Ich hab schon einiges mit dem Geschäftsführer von Futuredriving zu tun gehabt - der hat definitiv keine rosarote VAG-Brille auf, meines Wissens aber eine langjährige Kundenbeziehung zum lokalen VW-Händler - aber jedenfalls schon einige Jahre Praxiserfahrung mit so gut wie allen modernen Elektroautos. Den Tesla hat er nach anfänglicher Euphorie beispielsweise rasch wieder aus dem Programm genommen, weil die laufenden Kosten für eine Kurzzeitvermietung einfach zu hoch sind. Ich nehme deshalb seinen Ersteindruck vom ID3 durchaus ernst, auch weil ich weiß, dass er ein sehr kritischer und reflektierender Mensch ist, der sich nicht so schnell einen Hut aufsetzen lässt, wenn er nicht überzeugt von etwas ist. Sie haben auch bislang alle ihre Mietmodelle ausführlichen Praxistests unterzogen, um realistische Reichweiten und Anwendungen für die Kunden zu definieren, das ist allesamt sehr objektiv gehalten.
Vergangenen Sommer hatte ich mir den Kia e-Soul dort gemietet für meine Schwedenreise. Bislang waren e-Niro und e-Soul auch die Favoriten des Vermieters in punkto Preis-/Leistungsverhältnis. Er war zwar ursprünglich privat auch mit reichweitenschwächeren Modellen wie dem e-Golf unterwegs, hat dann aber für sich entschieden, dass ihm das Risiko oder der Nervenkitzel zu groß ist, bei einfachen Tagesausflügen von 200-300km auf externe Ladeinfrastruktur angewiesen zu sein. Langstrecke hat er deshalb eine Zeit lang nur mit dem Model S absolviert.
Die Einschätzung zum ID3 teilt er im Übrigen ja mit vielen Bloggern - ich denke, dass VW hier wirklich einen Sprung nach vorne in punkto Elektrifizierung gemacht hat, zumindest was die MEB-Plattform betrifft. Persönlich gefällt mir der ID3 eigentlich vom Design und den technischen Angaben her gut, insbesondere die Cockpit-Satelliten, aber die Materialanmutung des Messefahrzeugs, indem ich gesessen bin, war wirklich unterirdisch schlecht. Bin gespannt, ob mir da der Zweiteindruck eine andere Wahrnehmung bringt - am Donnerstag darf ich wieder Probesitzen