Ja, das macht natürlich nachdenklich. Wenn man dann die Zahlen mal genauer betrachtet, stellt man aber fest, daß die Testrate mit gerade mal 7 000 je 1 Mio. Bevölkerung sehr gering ist. Zum Vergleich: Deutschland hat 21 000, Norwegen 24 000 je Million Einwohner getestet. Mutmaßlich haben wir in Schweden eine wesentlich größere Anzahl Fälle pro Bevölkerung als Deutschland, weil die meisten gar nicht erfaßt werden. Wer keine ernsten Symptome aufweist, wird telefonisch aufgefordert, zu Hause zu bleiben und darf dann zum Arzt gehen, wenn Hilfe benötigt wird.
Das relativiert einerseits die hohe Zahl der Todesfälle. Es könnte aber auch ein Problem sein, daß einige zu spät medizinisch versorgt werden, wenn die Hürde, überhaupt untersucht zu werden, so hoch liegt.
Hinzu kommt die Organisationsstruktur der Haushaltshilfe für ältere Menschen. Wer noch gut genug beisammen ist, daß er keine Versorgung im Heim braucht, zu dem kommt täglich der "Hemtjänst" und hilft in der eigenen Wohnung. Dieser mobile soziale DIenst ist kommunal organisiert und leidet oft unter Geld- und Personalnot, so daß ein Bediensteter etwa 30 verschiedene ältere Menschen pro Woche versorgt. Das sind natürlich perfekte Strukturen zur Verbreitung von Viren in Hochrisikogruppen.
Quelle der Zahlen: https://www.worldometers.info/coronavirus/#countries