Salut,
da mal wieder ein Ölwechsel an meiner AZ fällig war habe ich die Chance genutzt um den Motor auf einen externen Ölfilter umzubauen. Tim und ich haben den schon weiter oben im Thread anschaulich erklärten Adapter entwickelt und nun eine Kleinserie hergestellt. Der Adapter wurde nun etwas im Vergleich zum oben beschriebenen modifiziert. Da der in das Motorgehäuse eingepresste Ventilsitz für das originale Überdruckventil mal mehr oder weniger aufgebördelt ist, war es nicht möglich einen Adapter für jeden Motor herzustellen. Die konische Aufweitung des Vorserien Adapters war entsprechend so angepasst daß er gerade so über die Verbördelung des originalen Ventilsitzes passte. Da es um 10tel mm geht, und um den Ventilsitz herum kein großer Spielraum ist, ist es nicht möglich die Adapter mit einer Art der Aufweitung zu fertigen daß er über alle Ventilsitze genau passt. Man müßte immer mehrere Adapter parat haben um dann den passenden herauzusuchen. So wäre es nur vor Ort, bei Tim oder mir, möglich gewesen den Umbau vorzunehmen. Das ist natürlich nicht sonders praktisch...
So habe ich mir überlegt, daß es die Sache absolut vereinfachen würde wenn der original-Ventilsitz im Motorblock demontiert würde. So ist es möglich einen Adapter zu fertigen welcher uneingschränkt bei allen Gehäusen passt. Die Kehrseite ist natürlich daß der Ventilsitz aus dem Gehäuse entfernt werden muß. Dieses Entfernen des alten, sowieso eh meist völlig am Umfang rissigen Ventilsitzes, ist ein von Citroen vorgesehener Vorgang und wird auch im Rep-Handbuch N° 536 auf Seite 12 im Abschnitt 100-3a gut beschrieben. Es ist ganz einfach: Mit einem Gewindbohrer M6 (Mittelschneider) werden 2-3 Gewindegänge in den Ventilsitz eingeschnitten, eine M6 Gewindestange oder Schraube, mit einer großen U-Scheibe und einer Mutter versehen, in die gerade zuvor eingeschnittenen Gewindegänge des Ventilsitzes eingedreht. Nun kann über die aufgedrehte Mutter, welche sich auf der U-Scheibe abstützt der Ventilsitz ganz einfach aus der Bohrung im Gehäuse gezogen werden. Das geht wirklich ganz einfach und ist in wenigen Minuten getan, auch im eingebauten Zustand.
Ich verstehe jetzt wenn jemand erst Mal denkt "oh weh", dann kann ich notfalls ja nicht wieder zum original Zustand zurückkehren. Doch dem ist natürlich nicht so. Wie schon gesagt ist dies ein Arbeitsvorgang welcher im Rep-Handbuch beschrieben ist. Der original Ventilsitz ist lediglich eine kleine "Buchse" (Photo Anhang) aus weichem Eisen welche in das Motorgehäuse leicht eingepresst und dann mit einem Dorn etwas verbördelt wird. Man könnte also durchaus wieder relativ einfach zum original-Zustand zurückkehren, doch es ist eigentlich kein Grund vorstellbar warum man dies tun sollte.
Hier nun die Beschreibung, garniert mit diversen Photos, des heutigen Umbaus welcher mit dem neuen Kleinserienadapter erfolgte, so daß einige Arbeitschritte von Tims Umbau abweichen, zudem erfolgte der Umbau bei montiertem Motor::
Anders als Tim habe ich einen alternativen Ort für den Filter gewählt. Mich störte an der obenliegenden Position des Filters:
- daß der Zugang zu der Exzenterschraube für die Bremse verbaut ist
- der Platz zwischen der Bremsankerplatte und dem Getriebegehäuse war zumindest bei meinem Getriebe nicht genügend um einen Duchgang für die Schläuche zu ermöglichen
- die Position über der Bremstrommel ist ziemlich exponiert, auffällig und bedingt lange Schlauchwege
- verkompliziert den Motorausbau da die Schläuche gelöst werden müssen
Also suchte ich nach einem anderen Ort und mir fiel auf daß rechts zwischen Motor und rechtem Rahmenlängsträger noch erheblich Raum ist welcher ungenutzt ist. Auf der linken Seite wird dieser Raum vom Vorschalldämpfer gefüllt.
Die gewählte Position:
An diese beiden Anschlüsse muß man, die rechte seitliche Ölablaßschraube, sowie das Überdruckventil:
Als erstes wird der Schraubstopfen des Überdruckventiles gelöst und samt Feder herausgenommen, dann mittels eines kleinen Magneten die verbliebene Kugel herausgeangelt:
Dann wird mit dem Mttelschneider eines 3-teiligen M6 Gewindeschneidersatzes ein Gewinde in den Ventilsitz geschnitten Man sollte sich Zeit und Muße nehmen da die Situation bei eingebautem Motor etwas beengt dort ist, aber es geht! Das nachfolgende Bild zeigt die "Ausziehvorrichtung" welche aus einer M6 Gewindeschraube, einer U-Scheibe mit großem Durchmesser, sowie einer M6 Mutter besteht. Das dritte Bild zeigt den herausgezogenen Ventilsitz:
Dieses Bild zeigt daß der Adapter über diesen Ventilsitz nicht gepasst hätte:
Die folgenden Bilder zeigen die Montage des Adapters mit seinem eigenen Überdruckventil:
Das Gewinde wird mit Gewindedicht für Hydraulikverbindungen "mittel" am Gewinde benetzt. Ich gehe davon aus daß man genauso gut auch Loctite "mittel" dafür nehmen kann. Da ich aber das richtige Mittel auch habe, benutzte ich natürlich dieses. Vorher entfetten.
Nun muß der Adapter gut fest bis auf Grund eingedreht und festgezogen werden, nicht brutal fest, aber doch so daß der Bund am Ende gut stramm anliegt. Darauf die Kontermutter gegen die Anlagefläche am Motorgehäuse festziehen.
Nun die rechte seitliche Ölablassschraube durch die Ringöse mit Hohlschraube ersetzen - noch nicht festziehen. Das kann etwas fummelig und eng sein, da das Motorblech vom Rahmen etwas stört, man kann es aber ein wenig nach unten drücken, dann geht es. Genauso kann man nun provisorisch die Ringöse mit der Hohlschraube des Adapters an Demselbigen montieren.
Nun geht es um die Befestigung des Ölfilterhalters. Hier bietet sich die untere rechte Verbindung von Motor und Getriebe an. Der Stehbolzen ist genügend lang, hat noch keine anderen aufgeschobenen Halter oder dergleichen wie die anderen der Haltebolzen und er ist auch ausreichend gut zugänglich und solide. Das Halteblech ist natürlich nach Maß zu machen und muß sich nach dem vorhandenen Ölfilterhalter richten. Ich habe den Ölfilterhalter von Mocal gewählt, doch nur so ein teures Markenteil weil ich es günstig bekam, ansonsten bietet sich ein günstigerer Halter an welchen es bei VW Käfer ET-Läden gibt. Diesen Adapter gibt es für rechts oder links Montage und kostet samt Stutzen so ca. 26€. Vor einer Bestellung sollte man sich natürlich damit auseinandersetzen welche Version sinnvoll ist. Auf jedem Halter ist die Durchflußrichung mit einem Pfeil markiert. Das Halteblech besteht aus 2mm Edelstahl und ist leicht gewinkelt um für den motorseitigen Anschlusstutzen Raum zu gewinnen. Da der Filter samt Öl einiges wiegt und auch die Schläuche einigen Druck auf den Halter ausüben können legte ich Wert darauf daß das Halteblech in jedem Fall stabil genug ist. Daher habe ich das sowieso schon stabile 2mm Blech zusätzlich im gewinkelten Bereich und der Bohrung zur Aufnahme des Motorbolzens mit einer weiteren Lage 2mm des gleichen Bleches gedoppelt. Das Halteblech ist in diesem Bereich so an das Motorgehäuse angepasst daß es in horizontaler Position, zusätzlich zur Verschraubung, sich auch senkrecht am Motorgehäuse abstützt. Das war etwas aufwändig immer wieder etwas abfeilen, auf den Bolzen schieben, prüfen, wieder abnehmen und wieder etwas abfeilen u.s.w.,
Hier sieht man das Blech in verschiedenen Ansichten sowie am Montageort mit und ohne den Filterhalter:
Als Schlauchlänge ergab sich für beide Schäuche genau 25cm, doch je nach gewähltem Ölfilterhalter sowie der Position und Ausführung des Haltebleches können diese Längen abweichen, der Schlauchverlauf wird anhand der Bilder ersichtlich:
Beim Festziehen der Hohlschrauben darauf achten kein Drehmoment auf den Adapter im Motorgehäuse auszuüben, also schön mit einem Maulschlüssel am Adapter gegenhalten, das Gleiche wenn wie bei meinem Mocal Halter auch dort noch zusätzliche Adapter zwischen den Hohlschrauben mit der Ringöse und dem Halter sitzen. Also dann auch dort am Adapter gegenhalten.
So der Testlauf ist bestanden, alle Schläuche und Verbindungen sind dicht und der Ölfilter wird warm, was bedeutet, daß er auch vom Öl durchströmt wird. Prinzipiell könnte man nun noch den Öldruck im Motor-Ölkreislauf messen. Doch da die Industrie-Kugelventile über alle Zweifel erhaben sind und Tim bei seinem ersten Umbau schon so eine Messung vorgenommen hat ist dies m.E. nicht nötig.
deudeuchement
Roland