Also, da möchte ich jetzt mal meine subjektiven Eindrücke zu SM und XM zum besten geben:
Unbestritten ist der SM eine faszinierende Melange aus futuristischer Formgebung, kernigem Maserati-Motor und ultradirekter Lenkung. Dazu eine etwas stabilisierte DS-Federung, jedoch immer noch mit extremen Seegang-Allüren.
Die erwähnten konstruktiven und qualitativen Verbesserungen gegenüber einer DS sind aufgrund des 15 Jahre späteren Modellstarts indiskutabel. Auch wenn der SM konzeptionell und vom Feeling her auf einem grob gesagt flachen DS-Chassis basiert.
(Ein CX fühlt sich übrigens eine ganze Fahrzeuggeneration moderner an, obwohl er nur vier Jahre später lanciert wurde - er steht eben auf einer komplett neu konstruierten Basis. Allerdings fehlen ihm einige Komfort- und Sicherheitsdetails, wie die verstellbare Lenksäule, die Intervallautomatik der Scheibenwischer, der erwähnte Seitenaufprallschutz...)
Der XM ist sicher in vielen Punkten angepasst, geschuldet dem Kostendruck, der Plattformstrategie und einer weniger aufwändigen Einübung der Bedienung (Lenkung, Bremse) mit dem Verzicht auf die konsequenten Vorteile kompromissloser Philosophien (Direkte Diravi, ungedämpftes Bremspedal, Federung ausschließlich mit Schwingarmen etc.).
(Übrigens waren meine XM-Erfahrungen durchweg positiv - 170tkm im 2,0i Y3 nahezu ohne Störungen, 40tkm im 2,1 Turbo D12 Y3 ohne Ausfälle, zuerlässige 120tkm im 2.0 16V Y4 )
Über das XM-Design kann man geteilter Meinung sein. Auch, ob es eine würdige Fortsetzung der Ahnenreihe ist.
Ich habe so empfunden: Beim Blick auf die ersten veröffentlichten Fotos war ich maßlos enttäuscht. Das schlug bei der ersten Live-Begegnung mit einem XM um: Proportion, Volumen, Linienführung und Details wirkten sehr modern und frisch. Sicher ist der XM, verglichen mit DS, SM und CX kein großer Wurf, aber ein dynamischer Keil mit eigenständigem Design - und modernen flachen Scheinwerfern mit Freiformreflektor (damals noch nicht alltäglich), die lediglich durch vergilbende Kunststoff-Streuscheiben im innern der Leuchteinheiten nach einigen Jahren an ausreichender Performance verloren).
Zu den XM-Qualitäten: Super steifes Chassis ohne Verwindung oder Zittern, satt schließende Türen, hohe Qualitätsanmutung im Innenraum, extrem gute Raumökonomie und sagenhaftes Raumgefühl, auch der tief herunter gezogenen, großzügigen Verglasung geschuldet. Variabler Kofferraum, sehr hoher Nutzwert (ich spreche von der Limousine, beim Break - trotz angesetztem Kombiheck eh selbstverständlich- ), Excellente Sitze mit optimaler Langstreckentauglichkeit, Gute Wartungsfreundlichkeit bei den kleinen Benzinern, dynamisches Fahrverhalten bei hohem Komfort (natürlich Kompromisse erfordernd hinsichtlich McPerson-Beinen an der Vorderachse, aber immer noch unübertroffen durch Wettbewerber - und auch ein C6 mit Doppelschwinge vorn federt nicht besser, auch nicht mit kleinen Felgen).
Ich will keine Lanze für den XM brechen, aber ich habe diese Modelle sehr gern gefahren und hatte nie Probleme mit abreißenden Schrauben und durchschießenden Federbeinen.
Den Dieselfrust von Carsten (Stichwort "Dreckskarre") kann ich trotzdem ein wenig nachvollziehen (musste den Motor wegen Ölundichtigkeit ausbauen und verschenkte den zerlegten Haufen schlussendlich - das sparte Ärger und Stress).
Grüße
Henning