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Ein "Werbefilm" der etwas anderen Art

Hervorgehobene Antworten

  • Ersteller

Solche "geschmacklosen" Werbefilme hat es schon öfter mal gegeben, teilweise offiziell, teilweise inoffiziell. Manchmal war man sich nicht mal sicher, ob der Spot nun vom Hersteller kam oder nicht. Erinnert sei nur an die legendären Videos zum Ford Sportka, die Freunde des schwarzen Humors begeistern, aber einen Aufschrei unter Tierfreunden ausgelöst haben. Oder an den Polo-Spot mit einem...ach, seht es euch einfach an ;)

Auf jeden Fall ist der von mir verlinkte Spot für Mercedes Gold wert. So viel Werbung zu einem so günstigen Preis haben die lange nicht mehr bekommen. Egal ob es gefällt oder nicht, das Collision Prevent System ist jetzt auf jeden Fall deutlich bekannter als vorher.

WasnMitDirLos? Wo ist denn Dein Humor geblieben?

Das Ding ist zugegebenermassen höchst provokativ. Als solches will es sicherlich weder politisch korrekt sein, noch irgendwelche Vorschläge für gesellschaftliche Normen aufstellen.

Das ist einfach provokative Kunst, noch nie sowas gesehen?

Ich war mal bei ner Performance, wo Anwesende vor Übelkeit den Raum verlassen mussten. Muss nicht jeder haben, kann man aber haben. Alles möglich in einem erweiterten Kunstbegriff.

Hallo,

bei Mercedes Fahrern, die durchs Viertel heizen und präventiv Kinder hinrichten, endet mein Humor.

Gernot

blöde in die runde gefragt, was wäre wenn das kein mercedes sondern ein citroen wäre?

Dann wäre es Résistance.

latürnich,

mg

blöde in die runde gefragt, was wäre wenn das kein mercedes sondern ein citroen wäre?

dann wäre die Merkel überfahren worden :D:D

DEr ist doch auch huebsch:

blöde in die runde gefragt, was wäre wenn das kein mercedes sondern ein citroen wäre?

Dann würde der Film nicht funktionieren, weil Cit gar kein automatisches Bremssystem anbietet.

Aber hast schon Recht, die Toleranzschwelle bei den üblichen Verdächtigen wäre bestimmt etwas höher. Man kann z.B. auch den alten Spot, wo ein Visa GTI vom Flugzeugträger rast und auf einem U-Boot landet, durchaus geschmacklos finden. nurmalso

Das Mercedes so etwas mit seinem späteren Stammkunden machen würde, kann ich mir auch nicht vorstellen

Stimmt, von der Werbung durch Adolf leben die heute noch.

Stimmt, von der Werbung durch Adolf leben die heute noch.

Du hast den Smilie hinter diesem Unsinn vergessen.....

Das kommt vor...

ein bisken Schwund ist immer ...........

wenn ich aushelfen darf:

mg34028,1248102199,smiley1928.gif?bc

Ohne die Wiederbelegung des Begriffes "Silberpfeil" wäre die automobile Welt wahrscheinlich bunter.

http://d-nb.info/975534041/34

Ich habe mir den Film inzwischen angesehen. Ich musste nicht laut lachen. Nicht mal leise. Mir fehlt anscheinend der Humor, der dazu gehört. Monty Python hat ja ähnlich makabre Sachen abgeliefert. Aber da wartete man förmlich drauf.

Hier ist es ein bisschen anders gelagert. Ich sehe nicht ganz, wo die Botschaft liegen soll. Albert hat es ja schon angedeutet. Ist das jetzt eine Kritik an ferngesteuerten Autos oder eine Befürwortung? Kritik wäre: elektronische Systeme überstimmen den Menschen in entscheidenden Momenten. Sozusagen der Zauberlehrling, dessen man nicht mehr Herr wird. Goethe hat das ja trefflich in Szene gesetzt in seinem Gedicht. Und ich denke, man könnte den Spot auch so deuten. Nur wird hier das Ergebnis positiv gesehen. Das Auto hat recht im Gegensatz zu den Besen bei Goethe. Tyrannenmord wie bei Schillers Bürgschaft, aber hier 50 Jahre zu früh.

Unklar bleibt, ob der Wagen einen Fahrer hat. Man sieht keinen. In keiner Einstellung. Es wird nur kurz angedeutet durch eine subjektive Sicht aus dem Auto heraus auf die Bauern. Das war’s dann aber schon. Und da liegt meines Erachtens der kardinale Fehler im Drehbuch. Ohne einen leibhaftigen Fahrer zielt der Spot ins Leere. Denn es geht ja bei Assistenzsystemen darum, dass der Mensch überstimmt wird. Wenn aber keiner da ist, wer wird dann überstimmt? Da stimmt was nicht.

Doof wirkt auf mich, dass ein Kind (der junge Hitler), das unschuldig mit seinem Drachen spielt, für diesen Gag herhalten musste. Da bekommt der Spot etwas Brutales, das mich nicht sonderlich begeistert. Und von dieser Warte aus gesehen ist der Spot eigentlich eine Kritik an der neuen Technik. Diese Kritik würde ich im Prinzip teilen, da ich solche Technik nicht befürworte. Denn es geht eben um Menschenleben, die damit angeblich gerettet werden sollen. Die Technik macht aber gleichzeitig den Fahrer zu einer Marionette der Technik. Da bin ich noch nie Freund von gewesen. Warum hat der Fahrer nicht selber gebremst? Wessen Verantwortung ist hier eigentlich gefragt? – Sehr zwiespältig das Ganze. Der Film legt nahe, dass Maschinen „alles“ antizipieren können. Der Mensch ist offensichtlich zu doof dafür. Das müsste der Daimler AG eigentlich doch gut in den Marketing-Kram passen. Dass sich der Konzern aber ganz massiv während des Spots davon distanziert, klingt ein bisschen halbseiden für mein Empfinden. Daimler hätte m.E. das Recht gehabt, den Film zu untersagen, weil ein Auto der Marke Mercedes darin die Hauptrolle spielt. Haben sie aber nicht gemacht.

Dem Film fehlt m.E. das Feingefühl für Geschichte. Hitler hatte seinen Vater ganz früh, seine Mutter mit ca. 15 Jahren verloren. Er ist ja nicht per se böse gewesen. Er wurde es höchstens. Der Wagen hat also hellseherische Fähigkeiten. Eine Maschine! Darf die aber dann aber morden? Die Fortsetzung des Films bei Monty Python wäre gewesen: der Mercedes fährt weiter durch Deutschland und „killt“ noch ein paar Millionen Kinder, denn die würden später Nazi-Deutschland aus der Taufe heben und voran treiben. Das wäre dann eine Überhöhung, die bei mir vielleicht so etwas wie Persiflage-Gefühle hätte aufkommen lassen. Aber das kommt nicht.

Ich kann mir nicht helfen: der Spot hat etwas Schizophrenes. Er nimmt lebende Wesen und ordnet sie einer Maschine unter. Diese Maschine hat sozusagen die Lizenz zum Töten. Und wir lächeln drüber. Für einen guten Gag bringen wir ja schließlich auch unsere Schwiegermütter regelmäßig um. Die Werbeindustrie schenkt sich da nichts. Das wissen wir ja im Grunde. Die Schwarz/Weiß-Malerei mag komisch sein, klar, aber sie ist mir hier zu konfus, zu grobschlächtig im Ductus.

Rein handwerklich ist der Film auf den ersten Blick gut gemacht. Mir persönlich fehlt allerdings Klarheit im Schnitt. Der hinterlässt bei mir so ein laues Gefühl, als wenn man sich nicht ganz klar war, wie man das Ganze zeigen soll. Weder Fisch noch Fleisch. Aber von Studenten kann man jetzt nicht letzten Schliff erwarten – filmsprachlich. Die tasten sich ja erst in den Beruf rein.

Mein Fazit: ein etwas krudes Beispiel für Humor, das mir um zu viele Ecken gedacht ist. Oder um zu wenige? Daimler scheint dabei einen Sieg davon zu tragen: ihr Wagen ist schlauer, als die Gestapo erlaubt. Aber da ist so ein kleiner Degout, der mich nicht so recht auf die Schenkeln klopfen lässt vor Lachen. Mir ist das einfach zu platt. Aber Werbung soll ja plätten. Die Birne. Dafür haben wir sie ja. Zudem ist es ja – angeblich – keine Werbung sondern nur eine parodistische Fingerübung von Studenten.

Eines hat der Film bei mir geschafft: ich sehe mit noch mehr Skepsis in die automobile, vollautomatische Zukunft. Hitler hat seinem Volk später auch viel Sicherheit versprochen, was aber dann im Inferno endete. Aber vielleicht wollten die Film-Youngster das ja ausdrücken. Wer weiß. Die NSA würde Benz sicher dabei helfen, die "Richtigen" auf den Straßen der Welt rauszupicken.

zurigo

Ich habe mir den Film inzwischen angesehen.

Du willlst uns damit sagen, dass du den Spot noch nicht mal gesehen hattest, als du deinen anderen Thread eröffnet hast?

Ja genau. Ich wollte die Forumsmeinung wissen, da mir der technische Zugang zum Film fehlte. In der Presse hatte man sich ja ziemlich ausgeschüttet vor Häme.

zurigo

@ Nightmare: ;)

... Daimler hätte m.E. das Recht gehabt, den Film zu untersagen, weil ein Auto der Marke Mercedes darin die Hauptrolle spielt...

zurigo

Das halte ich für sehr weit hergeholt um nicht zu sagen Unsinn. Da genügen die Stichworte Meinungsfreiheit und künstlerische Freiheit.
Ja genau. Ich wollte die Forumsmeinung wissen, da mir der technische Zugang zum Film fehlte. In der Presse hatte man sich ja ziemlich ausgeschüttet vor Häme.

zurigo

Na heute morgen scheinst Du den Spot noch für eine Mercedes-Werbung gehalten zu haben: http://forum.andre-citroen-club.de/showthread.php?139285-Spot-mit-Hitler-und-Abstandsradar-Ist-das-witzig&p=5041645&viewfull=1#post5041645

Bearbeitet ( von Juergen_)

Der Werberat sieht das Ganze recht entspannt:

"Ich verstehe den Film als Meinungsbeitrag, der immer noch einen großen Spielraum hat - das muss man anders betrachten als kommerzielle Kommunikation", so Nickel.

Die Debatten im Internet bewertet der Werberat als übertrieben: "Heute gibt ja jeder gerne seinen Senf dazu, Kluges ist leider selten dabei. Auch wenn generell ernsthaftere und differenzierte Auseinandersetzungen im Netz wünschenswert wären: Das Thema dieser Studentenarbeit ist es aufgrund der Distanzierung von Mercedes ohnehin nicht wert, hochgekocht zu werden."

Ganz meine Meinung.

Quelle: http://www.horizont.net/aktuell/agenturen/pages/protected/Werberat-zum-Hitler-Spot-Mercedes-tut-gut-daran-sich-zu-distanzieren_116345.html

Interessant an gleicher Stelle: Interview mit dem Regisseur und der Link zu einem ähnlichen Video, das es vorher schon gab:

Bearbeitet ( von Juergen_)

"Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen!"

woher kam das nochmal?

Ja genau. Ich wollte die Forumsmeinung wissen, da mir der technische Zugang zum Film fehlte.

Du hast keinen Browser?

Sorry, aber ich finde man kann keinen deiner Beitraege wirklich Ernst nehmen.

@ Nightmare: ;)

Na heute morgen scheinst Du den Spot noch für eine Mercedes-Werbung gehalten zu haben: http://forum.andre-citroen-club.de/showthread.php?139285-Spot-mit-Hitler-und-Abstandsradar-Ist-das-witzig&p=5041645&viewfull=1#post5041645

Aber Mon Cher, Du hast vollkommen recht mit der Formulierung "... scheinst Du ... ". Es scheint wirklich nur. Ich kann auch ein bisschen lesen und wusste daher, dass Studenten den Film gemacht haben. Aber im Faden-Titel wollte ich nur die Stichworte in eine Zeile quetschen, damit man weiß, worum es mir ging. Bei einer 200 seitigen Doktorarbeit hätte ich das etwas differenzierter gemacht.

Mit Vergnügen stelle ich aber jetzt fest, dass die Werbestrategen wie Nickel sich meiner Meinung ziemlich gradlinig angeschlossen haben. Danke für den Link. Und das Interview mit dem Macher ist nicht die Pixel wert, von denen es uns entgegen leuchtet.

Das Ganze ist - wie ich weiter oben schon ausführte - halbseiden und halbgar. Keiner weiß so recht, was der Spot nun sein soll. Der Macher anscheinend (ja: scheinen) auch nicht. Und in Cannes wurde sein Spot abgelehnt. Ob die Pythons den übernehmen würden?

Das Universum ist gerecht.

zurigo

*seufz* *grmpfl*

Oh Mann...also manchmal...

Ich glaube, ich brauch mal ne Forumspause...

Hat auch sein gutes: hier tun sich Abgründe der Humorlosigkeit auf, die keiner unter normalen Umständen derart vehement zur Schau stellen würde. Forum halt....

Hat auch sein gutes: hier tun sich Abgründe der Humorlosigkeit auf, die keiner unter normalen Umständen derart vehement zur Schau stellen würde. Forum halt....

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