27. Juli 201115 J. Der Spiegel schreibt über neue Forschungen von Biotechnikern, denen es gelungen ist, mit gentechnisch veränderten Blau- und Grünalgen Ethanol, Rohöl oder sogar Dieselkraftstoff zu produzieren. Dazu benötigen die Einzeller lediglich Sonnenlicht, CO2 und Meerwasser. Erste Autos, Schiffe und Flugzeuge tanken schon testweise den Algensprit. Investoren wie die Rockefeller-Familie und Microsoft-Gründer Bill Gates setzen Millionenbeträge auf die Kraft der grünen Brühe. Auch die etablierte Ölindustrie ist in das Geschäft eingestiegen, denn Kraftstoff aus Algen kann eine entscheidend neue Energiequelle werden, wobei diese Produktion auch noch ökologisch nachhaltig und klimaneutral ist. Die inzwischen aus Getreide gewonnenen Ethanol-Beimischungen zum Benzin haben keinen guten Ruf. Weniger als 4.000 Liter Ethanol jährlich liefert ein Hektar Mais-Acker und jeder Liter davon wird mit rund 8.000 Litern Süßwasser erkauft. Außerdem geht wertvolles Ackerland für den Nahrungsmittelanbau verloren und der Biosprit-Boom treibt die Lebensmittelpreise nach oben. Algen dagegen verbrauchen kein Ackerland und entsprechende Anlagen könnten auch in der Wüste stehen. Sonne, Salzwasser, etwas Dünger und CO2, z. B. aus den Abgasen großer Kohlekraftwerke, reichen den genügsamen Winzlingen zum Leben. Weil sie bei der Photosynthese etwa so viel CO2 verbrauchen, wie später beim Verbrennen Ihres Öls wieder frei wird, ist Algensprit auch noch klimaneutral. Derzeit wird mit Algen gearbeitet, die zur Spritgewinnung ausgepresst werden müssen. Andere Forscher arbeiten an Algen, die den Treibstoff gleichsam ausschwitzen und verändern dazu die DNA-Struktur vorhandener Algen. Anders als bei Ethanol aus Getreide kommt am Ende kein minderwertiger Brennstoff, sondern hochreiner Kraftstoff ohne Schwefel und Benzol heraus, der direkt ins Auto getankt werden kann. Allerdings könnte der Landverbrauch enorm ausfallen, aber es gibt genug unfruchtbares Land mit hoher Sonneneinstrahlung auf der Erde und die Pipelines und Raffinerien der Ölindustrie könnten weiter genutzt werden.
27. Juli 201115 J. Scheint doch mehr dran zu sein als nur Gerüchte. Und Biofusel scheint's auch nicht zu sein. Das, was wir heute an den Tankstellen (seit der E10-Einführung?) verkauft bekommen, ist eher Sondermüll als Benzin; wer ein leistungsstarkes Auto hat, merkts kaum, aber die Leistung scheint tatsächlich gesunken zu sein (auch ohne E10 zu tanken), wie es hier an anderer Stelle schon einmal ausgeführt wurde. Wenn der Algensprit auch diesem Missstand abhilft: umso besser, her mit dem Zeug.
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