Mahlzeit...
Wie versprochen, versuche ich mich jetzt mal an einer bebilderten "Anleitung" zum Wechsel des Kreuzgelenks, bzw. versuche ich zu beschreiben, wie ich es gemacht habe. Ich werde mich auf den wesentlichen Teil (z.B. Bilder) beschränken, da zum Kreuzgelenkwechsel ansich ja schon einiges geschrieben wurde. Ebenso zum eventuellen Ausbau der Lenksäule, Lenkrad, Airbag, etc.
Eins erstmal vorweg: Da mein V6 ein Automat ist, sieht es bei mir etwas "aufgeräumter" aus als in den Schaltern (z.B. kein Kupplungspedal;)), und es ist dementsprechend etwas mehr Platz. Trotzdem sollte es (hoffentlich) auch so beim Schalter funktionieren.
Eine Bühne (oder Grube) braucht man nicht, und wenn das Wetter mitspielt, kann man es auf der Strasse machen. Lediglich vorne aufbocken empfiehlt sich, da man dann die Lenkung leichter in die entsprechende Position drehen kann.
Wie schon erwähnt, hab ich mich von Innen und von Oben an das Kreuzgelenk rangekämpft. Das meiste kann man dabei vom Innenraum aus erledigen. Lediglich das an- und abschrauben des Gelenks, und das ab- und aufstecken des Hitzeschildes muss vom Motorraum aus erfolgen. Da man dazu auch mit der Hand am Auspuffkrümmer vorbei muss, sollte der Motor kalt sein. Auch lange, nicht zu "kräftige" Arme sind von vorteil, da zwischen Spritzwand und Motor nicht sehr viel Platz ist. Ich steckte (bei 178cm größe) teilweise bis weit über den Ellenbogen drin.
U.a aus Platzgründen, habe ich bei mir die komplette Lenksäule ausgebaut. Das ist zwar mehr Arbeit, macht aber wahrscheinlich den Gelenkwechsel (beim V6) insgesamt deutlich einfacher. Eigentlich sollte es aber auch ohne Ausbau der Lenksäule gehen. Mein "neues" Gelenk habe ich so aus einem 2l/16V ausgebaut. Da ist aber auch deutlich mehr Platz im Motorraum.
Nachdem die Lenksäule draußen war, sah das ganze schonmal so aus:
Die Gummimanschette besteht aus zwei zusammengesteckten Teilen. Zuerst entfernt man die (hier sichtbare) große obere. Die Manschette darunter ist kleiner als sie im ersten Moment aussieht. Sie ist an drei Rastnasen an der Spritzwand befestigt. Auch diese wird in richtung Innenraum abgezogen.
Auf dem Bild sieht man, oben an der Manschette, eine der drei "Rastnasen":
Nachdem die Manschetten raus sind, hat man freien Blick auf das Kreuzgelenk (Anm.: Das Gelenk sieht deshalb so gut aus, weil es schon das neue ist. Auch der Hitzeschild ist auf dem Bild nicht zu sehen. - Die Fotos sind erst beim Einbau entstanden:)):
Leider ist das Loch in der Spritzwand viel zu klein, als dass man da vernünftig mit Werkzeug durchkäme:( Deshalb muss die Schraube des Kreuzgelenks vom Motorraum aus gelöst werden.
Und so sieht das von Oben aus (Das Kreuzgelenk befindet sich unter dem Hitzeschild):
Das Teil ist nur auf das Lenkventil gesteckt und kann einfach abgezogen werden (Das draufstecken ist etwas komplizierter, weil man dafür sowohl Kraft, als auch Gefühl braucht, aber mit dem ganzen Arm im Motor steckt).
Nach abziehen des Hitzeschilds sieht man dann das Kreuzgelenk:
Die Lenkung wird so gedreht, dass die (6er) Innensechskantschraube zugänglich wird (Markierung). Diese Schraube muss komplett raus. Ich habe dazu insgesamt vier 1/2'' Verlängerungen (2 lange, 2 kurze) und ein Kreuzgelenk benutzt. Damit funktionierte es ohne Probleme. Auf der Rückseite sitzt eine selbtsichernde Mutter. Die ist aber in einem Käfig "gefangen", und kann sich nicht drehen und auch nicht rausfallen.
Wenn die Schraube raus ist, sollte das Gelenk eigentlich ganz einfach vom Lenkventil abgezogen werden können. Eventuell muss man aber noch mal mit Rostlöser ran. Danach kann die Welle nach innen rausgezogen werden. Mit eingebauter Lenksäule wird es eventuell etwas "fummeliger".
Und so sieht es ohne Gelenkwelle aus. Von Außen (Motorraum):
Und von Innen:
Jetzt folgt der komplizierte Teil. Der Einbau:
Auf der Achse des Lenkventils gibt es, anders als an der oberen Gelenkwelle, keine feste Einbauposition für die Gelenkwelle (Die Plastikkappe ist drehbar). D.h.: Es ist nicht garantiert, dass das Kreuzgelenk wieder in der gleichen Position wie vorher sitzt. Das ist besonders dann wichtig, wenn man nicht die Lenksäule ausgebaut hat, weil es passieren kann, dass das Lenkrad dann nicht mehr greadeaus steht. Also aufpassen!
Bei eingebauter Lenksäule, muss die neue Gelenkwelle zuerst in die obere Welle gesteckt werden. Erst danach auf das Lenkventil. Bei ausgebauter Lenksäule (wie bei mir) kann man es andersrum machen.
Dann die Schraube wieder "einfädeln" und festziehen, und den Hitzeschutz wieder auf das Lenkventil stecken.
Jetzt kommen die Manschetten wieder drauf (Mit eingebauter Lenksäule, muss die Manschette vor dem Einbau der Gelenkwelle wieder drauf;)). Die beiden Einzelteile der Manschette sollten auch vor dem Einbau wieder zusammensteckt werden, weil es nachher sonst beinahe unmöglich ist, die Manschetten wieder richtig zu befestigen. Es kann auch nicht schaden, die Gleitflächen (für die Gelenkwelle) an den Manschetten zu fetten.
So sehen die Manschetten als einzelteile aus:
Von Oben:
Von Unten:
Und so sieht das ganze zusammengesteckt aus (Die beiden Teile müssen ganz ineinander gesteckt werden.):
Damit sollte der wesentliche Teil abgeschlossen sein.
Eventuell gibt es auch einen einfacheren Zugang zum Kreuzgelenk, als der Weg von oben. Einer, bei dem man den Hitzeschild nicht abbauen muss. Vom linken vorderen Radkasten aus, kann man das Kreuzgelenk zumindest sehen, und es sollte auch möglich sein, die Schraube mit einer (oder mehreren) Verlängerung(en) zu erreichen. Ausprobiert habe ich es aber nicht (bin ich erst hinterher drauf gekommen).
Hier kann man die Schraube sehen:
Das bei mir ausgebaute Gelenk, war übrigens völlig verrostet, und hatte schon erhebliches Spiel.
Nachdem der gröbste Rost runter war, sah es dann noch so aus:
Selbst die Dichtungen sind "verrostet":)
Das wars erstmal. Ich hoffe, das ganze ist einigermaßen verständlich, und es nimmt einigen die "Angst" vor dem Gelenkwechsel beim V6. Im nachhinein betrachtet ist es eigentlich relativ einfach (wenn man weiß wie's geht), nur halt etwas enger als bei anderen Xantias (Der Ausbau bei einem 2l/16V war beinahe ein "Kinderspiel"). "Profischrauber" muss man dazu nicht sein, aber handwerklich geschickt sollte man auf jeden Fall sein. Und sorgfälltiges Arbeiten an der Lenkung(!) sollte selbstverständlich sein.
Spezialwerkzeug hab ich keins gebraucht (außer vielleicht die vielen Verlängerungen).
Wie schon erwähnt, braucht man für die Schraube am unteren Gelenk einen 6er Innensechkant, und für die am oberen Kreuzgelenk, eine(n) 13er Nuss (Schlüssel).
Falls jemand dazu Ergänzungen oder Fragen hat - Nur zu...
Markus