Ja-genau, ich merke, du entwickelst dich zu einem meiner Bewunderer. Bevor ich es vergesse, vielen Dank für die "Hähnchenbuden", obwohl, wie oft sah ich beim halben "Hänchen" ein "h" gerupft. Dank meiner sphärisch orthographischen Unfehlbarkeit bin ich natürlich geharnischt gegen alle Bemerkungen in dieser Richtung. Aber es tat richtig gut von Martin und dir hoch in den Sphären geerdet zu werden. Ihm kullerten die Tränen bei der Landung.
"Die beruflich damit Befassten" sehen es nicht so einheitlich wie du es darstellst. Kekule hat vor einiger Zeit ein Buch versprochen, wie man den Lockdown vermeiden kann. Als Politiker stehst du in dem Dilemma, dass du zwar schön reden, aber nicht so denken kannst. Außerdem musst du auf Volkes Stimme hören, und wenn die Hälfte deiner Autofahrer über 80 Jahre alt ist, dann sind dir in Coronazeiten die Hände gebunden, weil du willst vor allem everybody`s darling sein.
Scherz beiseite, ein Sozialmediziner, Prof und trotzdem nicht blöd, hat den Kern des Problems über eine Feldforschung begriffen. Die viel zu hohe Inzidenz sinkt trotz Lockdowns nicht, weil breite Bevölkerungsschichten, gerade im mittleren und unteren Lohnbereichm, vom Arbeitsweg über die Situation am Arbeitsplatz, nicht hinreichend geschützt werden.
Nehmen wir das Baugewerbe, es boomte die letzten 12 Monate. Gearbeitet wird ohne Maske, nicht schlimm, die Abstände im Freien genügen. Aber dann kommen die Pausen in den engen Wohncontainern, und auf vielen Baustellen wird dort in Massenunterkünften geschlafen. Keiner schreibt darüber, oder überlegt sich Hygienekonzepte.
Liegen die Zahlen erst einmal auf der katastrophalen Höhe wie seit über einem Monat in Sachsen, so bringt ein Lockdown kaum Verbesserung. Einfach die Zahlen aus Spanien und Frankreich anschauen. Es hat Monate gedauert, mit teilweise strikten Ausgangssperren, um die Inzidenz auf 130 herunterzubekommen.
Liegen die Werte erstmal so hoch, hilft nur die chinesische Rosskur, in Spanien wurde es auch praktiziert, ganze Städte, in Madrid konzentrierte man sich auf Stadtteile, absperren und einigeln. Nach drei Wochen ist der Spuk vorbei.
Einen Kreis wie Uelzen, der das gesamte Jahr schon coronafrei ist, mit einem Lockdown zu strafen, ist h a n e b ü c h e n.