Ganz langsam überlegt und das Ganze theoretisch durchgespielt - ich gehe von Hydrponeumatik mit mechanischem Höhenkorrektor aus, aber auf H3 und Varianten trifft das genauso zu.
- Vor dem Start: Federungshydraulik druckfrei, Gasvolumina der Kugeln auf Tarierruck (angenommen 50 bar) . Höhenkorrektoreinlass offen.
- Start: Hydraulikpumpe fördert,drückt Flüssigkeit durch offenen Korrektoreinlass in die Federung.
- Druck steigt kontinuierlich an, Gaspolster wird komprimiert.Kurz nachdem Gasdruck und Öldruck gleich sind (= 50 bar), beginnt die Hebesequenz des Fahrzeugs.
- Druck steigt weiter an, bis das Fahrzeug soweit gehoben wurde, dass der Korrektor den Zugang schließt ( = Federsystemdruck 100 bar, rein theoretische Annahme, natürlich abhängig von der jeweiligen Achslast).
- Druck vor dem Korrektor steigt auf Maximaldruck, bis der Druckregler bei ca. 175 bar abschaltet. Der Druck in der Federung ist mit 100 bar niedriger als der Systemdruck mit 175 bar davor.
- Manueller Regulierhebel wird auf erste oder zweite erhöhte Position gestellt: Korrektor öffnet Einlass, Öl aus System strömt in die Federung ein - es wird ein Druckausgleich angestrebt. Dadurch erhöhen sich sowohl das Ölvolumen im Federungssystem als auch der Druck (angenommen auf 125 bar).
- Die Druckreserve aus dem Druckspeicher drückt Öl nach, bis der Minimalwert (135 bar) erreicht wird und der Regler die Druckzufuhr für die Pumpe öffnet. Diese fördert weiteres Öl nach und strebt 175 bar an, bis der Regler den Pumpeneinlass verschliesst.
- Das Öl wird so lange in den Federungskreislauf gedrückt, bis die eingestellte Position erreicht ist (bei angenommenen 125 bar) - das Korrektorventil schließt den Einlass, die Ölmenge verharrt. Der Druck (bei 125 bar) jedoch theoretisch auch, denn wohin sollte er auch entweichen?
Das heißt im Klartext: Während das Fahrzeug angehoben wird, wird physikalische Arbeit verrichtet. Diese Arbeit erfordert eine Krafteinbringung (theoretisch plus 25 bar), in diesem Fall durch den Druckspeicher und nach dessen aufgezehrter Reserve durch die Hydraulikpumpe. Die Krafteinbringung ist ein erhöhter Druck, der im Federungssystem bestehen bleiben müsste.
Insofern hätte Tim Recht.
Das bedeutet: Das Versteifen der Federung in erhöhter Fahrstellung resultiert aus geänderter Fahrwerksgeometrie, als auch aus erhöhtem Druck in der Federung.
Wird nun die Federung manuell auf Höchststellung gebracht, geht das Einlassventil des Korrektors ganz auf und bleibt auch offen, das heißt, der volle Systemdruck wird bis zu Abregel-Grenze eingebracht. Daher ist die Federung in Höchststellung knüppelhart, denn die Gaspolster der Federkugeln werden nun mit 175 bar Systemdruck beaufschlagt.
In hoher Stufe 1 und zwei federt das System hingegen noch merklich.
Fährt man mit verminderter Höhe, wird die Federung, wie zuvor erwähnt, weicher, da abgelassene Hydraulikmenge und ebenfalls abgelassener Druck den Gaspolstern mehr Ausdehnung = mehr Volumen ermöglichen. Dadurch verringert sich aber auch das "Entlastungspotential" der Federung, wodurch der hydraulisch implementierte Federweg kürzer wird. Gleichzeitig verringert sich die physikalische Länge des Einfederweges durch die geänderte Stellung der Radaufhängung gegenüber den Anschlagpuffern.
Korrekt?
Grüße
Henning