Indem man gnadenlos vereinfacht das wesentliche Prinzip aufzeigt, das dazu führt, dass die Automatik mit weniger Gängen auskommen musste, als ein zeitgenössisches Schaltgetriebe. Und indem man ein paar Komponenten ausblendet, die nur verwirren würden, die Funktion aber nicht weiter erklären.
Ich hab zum Beispiel weggelassen, dass man oftmals, gerade bei alten Getrieben, die den Wandler nicht oder nur im obersten, oder den oberen zwei Gängen überbrücken, einen Ölkühler braucht. Der Wirkungsgrad der Automatik ist nämlich wesentlich geringer, als der des manuellen Getriebes. Weil im Wandler viel Energie verheizt wird, weil der Motor auch im Stand, sobald eine Fahrstufe angewählt wurde, gegen den Wandler anarbeiten muss, weil er direkt mit dem Pumpenrad verbunden ist (moderne versionen haben da eine elektronisch angesteuerte Kupplung (wieder eine von denen mehr, wieder mehr Komplexität, wieder mehr Teile, die man Herstellen und zahlen muss), die im Stand auskuppelt und so Treibstoff spart). Weil ein Planetengetriebe generell einen etwas geringeren Wirkungsgrad als ein herkömmliches Zahnradgetriebe hat, und weil man den Druck im Getriebe auch dann braucht, wenn man nicht fährt, und die dafür nötige Pumpe nicht mit freier Energie betrieben wird. Darum also den Ölkühler fürs ATF, der dann meistens in den Motorkühler integriert ist. Das macht diesen auch wieder teurer und komplexer und schwerer, und der Motorkühler ist oft auch noch ein bisschen grösser, weil ja der Motor, weil das Getriebe weniger Gänge hat, höher dreht und weil er das mehr leisten muss, was im Getriebe mehr verloren geht und weil er ja auch im Stand mehr leisten muss(te), weil er gegen den Wandler auch da mehr arbeiten muss(te) als beim manuellen Getriebe, wo immer schon eine komplette Trennung von Motor und Getriebe üblich war, wenn der Wagen steht. Logisch, dass man dann auch eine zu- und Rückleitung vom Getriebe zu diesem Kühler haben muss, die obendrein noch gut dicht sein und bleiben muss, weil man ja - trotz heftiger Temperaturunterschiede - keine Ölpest auf der Strasse will... (gut, bei Cit hats auch anderswo Öl, und die Pissen in einem durchschnittlichen Autoleben nicht völlig unwahrscheinlich mal hin, wo sie gerade sind... bei nicht darauf spezialisierten in der Pannenhilfe eingesetzten Fahrzeugen steht der Kübel mit dem Bindemittel vielleicht etwas versteckter.)
Dass so ein Getriebe auch noch mindestens ein, zwei Freiläufe braucht, macht das Verständnis dieser mecanohydraulisch-elektronischen Meisterwerke auch nicht unbedingt einfacher; es macht sie auch nicht billiger, was wieder dazu führt, zu sparen wo man kann. Denn wenn der Aufpreis für so eine Automatik zu gewaltig wird (die Schmerzgrenze liegt irgendwo zwischen 10 und 20% des Basispreises, und in Zeiten automatisierter Schaltgetriebe, die mechanisch näher am manuellen Getriebe und damit billiger sind, eher noch darunter) kann mans nicht mehr verkaufen. Erst recht nicht, weil die Automatik traditionell zwischen 20 und 30% mehr Treibstoff verbrauchte. Und dann noch das Schadrisiko, klein zwar, aber es brennt echt ein Loch ins Zwiebelleder der Brieftasche, des Automatikfahrers, wenns sich denn doch ausnahmsweise realisiert.
Von so Kleinigkeiten, wie stärkeren Kühlerlüftern, grösseren Bremsen, die in der Tendenz öfter gebraucht werden, einer zusätzlichen, auch nicht zum Nulltarif gelieferten Rückmeldung über die gewählte Fahrstufe und den Drehzahlmesser, der bei einer traditionellen Wandlerautomatik ein echter Gewinn und eine einfache Hilfe zum Spritsparen ist, und deshalb quasi Standard, gar nicht zu reden.
Und dann muss das ATF (Automatic Transmission Fluid) ja nicht nur Kraft übertragen (im Wandler) sondern auch noch die Steuerung ermöglichen (Steuerblock und hydraulisch betätigte Bremsen und Kupplungen), sondern ist auch Kühlmedium, indem es die Verlustwärme des ganzen Komplexes zum Kühler bringt, wo sie an die Umgebungsluft abgegeben wird. Nicht zu vergessen, dass es, nebenbei quasi, die Aufgabe auch noch zu erfüllen hat, die das Getriebeöl auch bei manuellen Getrieben erfüllt, nämlich die, zu schmieren und Abrieb dahin zu befördern, wo er am wenigsten schaden kann. Beim manuellen Getriebe reicht ein Magnet, um ihn einigermassen von den Lagerstellen und verzahnungen weg zu halten. Die Automatik braucht da einen Ölfilter, und bei manchen gibts am Steuerblock, der eben unbedingt sauber bleiben muss, noch einen zweiten, feineren davon.
Nur mal so im Grundsatz. Dann kommt noch obendrauf, dass man die Fähigkeit eines Wandlers, Übersetzungslücken ausgleichen zu können, wenn auch um den Preis von mehr Kraftstoffverbrauch, thermischer Belastung und letztlich mechanischem Verschleiss, in aller Regel dazu nutzt, einen Notlauf zu ermöglichen. Hat die Steuerung ein Problem oder fällt einer der Sensoren aus, legt man fest den zwoten oder dritten Gang ein und vergisst der Einfachheit halber die Wandlerüberbrückung und die Segelkupplung. Das ist dann nicht schön zu fahren, aber man bleibt nicht morgens um sieben im Berufsverkehr liegen, oder Freitag nachts um halb drei, weil das Getriebe streikt, sondern kommt noch mindestens bis zum nächsten Parkplatz, wenn nicht bis zum Fahrziel und danach in die Werkstatt.
Versagt beim manuellen Getriebe die eine Kupplung, wars das in der Tendenz, und der Klumpen Metall auf Rädern bleibt stehen, wo er ist, bis der Abschlepper da ist.
Und dann hab ich auch noch nicht gesagt, dass man einen Vergaser braucht, der einen Schnellleerlauf beherrscht, weil man den Lastunterschied zwischen P oder Neutral (Motor im Leerlauf, bis auf die üblichen Nebenaggregate wie Lichtmaschine, Ölpumpe(n) und Kühlmittelpumpe keine Last auf dem Motor) und einer angewählten Fahrstufe (Schnellleerlauf, Motor ist mit dem Wandler verbunden, teibt das Pumpenrad an, die Getriebeölpumpe und auch der Steuerblock hat Druck zum Arbeiten) zwingend ausgleichen muss. Sonst müsste der Motor im Leerlauf viel, viel zu hoch drehen, damit ihn der Wandler dann nicht abwürgt. Nebeneffekt: Sobald der Wandler Arbeitet, gibts für das Fahrzeug, von aussergewöhnlich starken Steigungen abgesehen, nur noch eine mögliche Bewegungsrichtung. Man muss zum Anfahren nur die Bremse lösen. Gasgeben muss man erst, wenns dann noch nicht schnell genug geht.
Moderne Motorbauer habens auch hier einfacher: Das Standgas ist elektronisch geregelt, meist mittlerweilen (e-gas) über die normale Drosselklappe, man braucht nicht einmal mehr einen separaten Leerlaufregler, muss sich also auch nicht mehr den Kopf zerbrechen, wie man den (für die Automatik anders als beim Handschalter) richtig dimensionieren muss. Man muss bloss noch der Leerlaufsteuerung (als Funktion im Motorsteuergerät) den passenden Regelbereich vorgeben... Software, und sollte man merken, dass man sich verkalkuliert hat bei der Konstruktion, passt man eben die Parameter an.
Dass die ersten Automatikgetriebe bloss zwei Gänge hatten, als man bei manuellen Getrieben, lange bevors ausserhalb deutschlands auch überall Autobahnen oder auch nur breite und gut geteerte Strassen gab, bereits drei oder vier hatte, weil man zwei Gänge und einen Rückwärtsgang eben gerade noch mit einem einzelnen Planetengetriebesatz machen kann, sei nur am Rande erwähnt.