Was heißt da "ärgerlicherweise"? Ich finde es gut, dass Du wenigstens in den Blog mal reingeschaut hast, oder empfindest Du die Auseinandersetzung mit Gegenargumenten als so daneben? Das, was Ruhsert im Blog und im Buch schreibt, sehe ich nicht im Bereich von "absichtlichen Fehlinterpretationen", im Gegenteil geht er davon aus, dass viele Studien falsch sind, und dem setzt er seine Annahmen, die er anhand zahlreicher Studien vornimmt, entgegen. Das muss man doch als E-Fahrer ohne Ärger aushalten können, wenn man daran interessiert ist, dass E-Mobilität ausgebaut wird..
Nein, steht man nicht, zumindest nicht nach meinen Vorstellungen. Da es m. E. sinnvolle Einsatzbedingungen für E-Autos gibt, wird und muss dort in der Tat die Forschung und Entwicklung weiter gehen. Hier sind wir gar nicht auseinander.
Du musst hier aber ergänzen, dass er zu einem Gutachten des UBA zum Jahr 2050 referiert und diese Zahlen interpretiert. Den Brennstoffzellenantrieb sehe ich selbst jedenfalls nicht unbedingt als Alternative.
Das ist die Krux. In die gleiche Kerbe haut das Institut für Weltwirtschaft in Kiel:
https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/kiel-policy-briefs/2020/elektromobilitaet-und-klimaschutz-die-grosse-fehlkalkulation-0/
Zitat daraus:
"Als Fazit lässt sich festhalten, dass erneuerbare Energien sinnvoller für die Reduzierung der Verstromung fossiler Energieträger, insbesondere Kohle, zu verwenden sind als für die Betankung von Elektroautos. Diese Wirkung des zusätzlichen Stromverbrauchs von Elektroautos wurde in den bisherigen Studien vernachlässigt, weshalb sie die Klimabilanz der Elektromobilität nicht korrekt widerspiegeln. Am deutlichsten wird dies in der Studie des FraunhoferInstituts. Dort wird behauptet, dass es besonders umweltfreundlich ist, das Elektroauto mit selbsterzeugtem Solarstrom zu betanken. Dabei wird jedoch völlig vernachlässigt, dass der Solarstrom ohne Elektroauto ins Stromnetz eingespeist und dadurch zur Reduktion der Verstromung von Kohle eingesetzt werden könnte. Dies bedeutet letztendlich: Gleichgültig womit man sein Elektroauto betankt, aus gesamtwirtschaftlicher Sicht fährt es de facto mit 100 Prozent Strom aus fossilen Energieträgern, heutzutage sogar zu 100 Prozent aus Kohle. Erst wenn die Energiewende weit fortgeschritten ist und der Strom nahezu ausschließlich aus erneuerbaren Energien besteht, ist das Elektroauto umweltfreundlicher als moderne Diesel-Fahrzeuge."
Ich versuche mal ein Fazit: Wir können uns hier - hoffentlich in aller Freundschaft - Haltungen und Studien um die Ohren schmeißen - noch und nöcher. Es gibt eben Auffassungsunterschiede, und mein Ziel war es, hier eine kontroverse Diskussion anzuregen, weil ich selbst Zweifel an ALLEN Antriebskonzepten habe. Ich freue mich jedenfalls über alle Reaktionen, und mit Kritik kann ich gut leben.
fl.