Früher hieß es über den Daumen, daß ein Auto für die Herstellung soviel Energie frißt, wie es in seinem Leben verfährt.
Dann kam Diesel Turbo, später Common Rail. Vielleicht hätte man die Verbräuche halbieren können. Gewichtsverdoppelung war dann doch irgendwie geiler. Natürlich ist das auch verständlich, denn je mehr Rohstoffe verbraten werden, desto höher die Gewinne. Heute könnte die komplette Herstellungsenergie bei Faktor 2 liegen.
Die Verbräuche sind also eher gleich geblieben, NOx ging mit den Drücken und Verbrennungstemperaturen natürlich nach oben. Aus den groben Partikeln wurden feine. U.a. in Stuttgart wurde so lange heftig auf dem Diesel rumgehackt, bis man gemerkt hat, daß der meiste Feinstaub nicht vom Diesel, sondern von Reifen + Bremsen kommen, sprich vom Fahren selber.
E-Mobilität überzeugt mich nun wirklich überhaupt nicht. Ein AX mit E-Motor vielleicht noch irgendwie, aber ein Chayenne?!?. Unter Einbezug von Herstellung und Entsorgung ist ja nicht mal klar, ob ein Prius mehr öko ist als ein Hummer.
Ganz grundsätzlich seh ich das so, daß wir die Dinge, die irgendwann mal hergestellt worden sind, möglichst lange pflegen.
Es lebe das Repair-Café - die Abwrackprämie war ein Verbrechen. Wenn ich den kompletten Zyklus eines Autos ins Auge fasse, ist Oldtimer vielleicht nicht mal so schlecht. Ob Benzin oder Diesel ist meiner Ansicht nach sogar eher zweitrangig.
Daß über Herstellung und Entsorgung kaum gesprochen wird, macht ein halbwegs objektives Bild jedenfalls für mich ziemlich unmöglich. Vermutlich soll ja auch genau das vermieden werden.
Und was wirklich hilft, ist: das Auto stehen lassen.
Wenn ich auf die ganzen LKWs, den Flug-hype und auf die ganze Überproduktion an Waren überhaupt schaue, dann ist es mit dem Auto wie mit dem Plastik:
Das Klima- und das Plastikproblem, ich denke, daß beide wirklich ein enormes Ausmaß angenommen haben - und daß wir das nicht wirklich realisiert haben - nun ja, Trinkhalme sind immerhin schon mal verboten ...
Bernd