glaubt es oder lasst es: es funktioniert so simpel. Und Glück ersetze ich da gerne durch Vorbereitung ;-)
Ich habe in den letzten 15 Jahren mindestens 15 Fahrzeuge aus Frankreich importiert, von Ente, über Dyane, Ami, CX, D Modellen bis hin zu drei C6. Die alten Autos auf dem Hänger und die C6 auf eigener Achse. In all den Jahren bin ich nur ein einziges Mal unverrichteter Dinge wieder abgefahren und das war ein Franzose, der mich offensichtlich bei einem CX verarschen wollte. Die Frage ist nur, wie kooperativ wirkt der Franzose bei der Vorbereitung mit und wie risikobereit ist man selbst. Wenn Infos und Bilder auf einen Mailkontakt nur zögerlich oder gar nicht kommen, wird das nichts. Entweder weil das Auto dann vielleicht doch mehr Macken hat oder, und das gibt es auch, weil man nicht an Ausländer verkaufen will. Schon gar nicht an die perfekten Deutschen, die zum Spottpreis am Ende einen Neuwagen erwarten und über jeden kleinen Kratzer in Zeter und Mordio ausbrechen. Das ist dann auch immer eine Frage der eigenen und realistischen Erwartungen. Wenn der Kontakt stattfindet wirbt man zunächst einmal höflich um Verständnis, dass man Informationen und Fotos braucht um einen kostenintensiven erfolglosen Trip zu vermeiden. Dann lässt man sich Bilder schicken und fragt alle relevanten Infos ab. Das ist aber doch in D nichts anderes, ich will doch auch hier keine 300 oder noch mehr km umsonst fahren. Insofern verstehe ich diesen immer wieder krampfhaft formulierten Unterschied zwischen einem Kauf in F oder D nicht. Der nächste Punkt ist die Controle Technique. Darauf sind schön übersichtlich alle Mängel festgehalten, und zwar deutlicher als auf einem deutschen TÜV Bericht, viele Mängel erfordern zwar keine Nachprüfung werden aber aufgeführt, wie zB Öl-Undichtigkeiten. Beim aktuellen C6, den ich zugegebenermaßen nicht gleich mitgenommen sondern 2 Wochen später abgeholt habe (in Verbindung mit einem tollen Wochenende am Meer in der Normandie ) habe ich mir den aktuellen Bericht gar nicht angesehen sondern eine neue, mängelfreie Prüfung ins Paket reinverhandelt. Damit ist dann der Zustand nochmal dokumentiert und als Nebeneffekt ist damit die Zulassung in D kein Problem. Überführung ist übrigens auch kein Thema, im Unterschied zu Deutschland, wo man dazu immer zur Zulassungsstelle muss, geht das in F komplett online. Einfach mal „assurance temporaire“ googlen. Kopie der Carte grise und des Führerscheins und fertig, preiswert noch dazu. Habe für 14 Tage incl Schutzbrief 100€ bezahlt. Zur Bezahlung: wie macht ihr das in D? Fühlt ihr Euch mit 10.000€ bar in der Tasche wohl? Der Punkt ist in F allerdings tatsächlich insofern knifflig als dass die Franzosen den Bargeldverkehr im Geschäftsleben schon sehr deutlich reglementiert und eingeschränkt haben. Wenn ich das richtig im Kopf habe, zieht zwischen Händler und Privatpersonen eine Grenze von 10.000€, das müsste man aber nochmal checken. Bei mir war der Kaufpreis höher und so habe ich vor der Abholung überwiesen. War eine grosse Citroen Niederlassung und somit aus meiner Sicht vom Risiko akzeptabel. Bei einem kleinen Fähnchenhändler müsste man da ggf anders vorgehen, aber auch das wird lösbar sein.
Der von mir verlinkte C6 steht westlich von Paris. Ein Hin- und Rückflug (als Sicherheitsnetz) München Paris kostet ca 150€, also kein wahnsinnig grosser Kostenfaktor, selbst wenn man zum Ansehen einmal hinfliegt und zur Abholung nochmal.
Ach übrigens: meine Französisch Kenntnisse sind eher in Form von Uraltem eingerostetem Schulfranzösisch eher mässig.
Fazit: mit guter Vorbereitung geht das alles, man muss sich nur darauf einlassen wollen, es gibt letztlich keine grossen Unterschiede zu einem Kauf in Deutschland.
Gruss Andreas