Das war er also - mein erster längerer Model 3 Ausflug.
Ca. 1.500km an einem verlängerten Pfingstwochenende. Davon 1.200km hin und zurück zur Insel Krk nach Kroatien. Was soll ich sagen - ich bin vollends überzeugt. Viel mehr noch als vom Auto aber einmal mehr vom Tesla Supercharger-Netzwerk. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, um wieviel unentspannter der Trip ohne Supercharger gewesen wäre.
Hinfahrt 600km: Oberösterreich - Salzburg - Tauernautobahn - Villach - Wurzenpass - Laibach - Rijeka - Baska/Krk. Ladestopps: 1x 10 Minuten Flachau (nicht notwendig, nur zwecks Pinkelpause vor dem Staumarathon), 1x 30 Minuten Villach. Restreichweite bei Ankunft: 220km
Rückfahrt 600km: Krk - Zagreb - Maribor - Graz - Liezen - Wels (Fahrzeugrückgabe). Ladestopps: 1x 30 Minuten Maribor, 1x 30 Minuten Liezen - musste den Wagen mit 80% Ladung retournieren deshalb Restreichweite bei Ankunft: 400km
Das Model 3 (Dual Motor) kam auf eine Praxisreichweite von ca. 480km bei fast durchgehender Autobahnfahrt. Durchschnittsverbrauch lag bei ca. 15kWh/100km.
Was mir am Fahrzeug aufgefallen ist: Angenehm kompakt im Vergleich zum Model S, ausreichend Platz im Innenraum, luftig durch viel Glas rundherum, geräumiger Kofferraum mit vielen zusätzlichen Staumöglichkeiten. Bildschirm reagiert perfekt. Harte Federung ist weniger störend als gedacht, die Sitze sind langstreckentauglich.
Mit dem Autopiloten fährt man grundsätzlich sehr entspannt, vor allem im Kolonnenverkehr und Stau - einzig die Funktion "Navigate on Autopilot" liefert aus meiner Sicht derzeit noch kaum einen Mehrwert, bzw. ist definitiv noch nicht ausgereift und/oder durch zuviele Regulative eingeschränkt. Es werden grundsätzlich Vorschläge für Spurwechsel und Co. gemacht, aber das wird fast etwas verwirrend, weil man erst wieder jedes Manöver mit Blinker setzen und kurzer Lenkbewegung bestätigen muss. Auch Überholvorgänge brechen oft abrupt ab, da muss man selbst schon gut im Kopf "mitfahren", dass es wirklich was bringt. Ich würde definitiv niemandem raten den Autopiloten zu aktivieren, der sich nicht vorher etwas mit der Sache vertraut gemacht hat. Aber ich bin ca. 70% der Autobahnstrecken mit aktiviertem AP unterwegs gewesen, den Rest wollte ich auch einmal selbst etwas tun
Die Reichweite ist schon sensationell. Jede Strecke wäre sich mit einmal ca. eine halbe Stunde Zwischenladen leicht ausgegangen. Sogar mit dem kleineren Standard Range Model 3 wäre das möglich gewesen. Die Praxis lehrt, dass man auf so einer langen Strecken (gerne) wesentlich öfter stehenbleibt um zu rasten. Auf der Autobahn sind 450 Kilometer, abseits wohl auch über 500 Kilometer drinnen. Der Wagen ist so effizient, dass sich auch längere durchgehend schnellere Fahrten kaum auf die Reichweite auswirken.
Das Model 3 führt zu Recht die aktuellen E-Auto-Verkäufe an. Da passt einfach alles für die vollständige Alltagstauglichkeit. Von den Fahrleistungen spreche ich gar nicht, denn die sind natürlich atemberaubend.
Es gibt kaum Momente, in denen ich mich nach einer Fahrt in einem anderen Auto überwinden muss, wieder in den C6 umzusteigen. Heute war so einer.