An diesem Grenzwert wäre vielleicht zu zweifeln gewesen. Bevor er geltendes Recht wurde. Jetzt, wo er seit mehr als einem Jahrzehnt oder so Gesetz ist, kommen die Zweifel zu spät. Viel zu spät. So spät, dass sie allenfalls politisch erheblich sind, weil sich der Gesetzgeber vielleicht dann mit dem Argument zu befassen hat. Für KBA und andere, die mit der Rechtsanwendung und -durchsetzung befasst sein hätten sollen, ist das irrelevant. Die haben und hatten klare rechtliche Vorgaben, die ihnen aber genauso egal waren, wie der deutschen Autoindustrie. Warum, das hat auch noch keiner erklärt.
Diesen Zusammenhang übersieht man deshalb gerne, weil es ihn so nicht gibt. Der Kohlendioxidausstoss hängt direkt mit dem Kohlenstoffanteil im verbrannten Treibstoff zusammen.
Die Stickoxyde hängen nicht zwingend vom Verbrauch ab. Erstens, weil sowohl der Stickstoff als auch der Sauerstoff, aus dem sich das Stickoxyd zusammensetzt, aus der Luft stammen. Luft ist nicht Treibstoff. Weniger Treibstoff heisst auch nicht mehr Luft, und schon gar nicht beim Dieselmotor, der immer soviel Luft bekommt, wie er will, egal ob die Einspritzmenge des Kraftstoffs 0 oder mehr ist, und egal auch, wie viel mehr.
Ob, und falls ja, wie viel Stickoxyd entsteht, hängt von der Motorbauweise, der Motorsteuerung, dem Betriebszustand des Motors, und nicht zu letzt von der beim Diesel bis vor wenigen Jahren noch komplett inexistenten Abgasnachbehandlung ab.
Zwar emittiert ein mager laufender Motor in der Tendenz mehr Stickoxyde. Das aber eben nur, wenn die Verbrennung heiss genug ist und umso eher, je mehr Luft überhaupt da ist, mit Stickstoff und Sauerstoff drinnen, umso mehr. Würde man nicht auf Drehorgeln und Zwiebackfräsen mit Turboaufladung setzen, würde auch ein mager laufender Motor nicht gar so viel Stickoxyde ausstossen. Das aber würde ein Fahrzeug voraussetzen, dass sich mit den dann erreichbaren Literleistungen noch effizient bewegen lässt. Sprich es hätte dann nicht jedes neue Modell 20cm länger, 5cm breiter und 200kg schwerer werden dürfen, und das mit den grossen und breiten Reifen auf Leichtmetallfelgen, die eben nicht leicht, sondern nur aus Leichtmetall, wovon man aber zwecks Erreichen der benötigten Festigkeit mehr mehr braucht, als es leichter ist als z.B. Stahl, ist auch kontraproduktiv.
Vieles davon half aber mit, Elektromobile zumindest zeitweilig als Verzicht auf Rädern darzustellen, und just das fällt dem Staat und der Industrie nun auf die Füsse.
Man muss die DUH nicht mögen. Tu ich auch nicht. Aber die haben, als einzige in der Bananenrepublik Deutschland (BRD), eben doch mal ein bisschen aufgepasst. Wenn die jetzt an der Misere deshalb schuld sein sollen, dann ist das, mit Verlaub, allzu arges Beamtenmikado.
Dass es nicht so läuft, wie @Wurzelsepp beschrieb, und wies sollte, daran ist die DUH nämllich absolut sicher nicht schuld. Das kann man hingegen von der CDU, die jetzt nach bester Bananenrepublikmanier, also so wie das in so einer BRD nunmal scheinbar läuft, die DUH abschaffen möchte, gerade nicht behaupten.