Es soll auch Menschen geben, die grundlos Zeit in Onlineforen verbringen.
Ich habe mir bislang nie einen Neuwagen gekauft, weil ich der Meinung bin, dass ohnehin viel zu viel Zeugs auf der Welt ist, das man nützen kann. Meine Gebrauchten habe ich immer mit Laufleistungen um die 180.000km gekauft und sie mindestens bis 300.000km gefahren - und dann in der Regel durchrepariert billigst an wen anderen weiterverkauft. Den Zylinderkopfschaden an meinem Y4 2,5 TD wollte ich mir aber dann doch nicht mehr leisten.
Warum ich trotzdem nun zum C4 als Neuwagen tendiere ist der Tatsache geschuldet, dass mein C6 im Betrieb deutlich teurer kommt als ein kompakter Elektroneuwagen im Leasing und es eben noch keine Elektrogebrauchten gibt, die zu meinen Anforderungen passen und preislich verhältnismäßig günstiger als ein Neuwagen wären. Ein weiterer Diesel-Gebrauchter käme für mich nicht in Frage und ein Diesel-Neuwagen kostet mich in der Anschaffung nur unwesentlich weniger und im Betrieb dafür deutlich mehr.
Was für mich wirklich nicht nachvollziehbar ist, ist aber dein Argument des "Luxusspielzeugs für Reiche". Ich verdiene mit knapp 2000 Euro netto so gut, dass ich mir gemeinsam mit meiner Frau eine 70m2 Mietwohnung leisten kann, 1-2 Urlaube pro Jahr und Lebensmittel in Bio-Qualität. Ich bin zufrieden und habe einen guten Lebensstandard. Als besonders wohlhabend würde ich mich dann aber statistisch betrachtet nicht bezeichnen. Mein einziges Eigentum sind zwei alte Gitarren und ein gebrauchter C6 mit 280.000km.
Und da passe ich gut ins Bild derer, die ich kenne, die ein E-Auto fahren. Das sind nämlich nicht die, die sich üblicherweise einen fetten SUV leisten, sondern Leute, die sich mit Zoes oder C-Zeros herumschlagen, weil ihnen das elektrische Fahren Spaß macht, sie sich eine PV-Anlage Marke Eigenbau an den Gartenzaun hängen, um die Kosten fürs Fahren möglichst runterzudrücken. Die "Reichen", mit denen ich im Alltag zu tun habe, warten auf das Wasserstoffauto, weil es ihnen nicht in die Bequemlichkeit passt, dass sie am Abend das Auto anstecken müssen und bei der Fahrt in den Winterurlaub 15 Minuten zwischenladen sollen.
Und ja, es mag sein, dass ich mir mit einem Elektroauto etwas "Luxus" gönnen möchte, der mir im Alltag Freude bereitet und der auch meinen Überzeugungen in punkto Zukunftstauglichkeit besser entspricht, als ein Diesel oder Benziner als Neuwagen. Aber es ist nun wirklich nicht so, dass jedes Auto nur aufgrund seiner Wirtschaftlichkeit und Rentabilität gekauft werden würde. Sonst müssten hier ausschließlich Dacias herumfahren, oder eigentlich analog zu Kuba und Co. hundertfach durchreparierte Fahrzeuge der 60er und 70er.