Hm, ich halte das fuer billigen Populismus! Einmal muss er es nicht bezahlen, die wenigsten Pfegekraefte sind beim Bund angestellt. Weiterhin gehe ich davon aus das es zunehmend schwierig wird qualifiziertes Personal fuer das Geld zu bekommen, da ist es einfach verlogen das als soziale Wohltat zu verkaufen. Ich finde die Krankenschwester (!)/ Polizisten Diskussion ohnehin verlogen. Viele Menschen mit nicht sehr hoher Bezahlung machen verantwortungsvolle oder auch gesundheitsgefaerdenede Arbeiten. Busfahrer, Autobahnarbeiter, Fluglotsen, Erzieher, ....
Letztens gab es doch auch wieder so einen Vorschlag, Erzieher(innen) wie Grundschulleherer zu bezahlen. Und die werden dann wie Gymnasiallehrer bezahlt? Der Preis von Arbeitskraeften richtet sich meist nach Qualifikation und Angebot/ Nachfrage. Die meisten Pflegeraefte verdienen ohnehin mehr als die von Spahn geforderten 3000 Euro, nur die Altenpfleger liegen darunter.
Auch wenn dazu sicher nicht jeder in der Lage ist, sind die Ansprueche an die Faehigkeiten doch sicher geringer als an eine(n) Anaesthesiepfleger/in! Mein Beruf kann auch nicht jeder, trotzdem ist die Bezahlung uebersichlich.
Nein, daran mangelt es nicht, sonst wuerde die Politik das Thema nicht aufgreifen. Ein Verwander ist Pfleger, der aergert sich eher ueber die starke Hierachie im Gesundheitswesen.
Insgesammt ist das Lohnniveau in den unteren und mittleren Einkommen lange Zeit abgehaengt worden und nur weil sich die Schere die letzten Jahre sich nicht wesentlich weiter oeffnete, kommen die Menschen mit ihrem Gehalt zurecht. Da ist es wenig sinnvoll eine kleine Gruppe als Alibi etwas aufzuwerten und es verstoesst auch noch gegen die Tarifautonomie.
Im Gesundheitsbereich sind natuerlich die beiden schon angesprochen Kostendruecker ein Problem. Die Kirchen die auch durch eingeschraenkte Arbeitnehmerrechte und der staatlichen Unterstuezung das Lohnniveau druecken und die von Dirk angesprochen privaten Pflegedienste die mit Angelernten aus Niedriglohnlaendern und oft abenteuerlichen Arbeitnehmerrechten jede korrekt bezahlende Instutition unterbieten. Und sorry Susi, die Kontrolle ist da laecherlich, die formellen Huerden sind leicht zu meistern. Und so lange das so ist, werden Angebot, Nachfrage und Qualifikation nicht die faire Bezahlung bestimmen.
Und so lange Streik als Belaestigung oder gar persoehnlicher Angriff, auch von Leuten die schon von Arbeitskaempfen profitiert haben, gesehen wird oder fuer den Pflegebereich gar ausgeschlossen wird und die Partei, die sich mal die Vertretung dieses Klientels auf die Fahnen geschrieben hatte, nicht aufwacht, wird sich ohnehin nichts aendern. Wer seine Hoffnung statt dessen in Populisten setzt, die gerne die Krankenschwester, die dann natuerlich so genannt wird, weil der Pfleger nicht so positive Assoziationen weckt, oder den Polizisten anfuehren, als Ersatz fuer faire Bezahlung fuer alle, der ist selbst schuld wenn er dann mit ein paar Brotkrumen abgespeist wird.
Die Autoschlosser verdienen aber auch nicht mehr. Das ich sie Wertschaetzung des Fahrzeuges mancher Menschen nicht teile, habe ich ja schon hier kund getan. Trotzdem halte ich "den meisten" fuer uebertrieben. Sehr viele sind einfach auf ihr Fahrzeug angewiesen.
Und bei der Pflege geht es nicht immer nur um 20 Euro! Ein Platz in einem Pflegeheim ist mit einer normalen Rente gar nicht zu bezahlen, das wird fuer die Angehoerigen, je nach Anzahl, zu einer Belastung wie die Miete ihrer Wohnung.