Effizienz ist ein Thema, das Atombefürwortern besonders am Herzen liegt.
Dazu mal ein Gedanke: Atomreaktoren sind so konstruiert, dass es einmal in 10'000 Betriebsjahren zu einem Unfall kommt, der von den Ingenieuren nicht abgesichert wurde. Das nicht etwa, weil das nicht möglich wäre, sondern schlicht aus Kostengründen.
Weltweit laufen etwas mehr als 400 Atomreaktoren (und das sind nur die Zivilen) 10'000/400 = 25. Statistisch kommt es also, das ist sehenden Auges so geplant worden, etwa alle 25 Jahre zu einem Super-GAU, das ist das Restrisiko, also das was nicht abgesichert wurde mit technischen Mitteln.
Bei Tschernobyl wurde ein Gebiet mit Radius 25km zum Sperrgebiet, ein Vielfaches davon wurde verseucht. Allein die Sperrzone ist, leicht, zu leicht, aufgerundet also etwa 500 Quadratkilometer gross. Macht pro Jahrhundert, nur dann, wenn keine weiteren Anlagen gebaut werden und wenn das Millitär nichts verseucht, 1'000 Quadratkilometer unbewohnbares Gebiet, und das ist sehr vorsichtig gerechnet.
Dann kommen noch die Aufbereitungsanlagen (Sellafield, La Hague, Mayak und Hanford, um nur einige zu nennen) und solche Pannen wie die Asse.
Alles in allem kann man damit recht genau abschätzen, wie hoch die Verseuchungsrate durch die Nukleartechnologie ist, und wie lange es theoretisch dauert, bis die Menschheit sich nur damit selbst ausgelöscht hätte, bzw. allenfalls noch aus verstrahlten Mutanten bestünde.
Dabei ist die Millitärische Nutzung der Nukleartechnologie noch nicht einberechnet. In den Weltmeeren rosten allein schätzungsweise etwa 50 Atombomben vor sich hin, und das sind nur die aus Flugzeugen, und nur die, die den USA verloren gingen. Dazu kommen unzählige ausgediente Atom-U-Boote und Reaktoren, welche die Russen in der Arktis verrotten lassen.
Insgesamt ist die Nukleartechnologie also sehr effizient. Fragt sich nur wobei. Unter anderem mit Sicherheit dabei, den Planeten unbewohnbar zu machen und alles was lebt, zu schädigen.
Das liegt vor allem an vermeintlich billigeren Alternativen, die erstmal 30 Jahre lang dafür sorgten, dass gar keine Weiterentwicklung beabsichtigt war. Hauptsächlich waren fossile Energieträger einfach billiger. Dazu kommt, dass flüssige Treibstoffe einfacher zu handhaben sind, als Wasserstoffgas. Wenn man dagegen aber die Nukleartechnologie setzt, dann ist das kein Argument. Weder ist sie billiger, noch ist die Handhabung einfach. Die Handhabung Radioaktiver Substanzen basiert auf Containments und Einweg-Sicherheitsausrüstung, und alles das muss man endlagern. Ein besseres Konzept gibt es nicht.
Die Brennstoffzellentechnologie macht heute schon der Nukleartechnologie Konkurrenz. U-Boote werden damit angetrieben und es gibt auch schon Kraftwerke. Und die Technologie ist vergleichsweise sauber. Heute schon, und die Entwicklung steht noch am Anfang.
Das ist auf ganzer Linie einfach falsch. An ITER ist auch D beteiligt. Dies ist das bislang vielversprechendste Konzept eines Fusionsreaktors, von dem man aber noch nicht mehr als bloss hofft, dass er mehr Energie abwirft als frisst. Das ist noch auf Jahrzehnte hinaus der Stand der Dinge bei Fusionsreaktoren. Dazu kommt, dass niemand erleben will, dass so eine Anlage auch nur mal undicht würde, schon gar nicht im laufenden Betrieb. Da wird die Gegend dann nämlich genauso verstrahlt, wie bei heutigen AKW.
Allein das ITER-Projekt, eins von ein paar grossen und einigermassen vielversprechenden Projekten auf diesem Gebiet, verschlang bisher einen zweistelligen Milliardenbetrag an Forschungsgeldern, und noch immer ist ungewiss, ob das gesetzte Ziel jemals erreicht wird. Wenn ja, eine Super Sache, wenn es denn auch sicher ist. Für die übernächste Generation. Für den Klimaschutz kommt die Technologie um Jahrzehnte zu spät, selbst wenn demnächst der (noch immer nur erhoffte) Durchbruch kommen sollte.
Brennstoffzellen funktionieren immerhin schon, ebenso wie Solarzellen und Windkraftanlagen. Man muss nur noch Bauen. Bei den Brennstoffzellen muss parallel noch geforscht werden. War aber bei AKW und Verbrennungskraftmaschinen auch nicht anders. Nur dass bei AKW allein bei der Forschung soviele Unfälle passierten, dass man eigentlich schon vor Jahrzehnten vernünftigerweise entschieden hätte, dass es das nicht wert sein kann. Dabei spielte bei der Forschung und Entwicklung Geld keine Rolle. In der kommerziellen Nutzung ist das anders, und dementsprechend werden die Anlagen auf dem letzten Loch gefahren. Das beweisen zahlreiche Havarien, die zumindest offiziell meistens keine Verstrahlung der Umgebung zur Folge haben.
Pikantes Detail: Als Spaltprodukte entsteht auch radioaktives Gas. Dieses wird - wohl dosiert - an die Atmosphäre abgegeben. Ein Endlagerungskonzept dafür gibt und gab es nie. Man entlässt immer soviel, dass man möglichst unter den Grenzwerten bleibt, durch einen Kamin in die Umgebung.
Das Potential der Nukleartechnologie voll nutzen zu wollen, ist zu riskant. Es gibt sicherere und unter dem Strich billigere, und nicht ganz so selbstmörderische Alternativen.
Zugegeben, der Gedanke, dass man eine Technologie aus Sicherheitsgründen nicht nutzen sollte oder wollte, ist neu. Das kannte man vor dem Nuklearzeitalter nicht. Wenn er sich aber nicht durchsetzt, besiegelt dies noch nicht einmal hundert Jahre andauernde Zeitalter das Schicksal der Menschheit. Möglicherweise erst Generationen nach seinem Ende, aber die Frage ist nicht ob, sondern wann es soweit sein wird.
Es gibt gute Gründe, auf Alternativen zu setzen. Sogar der Klimawandel ist dagegen ein warmer Sommerregen, wenn man das mit den Folgen vergleicht, was die Nukleartechnologie langfristig anrichten wird. Nicht kann, nicht könnte, nicht vielleicht an Folgen zeitigen wird, sondern wird, allein aufgrund dessen, was bereits da ist. Atomwaffen wie vorhandene und zu einem grossen Teil bereits ausgediente Nuklearreaktoren und der zugehörige Abfall haben erst angefangen, die Umwelt zu verschmutzen. Das wird sich über Milliarden Jahre fortsetzen.
Es steht Dir frei, Deine diese in dem Zitat geäusserte Ansicht ebenso mit Fakten zu untermauern. Eine blosse Gegenbehauptung überzeugt nicht. Zumal es Indizien gibt, dass die Nuklearindustrie rücksichtslos ihre Interessen durchzusetzen versuchte und versucht. Interessen, die klar ethisch nicht vertretbar sind, mit Blick auf die bereits bestehenden und noch kommenden Umweltschäden durch die Nukleartechnologie.