor allem wenn man andere vergleichbare Autos gegenüberstellen könnte. Ebenso würde mich der Vergleich zu einen Basis-Benz Diesel interessieren. hs
24. August 200719 J. "FazitDieses Umwelt-Zertifikat dokumentiert die großen Fortschritte, die gegenüber dem Vorgängermodell der C-Klasse erzielt wurden." Aha! Schaun wir mal die Emmissionen an: 50,5 t CO2 statt 53,2 Welch ein Fortschritt - auf welch hohem Niveau.
31. August 200718 J. Wo viel Schatten ist läßt sich auch viel erhellen! Oder nach M. Richling: "In einem gsunden Apfl ischt äbn auch der Wurm gesund!" D.
31. August 200718 J. Wo viel Schatten ist läßt sich auch viel erhellen! Oder nach M. Richling: "In einem gsunden Apfl ischt äbn auch der Wurm gesund!" D. Hallo, die Assoziation mit dem Kabarettisten Mathias Richling lässt mich schmunzeln. Die Ökobilanz eines Autos im eigentlichen Sinne weniger. Gute Ansätze zur Verbesserung des Klimaschutzes durch modernere Antriebsmöglichkeiten kennen wir und sind gegeben. Sieht man das alles gesamtheitlich, sind es aber auch nicht mehr, als nur Ansätze. Um von einer Ökobilanz sprechen zu können, muß sich noch einiges drehen. Wenn man aber von Ökobilanz sprechen will, muß man auch jeden noch so kleinen Vorsprung gelten lassen. Auch wenn sich - wie bei Benz - nur lächerliche 2,7 t CO2 einsparen lassen. Die Hybride von Toyota und Co bezeichnen derzeit nur die Spitze des Eisberges hinsichtlich technisch machbarem. Da aber stehen sie zugegebenermaßen noch ziemlich alleine.... Grüße R.
31. August 200718 J. Wenn man aber von Ökobilanz sprechen will, muß man auch jeden noch so kleinen Vorsprung gelten lassen. R. Auch hier hat Richling mal wieder recht, wenn er fein beobachtet: "Der Mensch lebt schließlich von der Würde: 'Würde ich weniger (...), könnte ich...(...)'." D.
31. August 200718 J. Die beste Ökobilanz würden die Autos haben, die älter als 25 Jahre alt sind und der Motor alle 3 Jahre auf den neusten Stand der Technik gebracht wird. z.B.: ein CX Diesel mit HDi110 und FAP, oder ein BX 14 mit dem 1,4l-Motor des C3, da statt Euro1 dann Euro4; für die ganz harten: ein GS mit einem 4-Zylinder-Boxer von Subaru etc etc...... MfG DS
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