Zünden wie Gott in Frankreich. :-)
Die Citroen Gummi-Zündspule (Bobine d´allumage á isolant souple N°212-01a) , welche ab Sommer 54 den Blechboliden der A Modelle ( Bobine d´allumage metallique de Section triangulaire) folgte, war der Vorläufer der bekannten Bakelit-Spule, deren Bauform ab Ende 1960 im 2CV bis heute Bestand hat. Freilich aus anderem Gehäusematerial und z.T. ohne Ölfüllung.
Optisch schlicht und (zumindestens im Alter) z.T. mit geblähter, unregelmäßiger Oberfläche des Gummigehäuses, sah und sieht die Gummi-Zündspule nicht besonders vertrauenserweckend aus. Alleine die biegsamen Enden der Zündkabel-Kontakte erschrecken jedes Mal. Erstaunlicherweise gibt es immer noch viele überlebende Exemplare, z.T. wohl auch im DS. Anmerkung: Der unüblich leichte Glanz des gezeigten Modells rührt von vielen Lagen einer Plastik-70 Beschichtung (Kontakt Chemie) . Und ja, es sind zwei linke Halterungen.
So wundert es nicht, dass >>Marchal und Ducellier sowie >>ALFA schon optisch solider wirkende Alternativen anboten: Schwerer, größer und dank größerem Übersetzungsverhältnis von Primär- zu Sekundärwicklung boten und bieten sie höhere Zündspannung, was freilich bei schwachem Kondensator dank starker Primärströme auch mit schnellerem Kontaktverschleiß bestraft wird. Verwendet man sie heute mit einer elektronischen Zündung , sollte man vorher prüfen, ob deren Endstufe mit den höheren Primärströmen dieser Spulen zurecht kommen. Um den Primärstrom zu ermitteln, hängt man sie sehr kurz (!) direkt an die Batterie oder an ein 7V Netzteil und misst den Strom.
Die Ducellier 2084B war eine populäre Alternative. Hier ein besonders schönes Exemplar, hochpoliert aus dem Fundus eines bekannten Wellblech-Forensikers aus Soest. Danke, Danke, Danke ! Denn normalerweise bekommt man diese Zündspule, wie auch deren Pendant 2131A, nur in der tristen Farbgebung des Bügels zu Gesicht.
Der Anschluß erfolgt über 2.5,mm Anschluss-Stifte für Rup/Bat + und die Zündkabelkontakte werden versenkt, also müssen bisherige Nutzer aktueller Bakelit-Spulen oder formglecher Modelle spezielle Adapter verwenden, welche es ebenfalls im Zubehör gab. Oder verfahren, wie bereits im >>Marchal Beitrag beschrieben wurde.
Besonders schön, der geschwungene Ducellier Schriftzug, wie man ihn zuweilen auch auf Reglern des Hauses findet .
Bemerkenswert : Die Duellier 2084B wird, wie schon die Triangulaire Zündspule der A, mittels Band (und vor Montage losem, rund ausgeformten Blech ) an den Lampenträger geklemmt. Der Lampenträger der gezeigten AZ aus 1955 hat hierfür "serienmäßig" eine flache Mulde, die simpel und wirksam als Verdrehsicherung funktioniert.
Vorher ist diese Mulde mangels Bedeutung für die Bakelit-Halterungen späterer Zündspulenmodelle gar nicht aufgefallen. Übrigens gab es auch für die runden Ducellier-Modelle andere Halterungen, die für gelochte Lampenträger ohne Mulde vorgesehen waren :
Bildquelle und Erläuterung : ACCM Schwinn U. (AZ PO 1955)
Erfreulich : Im Gegensatz zur bunten Flohmarkt Marchal, funktionierte das vorher beschriebene Exemplar von Anfang an hervorragend. Damit ist die Zündanlage tourensicher und die Alfa T2 Notreserve arbeitslos. Freilich erzwingt die Hochglanz Optik dieser speziellen Ducellier eigentlich noch eine gründliche optische Aufarbeitung der Umgebung meiner 55er AZ . Schäm.