Ich hab mir das Pamphlet eben in der Mediathek angeschaut und ich muss sagen, ich hab selten eine tendenziösere Reportage im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesehen. (Halt, doch, die ZDF-Reportage zum Thema vor einiger Zeit war ähnlich einseitig und fehlerhaft.)
Der E-Mobilität wird einerseits das Versprechen abgefordert, die Menschheit von allen (Umwelt-/Klima-) Problemen zu befreien, andererseits wird ihr jede Umweltsünde und jede soziale Sauerei in Entwicklungsländern und Schurkenstaaten angelastet. Kein Wort aber über die Regime der großen Erdölexporteure (Norwegen ausgenommen) und den Ressourcenverbrauch, die Umweltbelastung und die Menschenrechtsverletzungen bei der Förderung, dem Transport, der Weiterverarbeitung und der Verteilung fossiler Rohstoffe. Kein Wort auch darüber, dass ein Großteil der durchaus problematischen Rohstoffe für die Batterieproduktion recycelbar ist, die fossilen Brennstoffe aber unwiderbringlich verloren sind.
Fast zu jedem vorgebrachten Scheinargument gegen E-Autos ist mir spontan ein entkräftendes Gegenargument eingefallen, das in der Dokumentation komplett fehlte. (Ein paar in der Landschaft liegende ausgemusterte Windanlagenflügel müssen dafür herhalten, die regenerativen Energien komplett zu diskreditieren.) Dabei beschränkt man sich auf Wind- und Solarenergie, Wasserenergie wird mit keinem Wort erwähnt.
Der Niedergang der deutschen Solarindustrie wird nicht etwa einer verfehlten Handels- und Industriepolitik zugeschrieben, sondern auch gleich als Beweis für die Sinnlosigkeit der Energiewende herangezogen.
Und schließlich, das war jetzt der Gipfel, lässt man einen alten französichen Topmanager und Ex-Vorstandsvorsitzenden (in der Atomwirtschaft!!), im Fond eines Tesla S sitzend, unwidersprochen behaupten, der Umstieg auf E-Mobilität würde insgesamt und weltweit zu einem höheren CO2-Ausstoß führen! An diesem Punkt hätte ich eigentlich wegzappen sollen. 😒