@BX Leader: Das ist so. Bislang gibt es keine Alternative. Wobei ich mit der Michelin Qualität zufrieden bin, darüber gibt es aber bereits einen Thread mit abweichenden Ansichten;-)
@AZLP: Der ( 1.4mm starke) Federdraht der Klammer lässt sich ja auch biegen für einen strammeren Sitz. Beklemmt man ihn (ebenfalls durch Biegen) im Schlitz, dreht er sich auch nicht. Etwas Fummelarbeit, funktioniert aber. Durchgerieben kenne ich den (noch ?) nicht.
AZ Krümmer Collecteur (Abgas und Ansaugkrümmer / Tubulure d'échappement / admission resp. Collecteur) für AZ , AZ-2CH, AZU und baugleiche Motoren mit Zylinderköpfen mit 3 M7 Stehbolzen.
Böllert der AZ im Schiebebetrieb und es liegt nicht am Vergaser, lohnt sich nach unergiebiger Inspektion der Auspuffanlage der Ausbau des Krümmers. Achtung: Nachziehen der drei (M7) Stehbolzen über die erlaubten 2mKg (knapp 20 Nm) hilft nie: Im Gegenteil, man zieht die Bolzen. Ganz sicher. Zeugnis davon sind öfter mal M8 Bolzen (s.u.)
Manchmal hat man aber Glück und sieht schon vor dem Ausbau "ausgetretene" Dichtungen zwischen Zylinderkopf und Krümmerflansch (stets am Auslass) . Die sehen dann so aus und ein Tausch bringt schnelle Abhilfe. Oft. Aber nicht immer.
Foto: U.Schwinn
Ist die Dichtung aber intakt und es pfeift trotzdem durch, sieht das so aus:
Auch abgebildet: Vergaserfußdichtung als unsichtbarer Falschluftlieferant, zerfiel beim Ausbau ohne Gewalteinwirkung.
Der Tausch gegen neue Dichtungen half beim 1955 AZ (Stärkerer Motor, Fliehkraftkupplung ;-)) aber nicht, und daher wurde der Krümmer komplett ausgebaut.
Ärgerlich: Stehbolzen Ersatz mit M8 vo. rechts. Soll man den Krümmer jetzt tauschen ? Oder bekommt man nur noch so etwas :
Tatsächlich: Ersatz ist ein Problem, es gibt keine guten Nachbauten und der Flohmarkt- oder Kleinanzeigenkauf bei (scheinbar ?) Ahnungslosen endet selten gut: Billig, aber angerostet, z.T schon angerissen oder schlampig repariert. Schlimmer noch:
Raschelt es im Krümmer beim Schütteln und kommen Rost Blattlagen aus dem Auslass (Rot) entgegen, kann man es schon vergessen, denn man kann den Krümmer nicht vollständig entrosten.Selbst wenn, es ist sehr wahrscheinlich, dass das Blech zumindest stellenweise dünn oder gar durchgerostet ist. Das ist auch ein wichtiger Grund vorm (!) Durchdrehen oder gar Wiederinbetriebnahme alter Motoren zunächst den Krümmer abzunehmen, denn der Rost füllt deren Ein und Auslasskanäle, was unweigerlich zu schwerwiegenden, unnötigen Schäden oder Teilblockaden führt. Auch schon gesehen: Verbogene Ventile.
Fatal und nicht selten ist auch , dass durch Durchrostung (oft unsichtbar in der "Box" unterhalb des Vergaserflansch) die Trennung von Einlass und Auslass nicht mehr gegeben ist. Hat die "Box" (Gelb) als Wassersammler gedient , sollte man vorm Einbau die Trennung prüfen, was mit einem 24-30mm Silikonstopfen (für den Verschluß von Laborgefäßen) und Hineinblasen recht einfach funktioniert.
Eine späte Überraschung bietet zuweilen auch der Krümmerflansch (Blau), der, wie abgebildet , schlampig reparaturgeschweißt oder gelötet, eine dichte Verbindung zum Vorschalldämpfer erschwert : Hier passte die Schelle nicht, was der Vorbesitzer mit Kitt "kompensiert" hat.
Der eingangs erwähnte Krümmer des 1955 AZ hatte die vorbeschriebenen Probleme glücklicherweise jedoch nicht:
Ursächlich sorgte hier, die nicht mehr plane, sondern stark genarbte Oberfläche der Auslass Flansche für die Undichtigkeit, die zum Böllern im Schiebetrieb führte. Man mag versucht sein, diese Unregelmäßigkeiten mit Dirko HT auszugleichen oder mit Keramikpaste, aber da scheint der Erfolg doch eher zweifelhaft. Die bessere Alternative ist die Bearbeitung der Flansche :
Der beschwerliche Versuch, wie beim Vergaserfuß, eine Glasplatte mit Schleifpapier zu verwenden, wurde nach 30 Minuten abgebrochen. Der Motorinstandsetzer nahm 70€ und erzwang auch noch gratis dazu einen sehr ausführlichen Vortrag über die Probleme beim Einspannen.Das Ergebnis lässt sich (zumindestens vor der Montage) sehen. Natürlich wurde noch sogenannter Hochtemperaturlack (650C°) vorschriftsmäßig aufgetragen, der allerdings bereits nach 6 Betriebsstunden die Farbe am Auslass wechselte:
Egal: Das Böllern im Schiebetrieb hat ein Ende :-)
Fazit: Dieser Krümmerwechsel hat eine Menge Lehrgeld gekostet: Der Kauf mehrerer augenscheinlich brauchbarer oder "reparabler" Krümmer erwies sich als Irrtum, selbst eine lackierte, sandgestrahlte Mogelpackung war dabei. Deren Verkäufer hatte die Risse neben der Reparaturlötung einfach nur zugespachtelt, was bereits beim Einbau aufbrach. Ergo: Wenn man heute einen perfekten oder gar NOS Krümmer bekommen kann oder einen wirklich talentierten Löter, der auch optisch ansprechende Reparatur bietet, sollte man nicht zögern, auch Beträge in die Hand zu nehmen, die man sonst auf LBC für komplette Motoren zahlt. Geiz ist da nicht angebracht, denn:
Es gibt keinen Ersatz.
(Falls doch, bitte PN ;-))