Das war, und das wurde in den Medien auch so rezensiert, einfache 4.-Klässler-Mathe. Das ist das Szenario, wie es käme, würden die Infektionszahlen so weiter steigen wie in den letzten Wochen.
Solche Szenarien braucht es, wenn man so eine Situation, im Prinzip ja sowas wie eine Katastrophe, managen muss. Da überlegt man sich halt, womit im dümmsten Fall zu rechnen ist. Das ist nur vernünftig.
Dass man sich im gleichen Atemzug überlegt, wie wahrscheinlich dieses Szenario ist, und sich natürlicherweise wünscht, es möge so dicke nicht kommen, schafft es halt nicht in die Schlagzeilen.
Im übrigen nehmen die Infektionszahlen in der Schweiz gerade auch zu. hab gestern mal wieder nachgesehen. Es waren sowas um die 550 (am Freitag). Würde man das auf D umlegen, wäre man bei gut 5'500. Nur ist hier die Situation wesentlich unübersichtlicher, weil 26 Kantone für sich was zusammenwurschteln. Keine Ahnung, obs ein Intensivbettenregister gibt, und wie gut da die Reserven sind, so genau hab ich mich nicht eingelesen.
Da die Infektionszahlen in mehr oder weniger ganz Europa steigen, ist es nicht ganz doof, sich zum weiteren Verlauf ein paar Gedanken zu machen.
Zumindest hats den US-Präsidenten jetzt auch erwischt, so dass der Blödsinn, den der verzapft, zumindest zeitweilig weniger glaubhaft wird... kann immerhin ein paar Leben retten und erspart vielleicht dem einen oder anderen in USA das Abzahlen von Krankenhausrechnungen über die nächsten Jahrzehnte hinweg.
Man kann alles kritisch sehen, und ich verstehe die Sorgen und Nöte derer, die von Grossveranstaltungen leben. Aber ist es in der Situation wirklich notwendig, Fussballstadien zu füllen?
Mit der Veranstaltungsbranche könnte man es so machen, wie mit der Reisebranche. Verboten ist da nur noch wenig. Die Flughäfen sind dennoch eher leer.
Macht man das halt auch mit Diskotheken und Konzerten so: Hingehen darf man. Muss dann aber mit Quarantäne rechnen, wenn sich dann herausstellt, dass da Covid19 mit zu Gast war. - Wer nicht muss, wird nicht hingehen. Bis sich aber die Erkenntnis bei allen durchgesetzt hätte, könnte im Nachgang zu solchen Veranstaltungen dann der eine oder andere Betrieb mehr oder weniger für zwei Wochen still stehen. Die Veranstaltungsbranche dürfte dann wieder geschäften, würde aber nichts verdienen, und man wüsste obendrein nicht mehr so ganz genau, wann welche Güter wo aufgrund von Krankheitsfällen kurzfristig ausfallen.
Sind das wirklich bessere Aussichten für die Volkswirtschaft, als das, was jetzt ist? - Vielleicht, solange das Gesundheitswesen noch schlucken kann, was an Arbeit dadurch anfällt. Man darfs sich dann aber nicht so einfach machen, nur auf die Zahl der Intensivbetten zu schielen. Es braucht auch entsprechendes Personal, und davon fällt mit der Zeit auch der eine oder andere aus, weil infiziert oder schlicht überarbeitet. Personal im Gesundheitswesen ist im Normalbetrieb schon nicht zu viel da. Das geht, auch bei Doppelschichten, vor den Intensivbetten aus. Das ist nur nicht so richtig in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, weil die erste Welle doch nicht ganz so schlimm kam, wie mal befürchtet. Sicher auch, weil man Schutzmassnahmen ergriffen hat.