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Citroen und Westfahrzeuge in der DDR?

Hervorgehobene Antworten

Das Citroen 5500 GSA Pallas und ca. 100 BX 16 TRS in die DDR lieferte, und dafür Gelenkwellen aus der DDR bekam, ist bekannt......

Aber welche westlichen Fabrikate wurden noch geliefert, über IFA Import und den Intershop´s vertrieben? Dazu gab es ja noch Genex....

Mir fallen nur VW Golf I und II, der VW Transporter (T2), Peugeot 305 und Volvo 244 DLS, Volvo 764, Citroen CX für die Staatsführung, der Mazda 323, Fiat Mirafiori 131 und Citroen AX ein???

Über das Intershop-"Kombinat" mit ihrer Aussenstelle im Hotel Metropol in Berlin-Friedrichsstrasse sollen auch Fiat Uno, Regata, Renault 9 und Peugeot 309 verkauft worden sein?

Marco

Wie kam man denn an so ein West-Auto? Wurde das verlost oder Vitamin B? ;)

Du bist in ein Autohaus gegangen, und hast den Bestellt. ;)

  • Ersteller
Wie kam man denn an so ein West-Auto? Wurde das verlost oder Vitamin B? ;)

Nee. Du brauchtest schon eine Bestellung für einen Lada, Skoda oder Wartburg, Trabant ging nicht.....und bekammst einen Brief vom IFA Vertrieb, dort wurde dann (O-Ton im Brief) ein Fabrikat "Citroen GSA Pallas" angeboten....und das zum Preis von 38500 DDR-Mark, im Vergleich ein Wartburg kostete 16000 DDR-Mark.....

Marco

Ah ja, also Glückssache. Stolzer Preis, ei ei. :D

Bei mobile steht zur Zeit ein Fiat Ritmo mit DDR-Kennzeichen drin!

Also gab es den Ritmo auch drüben.

Der wurde sicher über GENEX gekauft. Also nicht direkt von der DDR importiert, sondern von Westverwandten aus dem GENEX Katalog der DDR gekauft und dann an die Verwandten in der DDR geliefert.

  • Ersteller

Genauso wie Fiat Uno, Regata (Ritmo mit Stufenheck), Argenta und 131 Mirafiori........Es gab sogar den BMW 316/318i der E30-Baureihe über Genex......

Der berühmte Rechtsanwalt Dr. Vogel (DDR-Flüchlings- und Häftlingsfreikäufe) fuhr eine Mercedes S-Klasse (Baureihe 126)...

Marco

  • Ersteller

Fein.....

Mein Onkel (Bruder meiner Mutter) fuhr einen metallicgrünen Ford Granada 2.0L, den er selber wieder aufgebaut hat. Der Wagen war ein Unfallwagen, und er hatte gute Kontakte in die "BRD" die ihm dann zum Verhängnis wurden, die Stasi hatte ihn auf dem Kicker....Vor dem Granada fuhr er selbst wiederaufgebaute Ford-Modelle, wie Taunus Coupe, Weltkugel-12M und einen 20M.....auch mal einen Skoda S100, mit Wartburg und Trabant sah ich ihn nie...

Mit einem hergerichteten Renault 8 fuhr er sich 1984 tot....

Marco

P.S. Das mit dem BMW E21 wird wohl ähnlich sein, DDR-Bürger durften Autos aus der BRD übernehmen, z.B. als Erbgut.

Bearbeitet ( von Brennabor)

Nee. Du brauchtest schon eine Bestellung für einen Lada, Skoda oder Wartburg, Trabant ging nicht.....und bekammst einen Brief vom IFA Vertrieb, dort wurde dann (O-Ton im Brief) ein Fabrikat "Citroen GSA Pallas" angeboten....und das zum Preis von 38500 DDR-Mark, im Vergleich ein Wartburg kostete 16000 DDR-Mark.....

Marco

Hinzuzufügen wäre "eine "ZUTEILUNGSREIFE" Bestellung für einen...."

Gruß

Bernhard

  • Ersteller

Nein, Bernhard.....es gab auch Fälle, da hatte Leute erst 4 Jahre eine Bestellung laufen....aber die Regel waren wohl 10-15 Jahre alte Bestellungen.......

Interessant wäre noch, dass der BX nur in Dunkelblau an das MfS ausgeliefert wurde. Ich habe selbst als Kind diese Fahrzeuge in Berlin gesehen, mit Vorhängen an den hinteren Scheiben, wohl wegen der "unerkennbaren" Führungsoffizieren....

Marco

Und wie war das mit Reparaturen und Ersatzteilen?

Bei mobile steht zur Zeit ein Fiat Ritmo mit DDR-Kennzeichen drin!

Also gab es den Ritmo auch drüben.

Ich könnte mir vorstellen , daß so manch DDR Bürger einen Wartburg so einer Eierfeile vorgezogen hat . Ein Kumpel hatte in den späten 80gern auch so einen Fehler in allen Teilen . Daß das Ding grottenhäßlich war , war Nebensache , aber es verging kaum eine Woche , wo nicht das Telefon ging " Hallo , hier ist Mattias , ich stehe da und da ...kannst du mich mal abschleppen . Irgendwann sagte ich nur noch genervt :"schmeiß die Karre endlich weg ." Hat er dann auch gemacht und sich was Gutes gegönnt . Gruß ,Georg .

.

Apropos BX und DDR, da fällt mir ne kleine Anekdote ein, als ich noch Kind war: Da wir einige Bekannte und Verwandte in der DDR hatten, fuhren wir öfters mal rüber. Wir haben eine Woche vorher einen Brief oder ein Paket geschickt, wann wir darauffolgende Woche um wieviel Uhr ca. bei denen sind. Wenn wir bei denen angekommen sind, haben wir mit dem BX direkt vorm Tor gehalten, am Wohnzimmerfenster geklopft, damit sie sehen konnten, daß wir angekommen sind. Dann ist einer von denen rausgerannt - Tor auf - BX schnell rein in den Hof - Tor direkt wieder zu - dann wurde sich erstmal begrüßt.

Oder: mit dem BX vor ein Restaurant gefahren, das Restaurant geschlossen. Als wir grad wieder einsteigen wollten, rannte der Restaurantbesitzer raus und schrie uns hinterher, das er geöffnet hat und wir sehr gerne rein kommen können. Was hatte ihn geritten? Der BX? Das Westauto? Harte Währung?

Guten Morgen,

das ist ja genial, jeder hier weiss ein bisschen was und so wird zu diesem interessanten Thema nach und nach immer mehr Licht ins Dunkel gebracht. Mir selbst fallen auch noch zwei Dinge ein. Das eine ist ungefähr 20 Jahre her, da gab es in der "Oldtimer Praxis" eine Serie über einen Doc, der eine DS in der DDR fuhr. Das andere trug sich auch ungefähr zum gleichen Zeitpunkt zu. Damals startete gerade die "2000 km durch Deutschland" wieder neu, Start und Ziel war über viele Jahre Mönchengladbach. Im Katalog stand auch ein Rekord A Limousine aus dem Vogtland. Ich kam mit dem Fahrer ins Gespräch, und es stellte sich heraus, dass er das Auto noch zu DDR-Zeiten aus dem Westen geerbt hatte.

Ich denke, dass es ziemlich viele West-Autos in die DDR geschafft haben. Sei es durch Schenkungen, erben oder halt auch noch der Vorkriegsbestand, der vorhanden war.

http://www.welt.de/motor/article5110407/Schraege-Automobile-rollten-durch-40-Jahre-DDR.html

Bearbeitet ( von Super5)

In Magdeburg gab es zu DDR-Zeiten einen 2CV-Club. Der Club hieß "Citroen-Freunde Magdeburg DDR" oder so ähnlich.

Ramonas Ente habe ich zu DDR-Zeiten bei meinen Besuchen in Magdeburg live gesehen. Ich weiss noch genau, das war direkt am Schauspielhaus. Zwischen all den Trabant und Wartburg ein echter Hingucker.

Nach dem Fall der Mauer gab es ja ein ACC-Treffen in Magdeburg. An diesem Wochenende bin ich mit meiner Kastenente vormittags kurz auf dem ACC-Treffen gewesen (in Rothensee bei Palitzsch) und Nachmittags bei dem von Ramona veranstalteten Mini-2CV-Treffen im Süden Magdeburgs, im Stadtteil Prester.

Hier der Link zum Magdeburger 2CV im Citroenchen.

Für mich ist interessant zu lesen, dass das MfS über dunkelblaue BXe verfügte. Vor dem Fall der Mauer bin ich einige Male mit Vaters dunkelblauen BX Top drüben gewesen... Der BX wurde allerdings nicht, wie Daniel es schreibt, bei der Verwandtschaft versteckt, sondern vielmehr für ausgedehnte Ausflüge zusammen mit der DDR-Verwandtschaft genutzt.

Hat eigentlich noch jemand einen Genex-Katalog? Ich habe schon einiges darüber gehört und gelesen, allerdings noch nie einen Blick reinwerfen können.

Mich interessiert, wie in dem Katalog Westwaren, insbesondere Autos, feilgeboten wurden.

Wäre klasse, wenn jemand eine entsprechende Seite scannen und hier einstellen würde.

An irgendwelche Fiat oder Renault aus dem Genex-Katalog kann ich mich auch noch erinnern. Wir haben seit den späten 60ern immer meine Großeltern in Wildau besucht, nach ihrem Tod andere Verwandte und Freunde. Ab mitte der 70er sind wir dann auch mit dem Auto rübergefahren. Erst mit der Ente (2cv4), dann mit GS. Wenn man irgendwelche Aufkleber auf dem Auto hatte, waren sie nicht lange dran, was speziell beim "D-Schild" ein Problem war! Einen Sommer hatte unser GS z dicke Löcher im Blech- die Dachantenne und der Aussenspiegel wurde fein säuberlich rausgeschraubt. Meine Großeltern wohnten zur Miete und einen Garagenhof gab´auch nicht, also stand der Wagen an der Straße...

Es wären noch so einige interessante Anekdoten zu erzählen... vielleicht eine noch: Ein Kumpel drüben hatte einen Peugeot 504 Ti Automatik, ehemaliges bulgarisches Botschaftsfahrzeug, gebraucht für 40.000 Ost-Mark gekauft und nach ´nem Jahr bei Glatteis vor´n Baum gesetzt. Zum Glück hat er in mir einen Doofen gefunden, der ihm vordere Kotflügel, Stoßstange, Kühlergrill, Automatikgetriebe und Mittelkonsole als Transitreisender rübergeschmuggelt hat. Das war 1987, nach Fertigstellung hat er die Kiste verkauft und ist im Juli 1989 per Ausreiseantrag im Westen gelandet. Hat der sich später geärgert...

Gruß, Uli

....also: soweit ich mich erinnere konnte man über Genex auch Volvo und Dcia kaufen. Das wurde über die Schweiz abgewickelt. Kaufen konnte man nur mit $ oder DM. Es konnten auch DDR-Bürger über Genex-Verkaufsstellen kaufen, wenn sie Devisen hatten - zB aus Erbschaften oder Tantiemen (Künstler usw).

Außerdem hat es (vor dem Bau der mauer???) wohl Möglichkeiten gegeben, auch Fahrzeuge zu kaufen(besorgen?).

Einen Genex Katalog vom Ende der 80iger Jahre müßte ich noch haben. Habe aber nach Umzug zZ keine Ahnung wo. Melde mich, wenn er auftaucht.

Michel

Hat eigentlich noch jemand einen Genex-Katalog? Ich habe schon einiges darüber gehört und gelesen, allerdings noch nie einen Blick reinwerfen können.

Mich interessiert, wie in dem Katalog Westwaren, insbesondere Autos, feilgeboten wurden.

Wäre klasse, wenn jemand eine entsprechende Seite scannen und hier einstellen würde.

Hier z.B. http://www.kraftfuttermischwerk.de/genex/genexautokatalog1977.pdf

Gruß, Peter

Nicht nur das Forum hier hat eine Suchfunktion..., man kann sogar das Internet nach Genex-Katalogen durchsuchen. An Tante Gugel hätte ich auch schon eher denken können. Die weiss aber auch wirklich alles :)

Hier einige Links:

Genex-Katalog 1977 (Automobile) bei Flickr

Genex-Katalog 1977 (Sonstige Dinge) bei Flickr

Genex-Katalog 1986 (pdf-Datei, 18 MB)

Auszug aus Genex-Katalog (1989 / 3er BMW)

Nachtrag:

Danke Peter! Da warst Du etwas schneller.

Im real vegitierenden Sozialismus gab es eben alles für Alle - wenn man die richtige Erbtante hatte.

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