Und genau das ist das Problem. Man bringt einen funktionsfähigen Wasserstoffantrieb aktuell aufgrund der Menge an zusätzlichen Bauteilen und der erforderlichen Größe der Drucktanks nur in großen, schweren Fahrzeugen unter. Allein die Drucktanks wiegen 150-200kg. Eine Kompaktklasse ist derzeit mit Wasserstoff nicht möglich.
Und dann sind wir wieder dort wo wir nicht hin wollen: Größere Autos, mehr Gewicht, höherer Energieverbrauch - und hinein in die verstopften Innenstädte damit, weil sich ja niemand das hart erkämpfte Menschenrecht nehmen lassen will, mit seiner überdimensionierten Langstreckenkutsche überall einfallen zu dürfen.
Es ist außerdem etwas schizophren, wenn man den Verbrauch von 30kWh/100km im e-tron (zurecht) kritisiert, aber die mindestens 60-70kWh/100km Tank-to-wheel (!) im Wasserstoff-Nexo als sparsam bezeichnet.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Der Wirkungsgrad ist das K.O.-Kriterium für eine breite Marktdurchsetzung von Wasserstoff im PKW. Vom Hirngespinst des massenhaften Überschussstroms zur billigen H2-Elektrolyse ganz abgesehen. Sobald irgendwo substantielle Stromerzeugung für Elektrolyse wegfällt, geht der Energiepreis nach oben - egal für welche Anwendung.
Natürlich wird es Menschen und Unternehmen mit prallen Geldbörsen geben, die sich mit H2-Autos eine vermeintlich schnelle Betankung erkaufen wollen, die Masse wird aber schnell merken, dass man deutlich günstiger unterwegs ist, wenn man Strom direkt lädt und sich den Energielieferanten und Tarif selbst aussucht, oder sogar selbst sein eigener Lieferant ist, und dafür bei den paar längeren Fahrten im Jahr ein Auto mit mehr Reichweite mietet, oder eben einfach ein paar Minuten eine gemütliche Pause macht.