Interessant. Bei uns - Verwaltung in einer mittelgroßen Stadt in Schweden - zeugen höchstens die vermehrt auftretenden Mails aus der Chefetage von einer gewissen Aufregung. Aber auch von einem bisher recht pragmatischen Krisenmanagement: Uns wurde gesagt, wir sollen vorsorglich jeden Abend unser Laptop und Headset mitnehmen, damit wir von zu Hause aus arbeiten können, wenn Symptome auftreten. Und lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zu Hause bleiben. Besprechungen mit nicht im gleichen Haus arbeitenden Menschen finden "so online wie möglich" statt. Leute mit Asthma oder anderen Risikofaktoren arbeiten vorsorglich auch zu Hause. Die letzten zwei Tage wurde es ziemlich ruhig im Büro, etwa ein Drittel hatte sich nach Hause begeben. Bei den Übriggebliebenen herrschte keine Panik, obwohl man sich natürlich schon zusammen Gedanken macht.
Das geht natürlich in sehr vielen Berufen nicht so einfach. Die Kollegen im Gesundheits- und Pflegebereich zum Beispiel werden aufgefordert, zur Arbeit zu erscheinen, solange sie selbst frei von Symptomen sind.
Mitnehmen auf die Arbeit. Dann darfst Du ganz schnell Home office machen :-)
Insgesamt ist die Lage hier recht ruhig und besonnen. Die Stadt wirkte am Freitag Nachmittag halb leergefegt. Ich war noch einkaufen, von Hamsterkäufen nur geringe Spuren: Haferflocken waren fast alle, und Handdesinfektion ist nur mit Tips vom Apothekenpersonal zu bekommen, wann die nächste Lieferung reinkommt. Klopapier war kein Problem zu bekommen. Scheint ein deutsches Phänomen zu sein, das zu hamstern (wozu gibt's denn im Notfall alte Zeitungen?).
Und dabei ist Schweden, gemessen an der Bevölkerungszahl, ungefähr doppelt so stark von Covid-19 betroffen wie Deutschland.
Wir bereiten uns trotzdem schonmal darauf vor, ein paar Wochen zu Hause bleiben zu müssen. Ein paar Tips für den Einkaufszettel, an die man neben den Grundnahrungsmitteln und Konserven vielleicht nicht sofort denkt:
Knäckebrot
Haferflocken
Nüsse
H-Milch
Eier
Kartoffeln
Wer Tiere hat: Futter, Katzenstreu u.ä.
Solange der Strom nicht ausfällt, sehe ich dem Ausgangsverbot relativ gelassen entgegen.
Bleibt gesund!
Martin