Schaltplan Wellblechente: Hauptkabelbaum identifizieren und analysieren.
Vor einiger Zeit hatte ich mir aus Frankreich einen Kabelbaum – privat annonciert in DieGuteEcke- schicken lassen, von dem ich hoffte, dass er ein NOS Hauptkabelbaum für eine Wellblechente sein könnte. Also aus den 50er Jahren trotz seines etwas farbenfrohen Aussehens. Am Besten sogar für meine 55er....
Endlich habe ich mich an die Analyse gemacht, ob das sein könnte.
Als Basis nahm ich einen AZ Schaltplan aus dem Werkstatthandbuch 447 von Citroën und meinen selbst erstellten Funktonsplan. Siehe oben.
Nach mehrfachen Sessions auf dem Boden knieend mit Durchgangsprüfer und Rumrätseln sah ich allmählich Land. Ich konnte den Ästen Bauelemente zuordnen und schließlich sogar jedem Kabel die zugeordnete Kabelnummer. Hier der kapierte Baum mit provisorischen Fähnchen dran.
Resultat: Der Baum ist tatsächlich ein Hauptkabelbaum für AZ Wellblechenten. Und nicht nur für 1956, sondern für alle Wellblechenten AZ geeignet.
Denn die verschiedenen Kabelbäume unterscheiden sich nur marginalst. Je nachdem ob eine oder zwei Hupen tönen können. Die zweite Hupe hat nicht mal eine eigene Kabelnummer, sondern das Kabel nennt sich 5bis neben 5.
Der A Kabelbaum vor 1955 wäre einfacher wegen der reduzierten Beleuchtung und fehlender Blinker.
Der Hauptkabelbaum der AZ Wellblechenten besteht letztendlich aus 19 zusammengewickelten Kabeln ( oder 20 bei 2 Hupen). Hier sein Aufbau wie analysiert mit Kabelnummern, Enden und Zweck. Geordnet nicht nach Kabelnummern, sondern Dominanz im Bordnetz. Aber so vollständig mit allen Kabeln drin.
DerBaum kann unterteilt gesehen werden in Krone, Stamm und Wurzeln.
Diesen Aufbau zeigen meine drei Bilder:
Krone:
Beim Hochlaufen trifft man die Äste Hupenanschlüsse, Lampenbaumanschluss, Bobinebuchsen und im Ventilatorkasten verschwindend die Anschlüsse an Unterbrecherbox und Lichtmaschine.
Stamm:
Reglerkabelgeäst ( Kabel 10 und 16, 17, 18) gefolgt von Masseanschluss am Getriebe und Anlasserplus als zentrale Versorgung des Bordnetzes.
Wurzeln:
Die Kabel 9 und 12 und der Ast zum hinteren Kabelbaum ( Kabel 6 und 15) und zum Bremslichtschalter ( Kabel 14 und 15) sind noch motorraumseitig sichtbar, bilden also noch Austriebe des Stamms.
Der große Rest sind Wurzeln, verborgen im Hohlraumkasten hinter dem Blech, dessen Zentrum das Ampèremeter ist.
Das Wurzelwerk bsteht aus Tachobeleuchtung ( Kabel 7) und weiteren drei Ästen: Der kurze Ast ( 4 Kabel) zum Ampèremeter, der längere zum Zündschloss ( 4 Kabel) und der lange zum Kombischalter für Licht und Hupe ( 7 Kabel oder 8 bei 2 Hupen).
Als Zentrum des Bordnetzes erweisen sich also Ampèremeter, Zündschloss und Kombischalter für Licht/Hupe.
Dann habe ich verschiedene Regeln festgestellt, zum Teil erst nachträglich:
- Gleiche Kabel haben an beiden Enden gleiche Tüllenfarben.
- Anschlüsse an Bauteile erfolgen an Ösen.
- Buchsen werden verwendet plusseitig, Stecker masseseitig.
- Es sind hier 3 Kabelfarben verwendet. Diese korrelieren mit dem Durchmesser der Kabel. 2,6mm für graue Kabel, 3,0mm für gelbe und 4,0mm für blaue.
Es stellt sich die Frage, wieso dieser Baum original Citroën mehrere Kabelfarben führt, wo meine 55er nur schwarze Kabel hat....Aber das und die verwendeten Materialien sind ein anderes Thema.....
Uli