Die Holde sanft verstimmt „ die Rückenlehne lässt sich nicht mehr nach hinten verstellen“, genervt im Innern v der Scheißgurke murmel ich „gut, halte gleich mal an.“ Voller Parkplatz, Sitzfläche fliegt raus, kein mechanisches Hindernis, Prüflampe aus der Werkzeugkiste im Wohnwagen aus dem Sitzbankfach gefummelt, natürlich kein Schaltplan für den Schalter. Strom kommt aus der Mitte, Kabelbrücke u ebenso natürlich spielts … nich. Meine durch Brille auf ein fast erträgliches Sehniveau gehobenen Augen erblicken den Fensterheberschalter v CX 1. Schön, auch 5 Kontakte, könnte passen – wie der in die Werkzeugkiste kam, absolut schleierhaft – vielleicht die Kaffedose mit dem Kleinkram aus dem zu hohen Wandregal, als die beim Rumkrosen umkippte – passt tatsächlich, spielt, bißchen hakelig, aaaaber… unter den Umständen perfekt. Das Design Ende der Siebziger wesentlich geschmackvoller, ausdruckstärker, anspruchsvoller – nicht diese Komikdeppenklarheit von vor 25 Jahren, u … die Holde wieder versöhnt.
Ne gute Std später. „Es stinkt.“ „Ach was, sind nur die Bremsen vom Lkw vor uns.“ 2 Kuppen weiter ohne LKW mit stärker werdendem Geruch bei Limoges „ich halt gleich ma an, nachgucken.“ Gedanken, dass ich wieder in Hobbybastlersjuppmanier Tüv u alles auf den letzten Drücker, Seile, Bremssattel, nur die Beläge nicht, war ja WE u im Keller nicht die Vermuteten. Wieder übervoller Parkplatz, zwei umgestürzte Bäume blockieren mittels Absperrband über ein Drittel des Parkplatzes zur drangvollen Enge, ihre trocken braunen Blätter geben Zeugnis seit 4 Monaten, das nix Tun auch nix hilft. Rangieren, es qualmt aus dem rechten Vorderrad. Erstaunlich gut erhalten der seit 25 Jahren in der Reserveradmulde ruhende Wagenheber unterm Boden, hat Peug gut verpackt; dazu die Leute immer noch überrascht, was Hydropneumatik kann mit ohne Betätigung des Hebers gehobenen Rades; sieht allerdings jämmerlich aus: Altes Auto, alter Wohnwagen, alte Leute, alte Hunde u … Panne.
Alles heiß, Luft, Radbolzen, Scheibe, Bremssattel. Scheiße, die Imbusnuss für den Sattel hab ich klar nicht mit u kein Holländer, der mir eine leiht. Holländer, Gaffer, gelbe Nrschilder, überall, Calvinisten eben, wie der Letzte, der in Berchem (Luxemburg) blockwartsüchtig wachte, dass ich dem Belgier meine Schmach mit dem an seinem Xsara eingeparkten Wohnwagen nicht durch Fahrerflucht verheimlichte.
Gut, mit Schraubenzieher u Hammer die Beläge gelöst u Bremsscheibe u Rad gedreht, vorderes Rad für die Zuseher mit modisch siebenlachtel “Sommershorts“ wieder druff, Hunde rein u ab. Nach einiger Zeit kommen Unsicherheit u Zweifel u der in der Nase verbliebende festsitzende Geruch; stinkt’s noch? „Komm, fahrn wir nach den Bergen v Limoges runter“ u in Souterrain (auf der Karte gesehen), so heißt das Städtchen übrigens wirklich, gibt’s bestimmt ne Garage (Werkstatt) mit Bühne.“
Der Himmel lacht, das Herz schlägt wieder beruhigter, um halb vier (15,30 Uhr) lockt der silberne Doppelwinkel vor steril weiß nüchterner Fassade. Einheitlich, wohl überall gleich, also aussaglos farblos, aaaber, hoher Wiedererkennungswert. Beim Rangieren (mit Wohnwagen auf dem engen Gelände – wir sind bestimmt nicht zu übersehen) die junge, sonst an der Rezeption dienende u nu heimliche rauchende Frau (hinter der zum Versteck geöffneten Stahltür hervorgelockt) haben wir sicher Aufmerksamkeit erregt. Der sehr gepflegt wirkende Mitarbeiter mit Halbglatze, straff gebügeltem Hemd (das erkennbar auch noch um halb vier!!! nachmittags) u Krawatte säuselt mit gedämpfter Stimme auf mein höflich vorgetragenes Anliegen: „Heute leider nicht mehr.“ „Ich bin auf dem Weg nach D, lassen Sie bitte mal nachsehen, vorne die Bremse, rechts, ist wirklich bißchen warm…“ mein Hilferuf. „Morgen geht’s leider auch nicht, wir sind voll,“ sein durchtriebener Dackelblick passend zur achseldeoumwölkten Atmosphäre, “ähhhem, ja, eigentlich die ganze Woche nicht!“. Das ist mal eine klare Ansage an einem Montag. Der ältere seriös wirkende Herr, klar, wesentlich besser gekleidet als ich Rumtreiber, nervös mit dem Schlüssel spielenden Händen seine Ungeduld klassisch verbergend, u ich sind die einzigen anwesenden Kunden; Cit Atmosphäre eben. Meine Frage nach Alternativen: „E.Leclerc, centre auto, die machen alles (wie ne abfällig bewertete Nutte), rond-point, tout droit…., deuxième …“.
Zweimal verfahren, inzwischen iss 5. Zwei Mitarbeiter, einer telefoniert, quälend langsames Fortkommen, Billigdiscountatmosphäre mit Leichtmetallfelgen, Duftbäumchen, u sonstigem Konsumscheiss, u mehreren, teils übergewichtigen, Kunden, ich vermute arrogant RTL Niveau. Es dauert, ein deutscher Aldikunde wäre inzwischen sehr nervös, ich bin es auch. „ Monsieur?“ „Bremse, vorne rechts, hab neuen Sattel, neue Seile druffgemacht, aber die alten Klötze, vielleicht verkantet, hatte gedacht, ich hätte noch neue, u … bla“ „Morgen, 10,45 Uhr? Falls es die Beläge sind (pas en stock).“ Keinerlei Ungeduld, keine Anspannung, einfach cool der Typ, trotz Gel in den Haaren u ner Menge "Kunden". (Das Werbeplakat weist 33,40 € fürs Wechseln vorderer Klötze aus; wie wollen die das schaffen? eher harmlos mein Gedanken.)
Nächster Tag, wieder wie Samt u Seide, gut gefrühstückt, ausgeschlafen, Urlaub eben. Viertel vor elf, der Freundliche vom Vortag: „ Kommen Sie um 11,45 Uhr, so ungefähr.“ „Geht klar.“ Auf der Bank v Supermarkt seh ich um 20 v Zwölf meine XM v mir bremsen, Bremstest. Mechaniker mit Brille, nicht der junge mit wallendem Haupthaar u rasierten Schädelseiten sowie Nägeln durch die Lippen u gebeugten Schultern, aber angepisstem Blick - mein heimlicher Favorit -, signalisiert mir ohne mich zu sehen um 20 vor „geh ma hin“. „Ahhh, monsieur, Beläge sind gut, brauchten nicht erneuert werden, wie neu, Feststellbremsseil rechts (haben wir) bisschen gelockert, kein Handlungsbedarf, aaaber, leider, die Federbeine sind undicht.“ „ Welche Seite?“, „Rechts.“ „Hatte ich (noch) nicht gesehen, danke…“ 10 € für die Kaffekasse.
Fazit: Da komm ich als Touri mit nem alten XM zu Cit u bitte um Hilfe. Der distanzierte unpersönliche Kundenberater u Glaspallastvogel: „Nix! Gibt’s nich!“ Der franz (E.Leclerc) Supermarktkonsumtempelhiwi: „Willkommen, klar, kein Prob, machen wir, wenn…“ und liefert zuverlässig: gute Diagnose u Arbeit.
Ich hab so gut wie nix bezahlt (19,90 € für Annahme, ne knappe 1 Std wars Auto weg, dazu Kundengespr u Diagnose) u ich bin gut beraten u bedient worden. Wo gibt’s das noch???? (hintere Federbein übrigens war nur Mike Sanders, vorne hatte ich dann mit Schlauchverbinder die Rücklaufleitung auf dem Camping geflickt, ne gute Std…“
Ich weiß, wo ich zukünftig in F um Rat u Hilfe für ne alte Karre bitten werde … eher wohl nix Cit …
Gruß
Wolfgang