Das sehe ich in Sachen SM (deutlich) anders. Vielleicht, vermute ich, habe ich nach 17 SM und etlichen DS einen anderen Hintergrund ?
Also:
- Der Motor war damals pervers teuer. Man hat eigens ein Aktienpaket (15% der Firma) mit Fiat getauscht, um an Maserati heranzukommen. Es wurde trotz aller Probleme mit dem Biest der meistgebaute Maserati-Motor- leider war er halt nicht zu Ende entwickelt, und einiges war kommunikativ schiefgegangen (Reynolds z. B. entwickelte den Primär- Kettenantrieb, ohne zu wissen, das da noch die Klima und die HP dranhingen). Den muss man sozusagen selber zu Ende entwickeln, durch Tausch der Ventile, bessere Kette mit Spanner, Ölpumpenstift, oft nach 50 Jahren mit einer Komplettüberholung.
- Im Vergleich zur DS ist gerade das Interieur deutlich besser. DS hat Türpappen aus Pressspan dünn überzogen, SM hat große Plastik- Formteile, die eben nicht klappern oder verfaulen. Die Türgriffe sind ultra-massiv aus Vollmetall, die von der DS nur etwas spillerig an der Tür fest. Die Schalter sind die aus der DS, mit wenigen Anpassungen. Die ovalen Instrumente sind von Jäger, und nicht billig. Der Kabelbaum ist wesentlich besser verarbeitet, man hat aus vielen Fehlern gelernt.
- Die DS ist deutlich auf Leichtbau getrimmt, alles oberhalb der Sitze ist dahin optimiert. Im SM hat man etwas mehr „aus dem Vollen“ genommen, das Auto ist sauschwer.
- Die Türen im SM haben Seitenaufprallschutz !
- Etwas spillerig, franzosentypisch für die Zeit, sind gefühlt die Scheibenwischerchen (original mit Spoiler zum Anpressen, heute ein kleines Vermögen teuer), und die drei kleinen flachen Instrumente (da sind alle Weichmacher raus, neu war das schöner, heute oft verzogen), und der sehr günstig anmutende Deckel des Mini-Handschuhfachs.
- glaub mir, ein SM rostet wesentlich weniger als eine DS, besonders, wenn man baujahresgleich bleibt. Da ist ein XM besser, hey, 25 Jahre später.
Was aber DS (und der SM noch viel mehr) richtig gut können, sind die wesentlichen Dinge eines Automobils: Federung, Lenkung, Bremse, Licht, Spurtreue und Fahrverhalten. Da bevorzuge ich den SM immer noch ganz vielem anderen gegenüber. In allen diesen Dimensionen ist z. B. eine Pagode völlig unterirdisch, daher hab ich meine verkauft, ein unbrauchbares Auto. Den Lenkrollradius Null haben sie bei Daimler erst 1986 entdeckt, im W107 Mopf. Im DS / 1955.
Der XM versuchte es tatsächlich mit haptischer „deutscher“ Qualität an diesen Punkten, damit hatte man ja damals offensiv auch geworben. Aber Lenkung war so naja (die Diravi war zu lang ausgelegt aber ok, die Dirass nur ne Servo, mehr halt nicht, im Vergleich zur Ultra-Präzision der Lenkung im CX und Sm erst recht), die Federung im Y3 war hochgradig oft elektronisch gestört, überdies hatte der XM ein zu hohes Rollzentrum (siehe Harald‘s Jahrhundertposting dazu) und stuckerig wegen McP war sie auch (aus Kostengründen, Plattform vom 605 mit Gewalt an die HP angepasst), Bremse war ok (wenn auch nicht um so viel allen anderen voraus wie im SM seinerzeit), und das Licht vom Y3 war schlicht unbrauchbar im Vergleich zu den 6 Scheinwerfern im SM, wegen der flachen Nase.
- Im SM lenken alle 6 Scheinwerfer in der Höhe mit, d.h. die Beleuchtung ist immer gleich weit. Und 2 innere um die Kurve, wie DS.
Ich persönlich glaube, dass gerade im Kontext seiner Zeit, der SM der weit größere Wurf war. Leider leider fehlte eine Limou, und erst recht ein .... Break.
Warten wir nochmal 10-15 Jahre ab, und gucken, wie man die beiden dann bewertet.
Carsten
P. S. - was langsam kommt, ist der CX, und der hat es wirklich verdient.