Es verhält sich ein bisschen anders:
Das 4HP20 hat eine Handvoll Ölbadkupplungen. Die Mehrzahl (5 Stück "clutches and brakes"), ist dafür zuständig, die Gänge zu schalten. Dazu wird jeweils die Kupplung des "alten" Ganges geöffnet und die Kupplung des "neuen" Ganges geschlossen. Das geschieht schlagartig, sofort durch Hydraulikdruck, und somit ohne merklichen Schlupf und Verschleiß an den Reibscheiben.
Bei den alten Getrieben war dieses schlagartige Schalten nur deshalb möglich, weil der Drehmomentwandler eine elastische Übertragung bildet, einfach dadurch, weil da die Schaufelräder "im Öl quirlen".
So ungefähr in den 90ern kam man dann auf die Idee, Wandlerüberbrückungskupplungen einzubauen, um Kraftstoff zu sparen und die Fahrleistungen zu verbessern. Einfach indem diese WÜKs einen starren Durchtrieb herstellen. Das hat man zunächst nur im großen Gang gemacht und auch erst dann, wenn die Drehzahlen der beiden Schaufelräder (die WÜK sitzt an dem Drehmomentwandler) nahezu identisch waren. Dadurch war kaum ein Schaltruck spürbar.
Beim 4HP20 war man ehrgeiziger und schaltet in jedem der 4 Gänge die WÜK. (Ein ziemliches Novum damals, ich weiß nicht, ob ZF, Mercedes oder Aisin der Vorreiter war.) Damit es dann bei den - immer noch schlagartigen - Gangwechseln nicht kracht, muss bei jedem Gangwechsel die WÜK wieder geöffnet werden. Um das komfortabel zu gestalten, hat die WÜK drei Betriebszustände bekommen: "geöffnet", "geschlossen" und "kontrollierter Schlupf"
(Anmerk: ich behaupte nicht, da komplett durchzusteigen und merke gerade, dass ich mich beim Überfliegen von "Citroën Technical Training ZF 4HP20 Automatic Transmission" gerade selber etwas verwirrt habe. Das Dokument hat 243 Seiten!)
Beim Anfahren aus dem Stand muss die WÜK natürlich offen sein. Bei jedem Gangwechsel aber wechselt die WÜK zwischen offen, geschlossen und kontrolliertem Schlupf. Der kontrollierte Schlupf wird durch ein gesteuertes Ventil, einen Druckmodulator erreicht, und bewirkt nix anderes als ein "gefühlvolles Einkuppeln", eben für einen guten Fahrkomfort.
Da das alles auch noch in Abhängigkeit von Fahrzeuggeschwindigkeit und Last (Gaspedalstellung) und außerdem je nach gewähltem Modus (Normal, Sport, Winter) sowie in Abhängigkeit des jeweils autoadaptiv gewählten Schaltprogamms moduliert wird, ist das natürlich nur noch mit einem eigenen Steuergerät möglich. Die Logiken dahinter sind durchaus komplex, ich binde mal beispielhaft ein Bildchen ein:
Und eben an der WÜK entsteht beim Gangwechsel im kontrolliertem Schlupf immer ein Verschleiß, weil da ein Reibbelag im Ölbad an einer Stahlscheibe reibt und einen Gutteil des Motordrehmoments übertragen muss.
Ich bin überzeugt, dass dieser zusätzlich Abrieb für die Anlagerungen im Filter und schließlich im Extremfall für das Verstopfen des Filters sorgt, was das Getriebe an mangelndem Öldruck und überhaupt mangelnder Ölversorgung zugrunde gehen lässt.