@Gernot hat es mehrfach auf den Punkt gebracht. Beim THP der ersten Generation (weitestgehend alle Baureihen vor 2016) ist ein Spanner verbaut, der die -etwas zu schwach geratene- Kette beim Turbomotor nicht lange ausgleichen kann. Beim mehrfachen Nachfolgerupdate und spätestens ab 2018 sind in der Serie geänderte Spanner eingebaut, die sich leicht erkennen lassen an einem Loch in der fetten Schraube hinter der Feder. Diese neuen Spanner beseitigen zwar grundsätzlich das Problem der Kettenlängung nicht, aber in Kombi mit der etwas haltbareren Kette schafft der Motor damit gute 150tkm statt der sonst üblichen 80-100 bis zum ersten Klappern.
Wurde die Kette beim in Frage kommenden Motor schon mal getauscht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch schon der bessere Spanner drin, der vielfach in der Garantiezeit schon auf Kulanz ausgetauscht wurde. Notfalls kann man den sogar alleine tauschen - vorausgesetzt, die Kettenräder sind noch ok.
Prüfung ist einfach: Ab zu Citroen, Computer an, nachschauen in der Fahrzeughistorie...oder halt mal nen Spiegel schnappen. Das jahr 2016 ist leider noch kein 100%iger garant für eine neue KOnfiguration, das kann auch noch die alte sein, vor allem, wenn das Fzg zwar EZ 2016 aber Baujahr 2015 ist.
Leider vergniedelt die gelängte und lose Kette (alte wie neue) die Räder recht schnell, so daß bei altem Spanner und vernehmlichem Klappern eine größere Tauschaktion ansteht. Ist aber auch nicht wirklich schlimm und für einen geübten freien Schrauber auch nicht viel teurer zu machen als ein Zahnriemen. In der Werkstatt sind's halt ein paar Euro mehr, weil einfach mehr zu wurschteln ist.
Das Thema Ventilschaftdichtungen dto. Nimmt der Motor Öl, dann raus damit. Nimmt er keines, Glück gehabt, Zuliefererqualität paßt. Das war ein typisches Problem zunehmend bis etwa Bj. 2014 und wurde ab da wieder deutlich besser. Es gibt heute Motoren, die laufen seit 200tkm ohne nennenswerten Ölverbrauch, ältere hingegen fraßen schon wenige Monate nach Erstzulassung...
Im Prinzip sind alle Motoren mit Kette nicht schlimmer dran als die ölgebadeten Puretech-Modelle mit Riemen. Beim Letzteren spielt die Marke und Qualität die Hauptrolle, leider auch beim neuen Riemenkit. Wer da am Öl spart, der zahlt halt beim Riemen früher drauf. Vorteil Kette: Der Motor warnt Dich schon recht früh, der Riemen gibt einfach irgendwann ohne Vorwarnung auf.
Zur Motorisierung sei gesagt, daß die Dreizylinder an sich erst mal etwas spritziger wirken, aber am Ende haben sie nicht wirklich mehr Power als die Sauger. Das merkt man schnell, wenn doch mal ordentlich geladen wurde oder ein Hänger am Haken ist. Typischer Downsizing-Motor heutiger Mode. Lautstärke oben raus ist auch ein Thema, relativiert sich aber ein wenig durch die höhere Gangzahl.
Fehler- und Wartungstechnisch ist ein Turbomotor immer der aufwändigere Kandidat, egal ob Riemen, Kette oder sonstwas. Es muß mehr weggebaut werden, es sind äußere Ölkreisläufe vorhanden usw. usw. Mehr Sensoren, mehr Bauteile, mehr Fehlerquellen, schlchtere Zugänglichkeit... Das merkt so mancher dann fix am Geldbeutel, wenn man doch mal in der Werkstatt ran muß.
Direkteinspritzung vs. Saugrohreinspritzung ist der nächste Knackpunkt. Verkokungen der DI sind an der Tagesordnung - unabhängig von Modell und Leistungsklasse. Auch da muß man also nur entscheiden, will ich mehr Power oder mehr Wartungsaufwand. Beheben läßt sich das Alles (Thema Methanol-Wasser z.B.), nur es kostet halt.
Der Vti ist gefühlt schlapper, kommt aber als 120PS-Version mit Fahrzeugen bis etwa 1,5t auch gut klar. Kein Rennwagen eben aber dafür haltbar und solide. Wer mit dem gedanken an Gasumrüstung spielt, hat da eh keine große Wahl. Saugrohr-Sauger geht immer, DI und Turbo nur selten gut und günstig. Alles Gute ist nie beisammen 🙂
Gruß
Roman
PS: Kette aus Stahl = da längt sich nix? Oh doch - und zwar wie bei allen Rollenketten im Bolzenloch der Glieder. Bolzen laufen ein (Taillierung) und Löcher weiten sich. Jeder Motorradfahrer kennt das zur Genüge, und wie man es prüft ist auch ganz einfach: neue Kette nehmen und eine alte dazu. Haltet die mal horizonal! Die neue hängt nur ganz leicht runter, die alte macht nen Bogen...wegen besagter Lochaufweitung und daraus resultierend gekippten Bolzen. Die Glieder selbst bleiben wie sie sind, aber 1/10mm Luft x Anzahl Kettenglieder sind dann schon ein paar mm bis cm... Alterndes Öl verliert seine Schmierkraft, und Ruß im Öl (bei Turbomotoren leider sehr häufig) wirkt wie Schmirgelleinen auf die Bolzen und Bolzenbüchsen. Ist das Loch erst mal geweitet, nimmt die Stabilität des Schmierfilms immer schneller ab (dynamischer Druck vs. Durchfluss im Gleitlager...). Daher die Kettenlängung und auch das progressive Verschleißverhalten. Leichtbau und hohe Drehzahl verlangt kleinere Bolzen und leichtere Ketten - sprich alles dünner und fragiler. Ergebnis sehen wir heute. Mercedes der 80er -> 1 Kette, 10x um die Welt. Mercedes (u.a.) heute -> 1 Kette manchmal nicht mal ganz rum um den Äquator...