Erstens kann man sich nicht über mangelnde Sensibilität des Fahrers beschweren, wenn man diesem wichtige technische Informationen ganz bewusst nicht zugänglich macht. Wenn das Fahrzeug also nicht anzeigt, wenn Regeneriert wird, kann man keinem Fahrer vorwerfen, er sei unsensibel, wenn er den Karren mitten in der Regeneration abstellt. Der Hersteller hätte für ern paar Cent eine Warnlampe einbauen können. Die Information liegt ja in der Motorsteuerung zweifelsohne vor. Das ist nichts weiter als geplante Obsoleszenz. Letztlich wird genau das zum endgültigen Aus für PKW-Diesel führen. Man kauft sich lieber einen problemlosen Stromer oder einen ebenso problemlosen Vollhybriden, statt beim Diesel drauf zu zahlen. Zumal die Bedingungen, unter denen DPF regeneriert werden, regelmässig an dem vorbeigehen, was der Alltag ermöglicht. Nur schon, wenn man die Dauer der Regeneration selber anschaut. In CH haben wir ein Tempolimit von 120km/h, und in der Regel ist man selbst da, so das ausgeschöpft wird, langsamer unterwegs. Zudem kann man in rund einer Stunde jede grössere Stadt erreichen. Autofahrten von mehr als 20min. Dauer kommen da eherr selten vor, und wenn, dann sinds Pendlerfahrten, weit ab von 100 oder 120km/h über 20 und mehr Minuten, selbst wenn die Gesamtfahrzeit durchaus auch über 40min. liegen kann.
Da wäre dann eine Regeneration wohl nur noch bei der Sonntagsfahrt möglich, wo aber kaum schneller als 80km/h gefahren wird, und auch das nur auf verhältnismässig kurzen Abschnitten...
Dass der Ausweg über Beschiss laufen soll, ist VW-Logik.
Da wo ich meine Prüfungen abgelegt habe, waren im übrigen auch Lehrer am Werk, die nicht immer voraus verkündeten, welche Fragen sie zu Stellen gedachten. Es gab sogar solche, die einen mit unangekündigten Kurztests überraschten. Nach anfänglichem Widerstand erkannten wir im Klassenverband recht schnell den Vorteil: Erstens konnte dabei auch mal eine richtig gute Note rauskommen, und zweitens hatten wir da ein halbes Dutzend und mehr Noten im Semester, wo in anderen Fächern gerade zwei Noten fürs Zeugnis reichen mussten.
Beim TÜV: Da gabs schon immer zwei Philosophien: Die eine, dass man hinfährt und sich vom Prüfer sagen lässt, was zu machen ist, und sich dann beschwert, dass der zu genau nach Fehlern sucht, und die andere, dass man nicht hinfährt, wenn die Technik nicht in Schuss ist, und dann keine Probleme hat. Gerade Profis fahren mit der zweiten Variante auf Dauer besser, weil die Prüfer irgendwann einfach wissen, dass auf die Bude Verlass ist.
Während die erste Variante gerade in D, wo man auch mal zu einem anderen Prüfer kann, wenn einer einem nicht passt, mag die erste Variante funktionieren. In CH oder A verdirbt man es sich damit sehr schnell mit der dort direkt staatlichen Prüfstelle, die man in der Regel auch nicht oder nur mit Zusatzaufwand umgehen kann. Das kompensiert die zuvor ja lediglich erhoffte Ersparnis dann im Zweifel mehrfach über. Lohnt sich also, selber zu denken, und nicht immer nur das Minimum zu machen.
Grundsätzlich ist ein Gewschäftsmodell, was auf lückenhafte Kontrollen setzt, gerade in einem Bereich wie dem Strassenverkehr, wo gesetzlich eine nicht zu umgehende Kausalhaftung herrscht, man also im Zweifel auch ohne Verschulden haften muss, und wo zudem klar geregelt ist, wer für den Fahrzeugzustand einzustehen hat, kein akzeptabler Weg. Das wird man Menschen, die es scheinbar als nicht einschränkbares Grundrecht ansehen, so günstig wie irgend möglich motorisiert unterwegs sein zu dürfen, jedoch nie vermitteln können. Und genau die sind dann die ersten, die motzen, wenn die Vorschriften immer zahlreicher und strenger werden.
Zur Erinnerung: Eine liberale Rechtsordnung, die eben nicht alles und jedes bis ins kleinste reglementiert oder gleich möglichst viel verbietet, setzt verantwortliches Denken und handeln der Bürger voraus. Eben nicht: Der TÜV wird dann schon sagen, was zu richten ist. und auch nicht: Was nicht kontrolliert wird, halte ich vorsätzlich nicht ein. Das MUSS auf dauer zu einer höchst illiberalen Rechtsordnung und immer mehr Kontrolle führen. Ist gar nicht anders möglich. Denn: Was eingehalten werden soll, muss nach dieser Logik streng und in jedem Einzelfall kontrolliert werden, sonst hoffen zu viele drauf, nicht erwischt zu werden.
@mozzarella: Willst Du das so? Wenn nicht, überdenke Deine haltung und, in der Folge, Dein Verhalten. Zum Wohle aller.