So, liebes Forum, das Problem ist lokalisiert und behoben.
Achtung, jetzt wird's unterhaltsam:
Wie angekündigt, hatte ich alles wieder zusammengebaut, um die Wiederholung des Schauspiels zu inszenieren und das Leck zu orten.
Einige Sekunden nach dem Motorstart begann der Strahl wieder an der beschriebenen Stelle auszutreten. Diesmal stand ich unter dem Auto und versuchte, mit dem Endoskop die Ursache zu erforschen, konnte aber noch immer kein Leck erkennen. Es lief und tropfte vor sich hin.
Ich ließ den Wagen herunter, schaute wieder von oben und versuchte, an allen Seiten am LHM-Behälter vorbei zu schielen.
Dann sah ich das:
An der fahrerseitigen Kugel trat tatsächlich Öl aus und lief an ihr herab. Aber ich hatte doch erstens neue Dichtungen verwendet und zweitens auch unterhalb der Kugel gesucht und dort gar kein Öl gefunden? Drittens war die Stelle unter dem Auto, wo es auf den Boden landete, ein ganzes Stück entfernt?
Also dann, Motor aus, alles abgewischt und Kugel gelöst. Das ging ausgespochen leicht (!). Warum, sah ich dann darunter: Da lag der Dichtring.
Dieser war also bei der Montage, nachdem ich ihn eingeölt und am Federzylinder angeheftet hatte, in dem Moment, als ich mich umdrehte und nach der Kugel griff, wieder abgefallen. Im Nachhinein erinnere ich mich sogar dunkel, dass mir der Anschlag beim Anschrauben étwas hart vorkam.
Aber wohin lief das Öl?
Dahin:
Tatsächlich liegt der tiefste Punkt der Kugel, an dem sich der Ölstrahl dann nach unten löst, nicht nur direkt über dem geschlitzten Wellrohr, sondern auch noch exakt über dem Spalt (in dem das helle Kabel zu erkennen ist). Hier also verschwand das LHM gleich wieder, lief im Wellrohr weiter nach unten und trat dann an einer horizontal etwa 20 cm entfernten Stelle wieder aus.
Wer soll denn auf sowas kommen?!?
Dass ich selber die Kugel als Leckage-Ursache nicht erkannte lag auch daran, dass ich nach dem ersten Auftreten des Lecks alle Hände voll damit zu tun hatte, die Sauerei auf dem Boden wegzumachen und danach war der Tag zu Ende. Zur Fehlersuche kam ich erst einige Tage danach - und da war auch der letzte Tropfen des LHM von der Kugel abgelaufen und -getropft, so dass ich auf die falsche Fährte gelockt wurde.
Also dann, Dichtung wieder eingesetzt, Kugel (gegen einen "weichen Anschlag" fest gezogen, untenrum alles Zugängliche abgewischt - und dicht ist es wieder!
Jetzt könnte doch alls so schön sein ... wenn sich nicht seit dem ein ABS-Fehler eingenistet hätte.
Dafür geht plötzlich der Tempomat wieder.
Und seit vorgestern springt er nicht mehr an.
Was soll man dazu noch sagen ...
VG und schönen Sonntag,
ogre