Der Punkt ist ja nicht, dass diese Bastler dafür vier Stunden gebraucht haben, sondern dass der Austausch einzelner Zellen prinzipiell mit vergleichsweise geringem Aufwand möglich ist und Horrorszenarien von Austauschakkus im Bereich von zigtausenden Euros ins Reich der Legenden gehört. Auch beim Verbrenner ist es so, dass ich mir den neuen brandneuen Motor andrehen lassen kann, oder mir um deutlich weniger Geld eine Werkstatt suche, die ihn repariert. Nichts anderes ist bei den Akkus der Fall. Derzeit lohnt es sich einfach für die Hersteller noch nicht einzelne Zellen zu tauschen, weil für die geringen Stückzahlen der Aufwand zu groß wäre - Renault zB sagt selbst, dass sie im Verdachtsfall lieber den kompletten Akku auf Garantie tauschen und dann aufbereiten, als am Akku selbst herumzubasteln, auch wenn möglicherweise nur ein paar Zellen Kapazitätsverluste haben.
Mich wundert immer, dass Leute, die ich hier seit Jahren als technikaffine Tüftler, Bastler und Schrauber kenne und schätze, bei diesem Thema offenbar jeglichen Techniksinn vermissen lassen oder maximale Skepsis an den Tag legen - nur weil es hier um Elektronik geht? Warum sollte die Leidenschaft am Basteln beim Akku eine andere sein? Ja, man braucht andere Kenntnisse, aber keinem hier waren Schrauberkenntnisse für einzelne Citroenmodelle angeboren. Und nichts anderes passiert beim Elektroauto - es wird sich auch hier eine Schrauberszene entwickeln, die Akkus umrüstet, aufrüstet, nachrüstet etc. - zu deutlich niedrigeren Kosten, als der Hersteller das selbst macht. Es ist ja nun nicht unbedingt eine neue Erkenntnis, dass Reparaturen beim Hersteller in der Regel wesentlich teurer sind, als sie selbst zu machen.
Und wir dürfen hier auch nicht vergessen, dass es sich vorrangig derzeit noch um Autos handelt, die wenige Jahre Laufleistung am Buckel haben. Wer kann schon sagen, dass er seinen Neuwagen um 40.000 Euro sofort zum Schrauberobjekt degradiert? Das ist ja ein völlig anderes Publikum, als der typische Gebrauchtwagenschrauber.
Aber zurück zum Tesla: Die Europatour des Model 3 hat mittlerweile den Kontinent verlassen und ist in Marokko angekommen - soviel zum Thema Langstreckentauglichkeit...