Die Doku zur Schrift ist wirklich hervorragend und lässt eine gewisse Hoffnung für die Menschheit erkennen
Das ist eine No-Na-Einschätzung meinerseits. Was soll schon dabei herauskommen, wenn sich eine Dokumentation kritisch mit einer bestimmten Ressourcenthematik auseinandersetzt? Natürlich kommt dabei heraus, dass es besser wäre, diese Ressourcen nicht zu nützen. Die Frage ist halt immer nach der Alternative. Wenn mir jemand vorrechnet, dass Bus, Bahn, Rad und Fußweg die ökologisch besseren Varianten zum E-Auto sind, so stimme ich dem nahezu vollumfänglich zu (wenngleich auch die Bahn eine Menge an Ressourcen verschlingt), frage aber gleichzeitig, wie man sich ein effizientes Mobilitätssystem im ländlichen Raum ohne Individualverkehr vorstellt. Bei uns fährt entweder kein Bus, ein leerer Bus, oder ein von Schülern überfüllter Bus. Für die Anwendungsfälle, dass man Alltagsmobilität damit darstellen könnte, ist der klassische ÖPNV-Linienverkehr in dünn besiedelten Gebieten schlichtweg nicht geeignet - weder wirtschaftlich, noch ökologisch. Mit Rufbussen und anderen Bedarfsverkehren wie Carsharing kann man einen Teil davon sinnvoll abdecken, aber längst nicht alle Wege.
Das Problem ist aber, dass es den meisten Kritikern der E-Mobilität eben nicht darum geht, auf das Fahrrad oder die Öffis umzusteigen, sondern beim Diesel zu bleiben.
Wenn jemand das E-Auto also kritisch betrachtet und gleichzeitig aber die Relationen zum bestehenden fossilen System nicht in ein korrektes Bild rückt, dann halte ich das immer für problematisch. Es gibt keine motorisierte Individualmobilität ohne Ressourcenbedarf. Aber unter diesem Gesichtspunkt ist der elektrische Antrieb aufgrund seiner Effizienz, aufgrund der Vielzahl an möglichen Primärenergiequellen, aufgrund der größeren heimischen Energiewertschöpfung, aufgrund des Zusatznutzens für die Energiewende, aufgrund der lokalen Emissionsfreiheit und aufgrund des Potenzials für die Weiternutzung und Wiederaufbereitung der eingesetzten Rohstoffe einfach mit deutlichem Abstand die beste Variante.
Und da nützen mir auch einigermaßen seriös aufbereitete Problemaufrisse (die sich wie in diesem Fall leider wiederum auf äußerst hinterfragenswerte Daten stützen) wenig, weil sie zwar einen singulären Blick auf die konkrete Thematik des Rohstoffbedarfs der E-Mobilität werfen, aber für die Gesamtbetrachtung kontraproduktiv sind, wenn am Ende beim Zuseher der Eindruck hängenbleibt, dass es im Zweifel eh am besten wäre, einfach so weiterzumachen wie bisher und in Alaska einfach mal für ein paar tausend Hektar Naturschutzgebiet neue Bohrlizenzen zu vergeben.