Als Drehmomentschlüssel für die kleinen Anzugswerte hat sich eine kleine Federwaage bewährt, nur mit dem Umrechnen (10cm, 15cm, 20cm Hebel) nicht vertun.
Ein Geduldspiel ist das Einsetzen des Planetengetriebes und danach des B/E-Kupplungssatzes, hier müssen etliche Kupplungsscheiben fluchten und das Teil ist auch noch schwer.
Diese Verzahnungen müssen alle fluchten!!!
Ich habe es einige male nicht vollständig reingebracht mit dem Effekt, das der runde Deckel nicht draufgeht. Es fehlten vielleicht 1cm. Wer jetzt mit dem Gummihammer den vermeintlich sich schwer setzenden Deckel reinklopfen will, hat verloren. Ich habe den Deckel dann zunächst ohne den großen O-Ring aufgesetzt um die Leichtgängigkeit (und damit den korrekten Sitz des Planetengetriebes und des Kupplungssatzes) zu testen. Beim „nächsten Mal“ (Gott bewahre), würde ich vor der Demontage den Überstand der langen Welle auf der Wandlerseite messen (und notieren!) um zu wissen ob alles vollständig tief drin sitzt, ist einfacher/schneller.
Die Radialwellendichtringe vom Differential und an der Ölpumpe wurden natürlich auch ersetzt, das habe ich aber vor dem Einsetzen des Differentials und des langen Schaftes gemacht, man kommt dann besser mit normalem Werkzeug dran.
Zwei abgesägte Schrauben in etwa der Länge der Befestigungsschrauben Motor-Getriebe habe ich als Führung oben eingesetzt, so daß sich das Getriebe einfacher zum Anflanschen ansetzen lässt.
Es empfiehlt sich dringendst, den Wandler irgendwie durch das Sensor-Loch zu blockieren (Hammerstiel z.B.), sonst rutscht er ganz schnell unbemerkt 1-2cm nach vorne und aus der Verzahnung heraus. Bei mir ist es beim ersten Anlauf so passiert, hätte ich beim Anziehen der Gehäuseschrauben nicht aufgepasst und schonmal richtig angezogen, wäre der Wandler platt gewesen. Anschrauben lässt er sich nämlich. Korrekt sitzt er ca 1,5 cm hinter/unter einer gedachten Linie zwischen den Gehäusehälften. Er „rastet“ dann richtig ein. Probeweise mit dem Schlüssel an der Riemenscheibe den Motor durchgedreht… alles in Butter.
Nach Wechsel der Zahnriemen, WaPu, Spannrollen und fertig überholter Hydraulikpumpe kam die Antriebseinheit wieder rein, das ging recht flott, die obere der beiden Befestigungsmuttern für die rechte Antriebswelle ließ sich erst mit langer Nuß zur Mitarbeit überreden.
Die ganzen Kabel und Schläuche in der richtigen Reihenfolge an den richtigen Platz zu verlegen / anzuschließen dauerte viel länger als das Reinheben, dank der Separierung der Teile nach Baugruppen vergisst Du keine Schraube. Für eine Schraube zur Befestigung des Druckreglers habe ich ganze 15 min den zugehörigen Platz suchen müssen, es war unten. Ohne diese Methode wäre es mir garnicht aufgefallen.
Dann der spannende Moment.
Hat alles geklappt? Keinen Fehler gemacht? Kein anderer Schaden am Getriebe?
Im noch aufgebockten Zustand Motor an, sprang sofort an (Puuh…). Im Leerlauf erstmal die Ölpumpe und Hydraulikpumpe ansaugen lassen, keine Geräusche.
Dann alle Gänge durchgeschaltet, alles im grünen Bereich !
Kurze Zeit später war der XM fahrbereit, die Probefahrt verlief seeehr zufriedenstellend, sauberes schalten, nichts auffälliges !!!
Erstmal eine Dose Bier aufgemacht…
Nachtrag: mittlerweile über 1000km fehlerfrei gefahren, Schmerzen in der Schulter vom dauernden draufklopfen…