Jetzt hat mich doch die Neugier gepackt und ich wollte konkret wissen, wie Entenzündspulen gewickelt sind. Und wie der Zündstrom gerichtet ist.
Gemessen habe ich an zwei losen serienmäßigen Bakelitzündspulen. Einer 6V-Zündspule von Ducellier und einer braunen 12V-Visazündsspule, auch von Ducellier. Sie benehmen sich gleich.
Man braucht ja nicht mehr als einen Kompass und eine Taschenlampenbatterie mit 2 angelöteten Kabelstücken, um das Innenleben zu ergründen.
Aber leider doch das Induktionsgesetz, um den Rest zu folgern.
Ich betrachte die Zündspule von der Zuleitungsseite des Spulenstroms aus. Und halte sie so, dass unten der Hochspannungsausgang ist. Dann ist oben rechts der + Anschluss und links daneben der – Anschluss.
Zunächst der Wicklungssinn der beiden Spulen:
Ich schließe die Batterie so an ( Kabelenden mit der Hand dranhalten) , dass + der Batterie an + der Primärspule liegt und – an -. Und beobachte den Kompass. Er zeigt mit seinem Nordpol Richtung Spule, wenn er auf der Betrachterseite gehalten wird und entsprechend mit seinem Südpol Richtung Spule, wenn er gegenüber gehalten wird.
Ergebnis: Die Primärspule ist von der Betrachterseite aus gesehen im Uhrzeigersinn gewickelt.
Jetzt schließe ich die kleine Batterie an die Sekundärspule an, und zwar + der Batterie am Hochspannungsausgang der Betrachterseite und – gegenüber und beobachte wieder den Kompass. Er orientiert sich an beiden Orten um.
Ergebnis:
Die Sekundärspule ist von der Betrachterseite aus gesehen gegen die Uhr gewickelt um den gleichen Kern.
Und schließlich die Induktionsrichtung: *.
* bedeutet, dass man das überlesen kann, was aus dem Induktionsgsetz folgt. Für Neugierige oder elektrodynamisch Kundige ist es in Klammern unten nachvollziehbar.
Ergebnis: Die Sekundärspule hat im Zündmoment ( und in der ganzen Zündfunkenphase) ihre + Seite auf der Betrachterseite.
Folglich fließt bei einer Wellblechente, wo die Anschlussseite auf der Beifahrerseite ist, der Zündstrom durch die Beifahrerkerze „bergab“ ( von ihrer Anode zur Kathode) und auf der Fahrerseite bergauf.
Bei späteren Enten ist die Anschlussseite fahrerseitig und entsprechend geht da der Zündfunkenstrom fahrerseitig bergab.
Uli
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{Induktionsrichtung:
Der Änderungsvektor des Magnetfelds und die umringende induzierte elektrische Feldstärke bilden zusammen eine Linksschraube, laut Faraday und Maxwell.
Bei Öffnen des Unterbrechers sackt mit dem Primärstrom sein vom Betrachter weg zeigendes Magnetfeld zusammen, also zeigt der Änderungsvektor des Magnetfelds zur Betrachterseite.
Linksschraubenergänzung dazu heißt elektrisches Feld und Strom im Uhrzeigersinn vom Betrachter aus gesehen. Betrachterseits kommt der Induktionsstrom aus der Spule raus.
Man kann es auch so sehen, dass sich die Spule gegen das Zusammensacken des Magnetfelds „wehrt“ und selbst ein zusätzliches in der alten Richtung beschafft, das der Induktionsstrom liefert. Ergibt das gleiche Ergebnis für die Richtung. Weil bei einer Spule der Strom und das innere Magnetfeld eine Rechtsschraube bilden.}