Hersteller des Steuergeräts: Thomson-Brandt, Verbauort Serie 1: unter dem Handschuhfach, Serie 2: auf dem Kotflügel über der Batterie.
Ich habe übrigens mal die Lebenserwartung des Kondensators abgeschätzt, um zu ermitteln, ob es sinnvoll ist, ihn auszutauschen, oder nicht.
Kurz zusammengefasst, wenn man den Wagen nicht mehr als 12 Jahre unbenutzt abstellt, kann man sich das sparen.
Das größte Problem, was der Elko hat, ist nicht der Betrieb, sondern die Lagerung über größere Zeiträume.
Ich habe mal eine Laufleistung von 270.000 km zugrunde gelegt, 30 Jahre mit 9.000 km/Jahr und Standzeiten von länger als 6 Monate ausgeschlossen. Mit diesen Annahmen hat der Elko etwa 10-15% seiner Lebenerwartung hinter sich.
Für die Abschätzung habe ich den Rippelstrom mit LTSpice berechnet (großzügig 2V Überlagerte Spannung angenommen) und ein Datenblatt für den verwendeten Elko 220µF/25V von Philips Typ 036 herangezogen (genau gesagt 036 RSP von Vishay). Wer das ganze nachvollziehen möchte, dem sei der Artikel "Elko-Lebesdauerabschätzung" der Jianghai Europe GmbH empfohlen. Meiner Meinung nach nicht umsonst "Elektronik Artikel des Jahres 2009" gewesen.
Bei relativ kurzen Lagerungszeiten heilt der dadurch entstandene Schaden wieder, wenn der Elko wieder beutzt wird. Je kleiner die Temperatur bei der Lagerung, desto weniger schädlich. Das Abstellen des knackewarm gefahrenen Fahrzeugges fällt von der Länge kaum ins Gewicht, die meiste Lagerung findet zwischen 0 und 20°C statt. (Ein einigermassen frostfreies Winterquartier mal angenommen).
So ein bisschen kann man den Elko mit einem Bleiakku vergleichen, auch dem schadet lange Nichtbenutzung, ein bisschen Tiefentladung ist zwar nicht gut, wird aber meist verkraftet, wenn nach nicht zu langer Zeit wieder nachgeladen wird.
Selbst wenn die Lebensdauer nach DIN nach 270.000 km und anschließender 10 jähriger Einlagerung erreicht sein sollte, so ist der Elko wahrscheinlich nicht wirklich kaputt, sondern nur mehr als 30% unter seiner Toleranz. Was meiner Meinung nach an der Stelle, wo er verbaut ist nicht mal bemerkbar ist.
So ein Steuergerät ist halt kein Röhrenradio, was brummt wenn man es lange nicht mehr benutzt hat (aber auch das gibt sich nach einer gewissen Benutzung zumindest teilweise wieder).
Natürlich kann der Elko auch zufällig kaputt gehen, aber die Chance ist relativ klein. Ein vorsorgliches Austauschen somit nicht notwendig. Ein frisches Steuergerät aus dem Ersatzteilwesen wird ja auch nicht mit neuen Elkos bestückt, obwohl es seit 30 Jahren im Regal liegt.
Ich habe mit das Steuergerät nochmal angesehen, die Gefahr was beimAustausch des Elkos falsch zu machen ist in der Tat relativ gering. Auf der Platine ist deutlich ein Pluszeichen angebracht, selbst wenn die Polaritätsmarkierung auf dem Elko nicht mehr richtig erkennbar sein sollte, kann es eigentlich nur noch an an kalter Lötstelle oder Unverträglichkeiten der Lötzinnsorten scheitern.
Ich würde trotzdem nicht vorsorglich tauschen, mache ich bei einer Zylinderkopfdichtung ja auch nicht.