Ich kann nicht umhin, zu schmunzeln. Nicht, weil die Diskussion hier lustig wäre, sondern weil sie, nimmt man sie ernst, einmal mehr nicht mehr auszuhalten ist.
Ad Corona:
Was muss, das muss, und da der Virus nun mal neu ist, lernen wir, nicht nur in D, sondern auch anderswo, will heissen auf globaler Stufe, immer mal wieder dazu. Dass bei solch unvollständigem Informationsstand auch falsche Entscheidungen getroffen werden, liegt in der Natur dieser Situation. Solange das jeweils zeitnah korrigiert wird, kein Grund zur Revolte.
Persönlich kann ich die absolute und scheinbar unbedingte Abneigung gegen Schutzmasken nicht nachvollziehen. Ich habe für diesen Widerstand angesichts harter Fakten, mittlerweile guter Maskenverfügbarkeit und des geringen finanziellen Aufwandes für so eine Massnahme mittlerweilen nicht mehr den Funken irgendwelchen Verständnisses. Klar, die Masken schützen nicht zu 100%, und es gibt Situationen, da brauchts objektiv keine. Aber ich erinnere mich lächelnd zurück, was hier im Forum los war, als ich nicht verstand, warum Autokäufern heute Airbags unverzichtbar sind, oder warum ich mich als Autofahrer gläsern machen sollte, damit im Unfallfall die Chance (denn mehr ist es nicht, bei den Funklöchern, dies in Europa immer noch gibt) sofort Hilfe zu bekommen, etwas höher ausfällt. Komischerweise hat da keiner eine hundertprozentige Wirksamkeit dieser Massnahmen zu deren Rechtfertigung vorausgesetzt. Das, obwohl der staatlich verordnete Zwangsnotruf die individuelle Freiheit wesentlich stärker bedroht, und die zugehörigen Standards dem Missbrauch auch noch Tür und Tor öffnen.
Mal anders: Ich selber bin von der Risikogruppe weit weg. Noch unter 40 und kein Partytier, keine relevanten Vorerkrankungen soweit bekannt. Aber würde ich mich anstecken mit dem Coronavirus, könnte ich an die zwei Wochen nicht zur Arbeit. Allein das ist Grund genug zur Vorsicht. Kommt dazu, dass meine beiden Eltern zur Hochrisikogruppe gehören, genauso wie meine zwei besten Freunde. Eine weitere Bekannte, die ich in den letzten Wochen regelmässig traf, arbeitet in einem Pflegeheim. Warum also sollte ich auch nur einen einzigen guten Grund sehen, gegen Schutzmasken sein zu wollen? Zumal die Dinger kaum was kosten, anders als zu Beginn der Pandemie, als es schon gar nicht erst welche gab.
Zu den Impfgegnern: Grundsätzlich das gleiche wie bei den Masken. Allerdings mit einem Zusatz. Dem nämlich, dass ich anmerken muss, dass es eine Corona-Impfung ja eben leider noch nicht gibt. Ich halte nicht viel davon, auf Vorrat zu protestieren. Selber grundsätzlich impfskeptiker, bin ich dennoch grundsätzlich der Meinung, dass nichts gegen Impfungen spricht, solange die wirken. Letztes Jahr hab ich mich sogar (erstmals) gegen Grippe impfen lassen. Warum nicht, wenns der Arbeitgeber zahlt. Müsste ichs selber zahlen, würde ich Kosten und Nutzen abwägen. Und ich selber verliere kaum was, wenn ich ne Woche oder zwei Krankgeschrieben bin. Zumal die Grippeimpfung ja nur mit einer für eine Impfung recht unüblich geringen Wahrscheinlichkeit wirkt.
Ad Gewalt: Das kann ich kürzer abhandeln. Gewalt geht gar nicht. Und mir ist scheiss egal, aus welcher Ecke. Sowas darf nur der Staat, und nur nach Massgabe der Verfassung und der EMRK. Jeder Streit darüber, ob linke oder rechte Gewalt schlimmer sei, erübrigt sich vor diesem Hintergrund. Zumal ich das gängige links-rechts-Schema eher als kreis sehe. Links und Rechts gehen also meiner Ansicht nach ineinander über. Sie stehen sich eben gerade nicht diametral gegenüber, sondern treffen sich in den Extremen, und davon, vom Extrem, gibts daher nicht zwei, sondern nur eins, und das ist nicht gutzuheissen. Nicht nur, weil Gewalt inakzeptabel ist, sondern weil Extreme der Realität nie gerecht werden.