I) Nachtrag Gummiteile : Wurde >>hier noch dazu geraten, Nachbaugummis sorgfältig auszuwählen, hat sich inzwischen herausgestellt, dass es im Falle der Schalthebelmanschette völlig sinnlos war, diese nach der Materialstärke auszuwählen. Nach gerade mal rund 8 Wochen sah die neue "ausgewählte" Nachbaumanschette so aus:
Erbärmlich: Auch hier werde ich zukünftig nur noch NOS verbauen. Wenn es das Gummi (da verhärtet) nicht einzeln gibt, werde ich notfalls auch den Schalthebel wechseln.
II) Scheibenwischerantrieb (carter de mecanisme d'essuie glace). Demontage und Wartung :
Erfreulich robust ist der Scheibenwischerantrieb von A und AZ : Ein Schneckengetriebe, so unauffällig, dass dieses z.T. sogar bei angeblichen Komplettrestaurationen nicht ausgebaut, geschweige denn gewartet wurde. Im Falle des AZ 1955 (Stärkerer Motor, Fliehkraftkupplung ;-)) wurde der unberührte Antrieb auch gleich mitlackiert :-(
Einfach das Handrad (Nur echt mit Doppelwinkel ;-)) ziehen und schon ist das Scheibenwischergestänge mit der Tachowelle verbunden. Fällt aber das Handrad von selber herunter, oder lärmt das Getriebe in Verbindung mit zitternder Tachonadel, wird es Zeit etwas zu tun.
Es hilft nicht, den Tacho abzuschrauben und von oben Öl einzusprühen. Das kommt nirgendwo hin. Übrigens: Die 6 Kant-Kontermutter (l'ecrou a 6 pans) wurde ab 1/1958 durch die unten gezeigte Rändelmutter (ecrou moleté) ersetzt. Danke an Mannis Entenfarm für diesen ansonsten baugleichen Antrieb.
Die Demontage erfolgt nach Abnahme der Luftführung bzw. Ablage durch Entfernen von zwei Muttern SW8 (Mit 1/4 Zoll Steckschlüssel / Verlängerung leicht erreichbar) sowie Entfernen eines 2/10mm Splints, welcher mit zwei Unterlegscheiben die Verbindung Antrieb / Scheibenwischergestänge sichert. Der Splint sollte vorher schon als Ersatz bereitliegen, denn dessen Zerstörung beim Ausbau ist geradezu zwingend.
Es hilft auch nicht, den Antrieb lediglich von hinten mit Fett oder WD40 einzusprühen : Die in A,B,C eingefassten Bronzelager für die Getriebewellen blieben dabei trocken. Machen Wellblech... äää.. Freunde ohnehin nicht, denn die (fast) komplette Demontage ist sehr einfach :
Die Welle mit dem Schneckenrad (SR) kann man nach Ziehen der Klammer (K) nach hinten herausziehen. Die Schnecke (SW) lässt sich herausziehen, nachdem man mit einem Durchschlag (5.5mm) die Spannhülse (SH) entfernt hat, welche den Lagersitz (L) sichert. Sofern die Wellen noch fast saugend sitzen, können die eingepressten Bronzelager in A und C (s.o.) verbleiben, sollten aber gefettet werden, nachdem man das Gehäuse des Antriebs gewaschen hat (Kaltreiniger). Das lohnt: Im z.T steinhart verharzten Fett des AZ 1955 Antriebs fanden sich sogar Tannennadelreste, sehr alt vermutlich ;-)
Die Klammer dient aber nicht nur der Sicherung der Schneckenradwelle, sondern arretiert diese jeweilig in ihrer eingekoppelten und entkoppelten Position:
In die Schneckenradwelle ist eine "Olive" (O) eingearbeitet, in deren Vertiefungen die Klammer (K) einrastet. Ist die Klammer verbogen, oder die Vertiefungen verharzt bzw. beschädigt, wird die entkoppelte Position nicht mehr gehalten. Im Ergebnis berührt das Schneckenrad leicht die Schnecke (ohne dass bereits ein Antrieb des Scheibenwischer stattfindet), was sich mit zitternder Tachowelle und Geräuschen bemerkbar macht. Im Falle des AZ 1955 konnte dies mit Richten der Klammer im Schraubstock behoben werden. Auch die Reinigung des Gehäuses und Schmierung des Getriebes und der (trockenen!) Bronzelager mit Fett (Hier: Ravenol Marinefett) hat sich ohrenscheinlich akustisch gelohnt.
Fazit: Auch wenn das Schneckengetriebe des A / AZ (fast übertrieben) robust konstruiert ist, und man die oben beschriebenen Probleme (noch) nicht hat, lohnt es sich, es zu warten .Bevor die Wellen einlaufen oder sich das Getriebe mit Geräuschen meldet. Bis auf die (für Männerhände) etwas fummlige Trennung des Antriebs vom Scheibenwischergestänge, wirklich kein bemerkenswerter Aufwand. Petits travaux.