Schnelle Brüter sind die bislang gefährlichsten Kernreaktoren, die man kennt.
Frankreich und Japan habens auch probiert.
Monjou in Japan hatte eine schwere Havarie, und der Superphénix in F machte auch so viele Probleme, dass man sich nicht nur in D darum sorgte, was passiert, wenn der in die Luft fliegt.
Dass die Russen das nicht stört, ist nicht neu, sagt aber nichts drüber aus, ob die Technik beherrschbar ist oder nicht. Da ist man eben fatalistischer und weniger demokratisch-föderalistisch als anderswo. Moskau sagt, was gemacht wird, wo und wie. Andere werden nicht gefragt. Hat in Russland lange Tradition. Wesentlich länger, als die Nukleartechnologie zurückreicht.
Du sagst es selber: Es braucht Aufbereitungsanlagen. In Europa haben wir solche in La Hague (F) und Sellafield (GB). Das sind nukleare Einrichtungen, die erwiesenermassen noch dreckiger als AKW sind. Und es ist kein Zufall, dass es Nuklar bewaffnete Staaten sind, welche diese Anlagen betreiben. Man braucht die nämlich auch, wenn man Atomwaffen bauen will.
Die Briten hatten das Pech, dass sie schon ihren Super-GAU hatten. Und damit das durchaus zweifelhafte Glück, dass sie nicht lange überlegen mussten, wo man wohl eine Wiederaufbereitungsanlage hinbaut. Weil eh schon geftig verstrahlt...
Zur Beruhigung der Weltöffentlichkeit heisst Sellafield nun eben so und nicht mehr Windscale. Windscale ist nämlich mit dem ersten europäischen Super-GAU so verbunden, dass man an Verstrahlung denkt, wenn man nur den Namen hört.
Wenn man auf die Wiederaufbereitung und damit unweigerlich verbundene radioaktive Kontamination des Standortes verzichten kann, sollte man das tun. Im Übrigen unabhängig davon, ob man nun findet, Endlagerung radioaktiver Abflälle sollte überwacht und rückholbar passieren, oder doch eher nach dem Prinzip vergraben und vergessen.
Es ist darüber hinaus eben nicht so, dass durch die Wiederaufbereitung nichts mehr endzulagern bliebe. Es braucht so oder so Endlager. Nur dass die dann auch noch die Wiederaufbereitungsanlage selber (die am allerheftigsten strahlen wird!) schlucken müssen, im Austausch gegen ein paar Prozent Plutonium und Uran weniger, die man würde endlagern müssen. Die Wiederaufbereitung emitiert darüber hinaus reichlich Radioaktive Stoffe. Das fällt nur nicht so sehr auf, weil sowohl Sellafield wie auch La Hague am Meer liegen, und man über lange Rohre ins Meer ablässt, was immer man kann, von dem, was bei der Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennelementen freigesetzt wird.
In dem Punkt sind wir, wenn auch von zwei diametral entgegengesetzten und sehr weit voneinander entfernten Standpunkten kommend, einer Meinung. Auch wenn ich mich damit naturgemäss eher auf die Schweiz beziehe. Hier ist die Wiederaufbereitung zum Glück kein Thema, und noch nicht einmal die Atomlobby selber gibt sich der Illusion hin, man würde es irgendwann mal noch schaffen, neue AKW bauen zu können. D ist da, wenn ich sehe, wie Du tönst, noch nicht ganz so realistisch.
Du weisst ganz genau, dass Atomstrom selbst nach der Milchbüchleinrechnung der Atomlobby, die nur mit einem kleinen Bruchteil der tatsächlichen Kosten kalkuliert, nur dann billig genug ist, um wenigstens dem ersten Anschein nach konkurrenzfähig zu sein, wenn die Meiler möglichst nicht auf Teillast laufen. Nur so kann man den Atommüll und seine Kosten auf möglichst viele kWh umlegen, und nur so gelingt es, den Preis dafür schönzurechnen.
Die Leistungsregelung in AKW, und da ist egal, welchen Typs, geschieht nämlich im kurzfristigen Rahmen dadurch, dass man den erzeugten Dampf, wenn er nicht benötigt wird, durch den Kühlturm jagt.
Bis man die Leistung des Reaktors selber drosseln kann, dauerts nämlich zu lange, um das an den Netzbedarf zeitgerecht anpassen zu können. Da braucht man schon etwas vorlauf, und richtet sich eher nach den in der Regel recht genauen Bedarfsprognosen als danach, was gerade wirklich verlangt wird.
Was die bedarfsgerechte Leistungserzeugung angeht, ist selbst der Kohlestrom besser als AKW. Und niemand anders als Du selber (im Tandem mit bxtd) ist es doch, der dem Ökostrom vorwirft, er führe nicht zu weniger, sondern mehr Kohlendioxydemission.
Wenn da schon, dann kanns aber nicht ernsthaft sein, dass das bei AKW dann wieder auf einmal keine Rolle spielt.