Eine Sache bitte mitberücksichtigen bei jeglicher Zahnriemenspannerei (meine Erfahrung):
Die Kurbelwelle lässt sich ja, abgesehen von der Kompression, meist gleichmässig drehen, Gerade wenn kein Riemen aufgelegt ist, die Kolben irgendwo in der Mitte stehen (nicht oben!), und man die Grundeinstellung zum Auflegen sucht z.B..
Wenn man das mal mit dem Nockenwellenrad versucht, da rumzudrehen (wie gesagt, Kolben irgendwo in der Mitte !), mit eingebauter Nockenwelle und Federn und allem drum und dran, wird man merken, die Welle will immer in gewisse Stellungen "flutschen" - das hängt mit dem Druck der Ventilfedern in Richtung Nocken zusammen. Gleichmässiges drehen Fehlanzeige.
Dieselpumpe drehen von Hand -> änhliche Effekte.
Und jetzt versetzt man sich mal in die Lage eines Motoreningenieurs, eine Stelle fürs Messgerät vorzusehen, und eine Stellung des Riementriebes, wo an der Messstelle eine gleichmässige Spannung (im Verhältnis zu den anderen, mehr der weniger frei hängenden Teilen eines Riemens) vorherrscht. An den Stücken des Riemens, welche auf den Rädern aufliegen, wird der Riemen durch die Spannung ja "zwangsgeführt", das heisst, er kann sich nicht mal eben etwas dehnen und sagen wir mal einen 10/tel Zahn "vorrutschen". In den "frei hängenden" Zonen zwischen den Rädern sieht es anders aus - da ist Raum für eine, wenn auch gewisse geringe Elastizität und Längendehnung.
Wenn nun aber eine Nockenwellenrad sich zurückdrehen möchte, weil eben die Nocken Druck ausüben (oder die Dieselpumpe), hängt der Riemen auf der einen Seite "durch", während er an einem anderen Teilstück relativ stark gespannt ist. Wo mißt man also? Die Hersteller vermeiden das dann eben durch genau definierte Stellungen des Triebes an dem an bestimmter Stelle gemessen werden soll oder darf. <- Dieser Teil ist wichtig. Wenn ihr mit dem Messgerät meßt, stellt den Riementrieb auf Herstellerangaben ein. Sonst nehmt ihr an einem Rastespiel teil und merkt es aber nicht.
Ottonormalschrauber fühlt mit dem Daumen alle frei hängenden Passagen ab, dreht solange bis alle gleichmässig gespannt sind, und spannt dann. Dreht nochmal, prüft nochmal, spannt evtl. nochmal ein kleines bischen nach. Und dann guckt man sich die Spannung nach 50- oder 100000 km nochmal an und sagt sich: "Cool, den Riemen hab ich damals aufgelegt und gespannt. Der hängt jetzt, nach der Laufleistung auch nicht mehr durch als der alte Riemen den ich damals rausgeschmissen hab - hab ich also gar nicht so schlecht gespannt (oder genauso schlecht wie der Schrauber damals ". Restwerksriemenspannung beim ersten Wechsel ist hier goldwert...
Ich sage immer, "Luft" darf er nicht haben, leicht gespannt, auf keinen Fall unter starker Spannung (geht auf die Lager). Messgerät, richtig eingesetzt, kann da durchaus helfen.