Hallo Wolfgang!
Wieder eine Episode die dein Weltbild formt, ein schlechter Arzt beweist die Mangelhaftigkeit des Systems, eine dumme Lehrerin den zwanghaften Charakter der Schule. Vielleicht lag es aber auch an deinen Eltern? Insbesondere meine Mutter hat ihr Vertrauen in ihre Kinder nie durch eine Lehrer erschuettern lassen, auch wenn es vielleicht manchmal einen Anlass dazu gegeben hat. Schule ist nur ein Element in der Reifung von jungen Menschen.
Es klingt paradox, aber das Recht auf Bildung wird mit einem Zwang eingeleitet. Es schuetzt kleine Menschen, deren Entscheidungsfaehigkeit, durch ihren meist zeitlich begrenzten Horizont, noch nicht dazu in der Lage ist sich selbst davor zu schuetzen, dass Eltern, Arbeitgeber oder "die Umstaende" Bildung hinten an stellen. Ich vermute mal, dass Du deinen Nachwuchs auch diesem Zwang ausgesetzt hast, ohne jeden Tag mit Dir zu hadern. Ich kenne Menschen die das nicht machen. Zu ihrem verworren Konzept gehoert auch ihre Altersicherung von ihren unausgebildeten Kindern tragen zu lassen. Die werden ihnen sicher dafuer sehr dankbar sein . Ach ja, bis jetzt traegt das Konzept auch nur durch stetigen Geldfluss von aussen. Das nicht nur deren Alterssicherung sondern auch der Lebensunterhalt der Kinder wahrscheinlich zu einem hohen Anteil von deinem und meinem Nachwuchs getragen wird, ereifert mich noch recht wenig, dass man die Kindern um eine wirklich unabhaengiges Leben betruegt deutlich mehr.
In einer Gesellschaft zu leben bedeutet nicht nur nehmen sondern auch geben. In einer Gesellschaft in der das nicht gilt, kann ich deine Frage, wie ein mittelloser Mensch 40km zur einem Arzt kommen soll, leicht beantworten: zu Fuss! Dort zahlen naemlich nur die Steuern und Krankenkassenbeitraege die dazu Lust haben. Eine Gesellschaft die frei von Zwaengen und Egoismus mag eine schoene Vorstellung sein, mir fehlt allerdings der Glaube an die Umsetzbarkeit.
Im positiven Sinne? Viel! Die wird den Kindern aus wohlhabeder Mittelschicht, von denen ich oben sprach, eventuell nicht gelingen. Ein sozialer Aufstieg ist ohne Ausbildung auch nicht zu erwarten. Nein, die Schule ist nur ein kleines Element im Einfluss auf die "Schichtzugehoerigkeit" ,aber sie ist eines der Elemente die einen Wechsel ueberhaupt erst moeglich machen, von ein paar ungewoehnlichen Ausnahmen mal abgesehen.
Ich bin, trotz der selbst attestierten Bildung , manchmal von der Informationsflut ueberfordert! Einen Link?
Ein Kompromiss ist kein "Basta" und ein Konsens nur die ideale Form eines Kompromisses*! Bei einem Volk von 80 Millionen halte ich einen Konsens auch fuer ausgeschlossen. Ich finde deine Ansprueche auch sehr widerspruechlich, ein Plebiszit ist das Gegenteil eines Kompromisses, es ist eine Kampfabstimmung. Dieser Vorschlag setzt eine raepraesentatve Demokratie voraus, in der ja tatsaechlich in Parlament und den nachgeschalteten Instanzen, wie dem Bundesrat, lange um einen Konsens gerungen wird.
* Ich schaue ab und an mal ob mein Verstaendnis von Begriffen nicht der der Allgemeinheit widerspricht, da habe ich was nettes gefunden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kompromiss