Ich bin da recht zuversichtlich, wenn ich mir die bisherige Entwicklung ansehe - gut acht Jahre seit den Drillingen, vier Jahre seit dem Zoe, gibt es heute reale Reichweiten deutlich über 300km als Standard, hohe Ladeleistungen und ein immer größeres Ladenetz.
Sicher ist noch einiges zu erledigen, aber wenn die Entwicklung so weiter geht, reden wir 2022 von 500km als Standard und vermutlich über 1000km Reichweite in der Königsklasse. Und das zu Preisen moderner Diesel. Daneben werden immer mehr kleine leistbare Fahrzeuge wie der Sion kommen, die vielleicht nicht die größte Reichweite haben, aber wo die Leute bald merken, dass es das in dieser Fahrzeugklasse auch nicht braucht.
Es wird aber auch in fünf Jahren noch Bereiche geben, die der Diesel besser abdeckt, doch das wird zunehmend weniger werden.
Ich glaube, wir sollten einfach ein bisschen vom Gas runter in der künstlichen Konfrontation der Antriebssysteme, die uns weitgehend von den Medien aufs Aug gedrückt wird.
Wir sind alle hier, weil uns eine gewisse Leidenschaft fürs Automobil verbindet. Ist es wirklich nötig, dass wir uns wegen dem Antriebssystem die Köpfe einschlagen?
Es gibt viele Anzeichen und Gründe dafür, dass wir vor einem großen Umbruch im Mobilitätsbereich stehen, bzw. eigentlich schon mittendrin sind. Wohin die Reise geht, kann kaum wer wirklich sagen, auch wenn es natürlich sehr nachvollziehbare und eindeutige Perspektiven und Trends gibt.
Das nimmt weder jemandem seine vielen Erfahrungen und guten Erinnerungen an die glorreichen alten automobilen Zeiten weg, noch sollte es uns überheblich machen, zu glauben jemandem ein vermeintlich heilbringendes Mobilitätskonzept aufs Aug zu drücken, mit dem er heute vielleicht einfach tatsächlich noch nichts anfangen kann.
Trotzdem oder gerade deshalb scheint es mir wichtig zu sein, dass wir zumindest aufgeschlossen gegenüber auch anderen Wegen in der Mobilität bleiben und nicht sofort in Schockstarre und Abwehr verfallen, wenns mal darum geht, über die Zukunft nachzudenken und Möglichkeiten und Entwicklungen aufzuzeigen. Letztlich wird der Wandel im Alltag viel langweiliger sein, als dass ein so heftiger Schlagabtausch gerechtfertigt wäre. In Norwegen sieht man, dass weder die Katastrophenszenarien eintreten, noch die Leute alle ihre automobilen Sorgen los sind, nur weil sie jetzt eben anstecken statt zu tanken.
Ich finde es immer spannend hier mit euch zu diskutieren und habe gerade auch durch den vielen Widerspruch viel Neues dazugelernt und mich gezielter informiert.
Danke dafür, auch wenns manchmal etwas heftiger im Diskurs wird.
LG
Grojoh